19.11.2017 Heimspiel gegen FC Greffen

 

Wenn die Eintracht ein Rennpferd wäre, dann würden Wettenthusiasten, trotz höchsten Quoten, keinen müden Pfifferling auf einen Sieg setzen. Schon gar nicht gegen den fein gestriegelten rot-weißen Vollblüter aus Greffen, der in den letzten beiden Wochen sowohl Ostenfelde, als auch den Aufstiegsaspiranten aus Handorf besiegen konnte. Drei Punkte bei der Eintracht – diese Saison eine Mischung aus treudoofem Hausesel und altersschwachem Ackergaul – war für die Gäste daher fest eingeplant.

Doch da hat Greffen die Rechnung ohne die Unterstützung aus der 1. Mannschaft gemacht. Gleich vier Akteure verstärkten die Zweitvertretung von Beginn an. Hermening, Schöner, Nordhoff und P. Zellien stießen frohen Mutes dazu und wollten den zweiten Saisonsieg für die Jungs von der Werse festzurren. Dazu kam der Langzeitvermisste Schlüter wieder zurück und komplettierte eine durchaus schlagfertige erste Elf.

Und siehe da. Die ersten 45. Minuten gehörten mit Sicherheit zu den besten Auftritten, die die Eintracht in dieser Saison bisher abgeliefert hat. Eine konzentrierte Defensivleistung der Innenverteidiger Balster und F. Zellien, sowie einer läuferisch aufopferungsvollen Leistung von P. Zellien und Schlüter war es zu verdanken, dass Greffen in der ersten Halbzeit keine Gefahr durch die Mitte entwickeln konnte. Das daraufhin angewandte taktische Mittel der langen Diagonalbälle, fiel oftmals der Aufmerksamkeit von Widyana und Hermening zum Opfer. 

Allerdings war auch Greffen durchaus sicher im hinteren Bereich und ließ die ersten Minuten keine großen Chancen zu. Vorstöße durch Nordhoff, Schöner und Dircks, konnten stets recht sicher vereitelt werden. Einzige Ausnahme bildete direkt die 3. Minute, als ein halbhoher Flankenball von Dircks ganz klar mit dem Ellenbogen des Abwehspielers abgewehrt wurde. Hier hätte der – aufgrund seiner Körpersprache als „Django Unterbuchse“ bekannte – Schiri unbedingt auf den Elfmeterpunkt zeigen müssen. Der Pfiff blieb in dieser Szene ebenso aus, wie beim letzten Spaziergang von Conchita Wurst, vorbei an einer Gruppe Bauarbeiter. So musste die Eintracht auf einen Standard in der 33. Minute warten. Schöner – bei seinen ruhenden Situationen mit Licht und Schatten – schlug die Flanke direkt auf die Rübe von Balster. Doch sein Versuch wurde vom starken greffener Torwart artistisch entschärft. der Abpraller landete jedoch bei Hermening, der den Ball von rechts aussen wieder in die Mitte schnitt. Sebastian Schlüter, der bekannt für seine meisterdieb-ähnlichen Schleichangriffe in den Strafraum ist, stahl sich seinem Gegenspieler davon und nickte mit seiner ansehnlichen Prachtschädel zum 1:0 ein. 

Im Anschluss hatte die Eintracht das Spiel so im Griff, wie Robert Mugabe das Land Simbabwe in seinen 37 Jahren Schreckensherrschaft. Eine kleine Fahrlässigkeit war es, die die Gäste aus Greffen in der 40. Minute zurückbrachte. Einen bereits abgelaufenen Ball, wollte F. Zellien auf kunstvolle Weise per Gegnerabschuss klären und so einen Einwurf für die eigenen Farben herausholen. Dieses Vorhaben ging leider gehörig schief. Der Ball blieb im Feld und F. Zellien auf der Strecke. Den in den Rückraum gespielten Ball, konnte der Mittelfeldmotor der Greffener per Schuss mit der Pike verwerten. Keeper Suntken war dabei aus kürzester Distanz ohne Chance. Eine Situation, kurz vor der Pause, in der die Köpfe der Eintrachter Recken normalerweise runter gehen bis auf Kniehöhe. Doch Basti Dircks hatte was gegen runter. So hält er persönlich seinen Cholesterin- und Alkoholgehalt im Köper stets hoch. Und auch auf dem Feld steht er meist lieber hoch statt tief. So spritze er in einer dieser hochstehenden Situationen dazwischen, als der sonst so sicherer Innenverteidiger der Gäste einen Rückpass zum Keeper zu kurz spielte. Doch der Ball war zu weit vorgespitzelt und landete fast auf Höhe der Fünfmeterraum-Begrenzung im Aus. Aber eben nur fast. Und während sich die Hintermannschaft auf den zeternden und lauthals schreienden Eckner konzentrierte, der vehement den Ball forderte, legte Dircks den Greffenern aus einem Winkel, der spitzer war als die Nase von Tobi Schmidt, das faule Ei ins Nest. Der frech-kecke Jubel im Anschluss zeigte seine ganze Spitzfindigkeit.

Zurecht, denn es war ein ganz wichtiger Moment für die Eintracht, war doch nur eine Minute seit dem Anschlusstreffer vergangen. So gingen beide Mannschaften mit einem durchaus gerechten Ergebnis in die Katakomben des Werser Sportparks.

Nach der Pause wurde die Hintermannschaft der Hausherren mit wilden und wütenden Angriffen bedacht. Greffen wollte dieses Ergebnis nicht auf sich sitzen lassen. Die Offensivreihe spielte jetzt wesentlich flexibler und körperbetonter. Und die Wersekicker bekamen so mehr und mehr Schwierigkeiten. in der 55. Minute war es ein satter Schuss an die Latte, der Coach Lotte an der Seitenlinie zusammenzucken ließ. Rudi Schöner – auch „Schöner Rudi“ genannt – hatte mit einem Sololauf auf der Gegenseite die Chance auf 3:1 zu erhöhen. Doch es kam anders. Nach einem Kommunikationsproblem von Widyana und Schöner, landete der unkontrolliert geklärte Ball in der Mitte beim greffener Gegenspieler. Dessen platzierter Schuss konnte nicht verteidigt werden und schlug zum Ausgleich im Kasten von Suntken ein.

Aber auch jetzt gingen die Köpfe nicht nach unten und die Eintracht nahm den Kampf an. Vor allem Leon Hermening und der unermüdliche Dircks trieben ihre Farben mit guten Aktionen  immer wieder an. Der ballsichere Nordhoff - in der ersten Halbzeit noch einer der besten Protagonisten auf dem Platz – musste sichtlich ausgepowert ersetzt werden. Mit Flocke Hölker und F. Schulze Buschhoff brachte Lotte nun zwei frische Kräfte, die das Unentschieden sichern sollten. Schulze Buschhoff hatte sogar noch die Möglichkeit seinen Einsatz mit einem Tor zu vergolden, doch freistehend schloss er zu überhastet ab.

Das Spiel neigte sich dem Ende und in den letzten fünf Minuten wurde ein Akteur zur Hauptfigur eines markerschütternden Thrillers. Tino Eckner mischte die Zutaten Verzweiflung, Horror, Pech und endlose Freude in einem besorgniserregenden Herzinfarkt-Cocktail für jeden Aussenstehenden. Nachdem er in den letzten Minuten einmal freistehend auf das gegnerische Tor zulief und am Schlussmann scheiterte, landete eine gekonnte Direktabnahme nur an der Latte. Dann hatte er nach einem Standart freistehend das entscheidende Tor auf dem Fuße. Doch der Schuss rutschte ihm über den Spann und flog geradewegs in das nächstgelegene Eulen-Nest.

Als die drei Minuten Nachspielzeit vorüber waren und sich alle mit einem Punkt zufrieden gaben, gab es einen der das einfach nicht einsehen wollte. Für ihn kam es nicht in Frage eine Führung wieder aus der Hand zu geben und es wieder nicht zum Sieg zu schaffen.

Basti Dircks alias „Umberto Urgewalt“ alias das „the drunken battle pig“, bekam ein letztes Mal das Leder. Schon einige Minuten zuvor klagte er über Schmerzen am, in und um sein Knie herum - wollte aber dennoch weiterspielen. Besagter Dircks also lupfte die Kugel über seinen Gegenspieler, schob sich mit seiner beträchtlichen Körpermasse an selbigem vorbei und zog mit dem Ball in den 16er. Der Gegenspieler – ein Hanswurst von jugendlicher Erscheinung – wusste sich nicht anders zu helfen, als Dircks von hinten zu beackern wie die greffener Bauern ihre Kartoffelfelder. Das Ergebnis: Der wahrhaft süße Klang der Schiedsrichter-Pfeife, gefolgt mit dem vehementen Zeigen auf den Punkt, der 11 Meter von der Torlinie entfernt liegt. Die Gäste protestierten ca. 5 Minuten lautstark über die absolut richtige Entscheidung. Es half nichts. Der Elfmeter musste geschossen werden. Und siehe da: Am Punkt scharrte einer mit den Hufen, dem sicher einige nach diesem Spiel das verfehlen des berühmten Scheunentors attestiert hätten. Doch Tino Eckner scherte sich nicht um die vergeben Chancen und bettete die Murmel beinahe zärtlich auf den weißgefärbten Fleck des Kunstrasens.

Schlagartig wurde es mucksmäuschenstill im Werse-Oval und man hätte meinen können, dass in diesem Moment der Männerclub der Synchronluftanhalter ihren großen Auftritt hatte. Fünf Sekunden später war es auch schon vorbei. Das Gefühl: Eine Mischung aus Pflaster abziehen und Orgasmus. Doch es war vollbracht. Die Eintracht gewinnt das Heimspiel gegen Greffen und liegt sich freudetrunken in den Armen.

Besonders bemerkenswert dabei: Basti Dircks, der nach dem herausgeholten Elfmeter wie der geschundene Bruce Willis als John McLane nach jedem seiner Stirb Langsam Filme das Setting verließ. Glückwunsch! Diese kämpferische Leistung macht Hoffnung und vor allem Lust auf mehr.

 

Tore:

1:0 Schlüter (Hermening)

2:1 Dircks

3:2 Eckner (Dircks)

 

Aufstellung:

Suntken, Widyana (70. F. Hölker), Ermening, F. Zellien, Balster, P. Zellien, Nordhoff (74. F. Schulze Buschhoff), Schlüter, Eckner, Dircks, Schöner

 


22.10.2017 Meisterschaftsspiel gegen TUS Freckenhorst II

 

Nachdem die Sorgenfalten auf der Stirn von Coach Lotte mittlerweile tiefer waren, als der Mariannengraben, ging es für die Eintracht am heutigen Sonntag gegen den direkten Konkurrenten um den Nichtabstieg. TUS Freckenhorst II – mit mehr Spielern angereist, als Wolfsburg Vereinsmitglieder aufweist – wollte drei Punkte von der Werse entführen und den Abstand auf 6 Punkte ansteigen lassen. Und 6 Punkte sind in den Tabellenregionen, in denen sich die Eintracht befindet, der Burj Khalifa der haushohen Rückstände. Also mussten sich die Mannen in blau Präsident Heinz’ Worte zu Herzen nehmen: „Wenn ihr verliert, dann drück ich euch alle nacheinander mit dem Kopf in meine Unterhose – während ich sie trage, wohlgemerkt!“

Verlieren war also verboten und für den Fall eines Sieges versprach der verhinderte Florian Hölker zu allem Überfluss auch noch einen frischen Kasten Bier in die Runde zu werfen – Motivation kann so einfach sein! 

Nach einigen guten Leistungen zuletzt (die auf einige katastrophale Leistungen zu Beginn der Saison folgten), konnten Fußballfachleute bei der Zweitvertretung der Eintracht durchaus eine Formkurve erkennen, die leicht nach oben zeigte. Die Augen der 17 Spieler am Sonntag ließen auch schon vor dem Spiel vermuten, dass alle Willens waren diese Formkurve nun zu bestätigen und auch mit drei Punkten zu untermauern. Dafür verstärke sich die Mannschaft mit Tobias Lehmann, Tobias Jöhren, Phillip Zellien und – man höre und staune – Christian Hölker, den Altmeister der gepflegten Raumdeutung.

Zusätzlich kamen einige leicht angeschlagene oder – im Fall von Luke Wettwer – leicht gebräunte Spieler aus der Rekonvaleszenz oder dem Urlaub zurück. Basti Dircks konnte nach einigen Wochen der Sperre und Fußweh wieder die Stiefel schnüren. Auch Onno Suntken war wieder mit von der Partie. Selbst Stefan Thiem verzichtete auf seinen Fußballtrainer-Lehrgang und beglückte seine Mannschaftskameraden mit seiner Anwesenheit. Verzichten musste Lotte auf die leicht angeschlagenen Spieler Fabian und Dominik Zellien, sowie auf Mirsha Widyana, die zuletzt noch zum Aufgebot gehört hatten.

Allen Personalrochaden zum trotz, spielte die Eintracht von Beginn an sehr konzentriert und geduldig. Gleichwohl waren die Freckenhorster darauf bedacht, auf Fehler der Hausherren zu lauern und die schlechteste Abwehr der Liga mit schnellen Gegenstößen zu überwinden. Durch die taktische Disziplin von L. Wettwer und C. Hölker – die die Innenverteidigung bildeten – ging dieser Plan allerdings nicht auf.

Vielmehr war es die Eintracht, die mit teils sicherem Kombinationsspiel das Mittelfeld überwand. So in der 8. Minute, als Thiem auf der linken Seite eine Flanke nach Innen brachte und Tino Eckner den Ball artistisch mit dem Kopf Richtung Tor drückte. Hier stand die Latte noch im Weg. Wenn Matchglück ein Apfel wäre, würde er in dieser Saison für die Eintracht ganz oben im Baumwipfel hängen.

Doch in der 22. Minute machten es die Wersekicker besser. Ein scharf getretener Freistoß von halbrechts, wurde von T. Jöhren offenbar so sehr angedreht, dass der zirkulierende Ball eine hypnotisierende Wirkung auf die Freckenhorster Hintermannschaft hatte. Denn wirklich ausnahmslos alle blieben wie angewurzelt stehen und ließen Basti Dircks im 16er frei gewähren.

Und der zweite Kopfball des Spiels, sollte das erste Tor für die Eintracht bringen, denn Dircks bugsierte das Leder mit seiner linken Fontanelle in den rechten Torwinkel.

Im Gegensatz zum ausgelassenen Torjubel, entwickelte sich in Folge ein zähes Spiel. Zum Teil mussten die Zuschauer nicht über die aktuelle Tabelle informiert sein, um zu erraten, in welchem Tabellenabschnitt sich beide Teams befinden. Feinster Kreisliga B Abstiegskampf entwickelte sich nun auf dem neuen Kunstrasen am Eintrachter. 

Eine Großchance vor der Pause gab es dann aber doch noch. Allerdings für die in schwarz und gelb auflaufenden Freckenhorster. Nachdem die Abwehr der weiß-blauen nicht geordnet stand und einen Schnittstellenpass kassierte, flitzte Dalev Rizoer alleine auf Suntken zu. Der machte sich aber breit, wie ein Pfau bei der Balz und vereitelte so den sicher geglaubten Ausgleich.

In der Halbzeit schwor sich die Mannschaft erneut darauf ein, Fehler zu vermeiden und den Willen zu stählen, den es für einen Sieg bedarf. Und siehe da – die Eintracht legte nach der Halbzeit los wie die Feuerwehr. Schon in der 49. Minute ließ Sebastian Schlüter nichts anbrennen, als er einen abgefälschten Schuss von Stefan Thiem, der am heutigen Tage umtriebiger war, als eine streuende Katze, mit allerfeinster Kopfballtechnik am verdutzten Freckenhorster-Keeper vorbeischob. Der Kapitän wurde danach ausgiebiger geherzt, als ein leckeres Fischbrötchen von Luke Wettwer nach einem anstrengenden Tag in der Uni.

Die Tränen der Freude liefen Coach Lotte an der Außenlinie noch frisch über beide Wangen, als die Eintracht eine Ecke von rechts zugesprochen bekam. Ein Fall für T. Jöhren, der heute in seinem Fuß mehr Gefühl zu haben schien, als 45 harte Frauennippel. Während Jöhren Richtung Eckfahne schritt, schlurfte Christian „Pomodoro“ Hölker Richtung Sechszehner. Der Mann, der vor gar nicht allzu langer Zeit das Kochduell im ZDF mit leckeren Gerichten für sich entschied, lauerte auch hier auf den großen Coup. Und siehe da: Die flach getretene Ecke von Jöhren fand tatsächlich C. Hölker, der das ledrige Rund mit seiner rechten Gewürzmühle in den linken Winkel pfefferte. Lotte schlug in der Coachingzone Purzelbäume: „3 Punkte? Es war angerichtet!“

Als dann auch noch Jöhren eine Minute später mit einem sehenswerten Schlenzer aus 35 Metern für das 4:0 sorgte, glich die Eintracht-Arena einem Tollhaus. 

Der mannschaftsinterne Ticker musste einen Serverabsturz verkraften, Präsident Heinz regulierte seinen Herzschrittmacher auf „Ausnahmezustand“ und Lotte spielte bereits mit dem Gedanken, sich den Beinamen „Erfolgscoach“ in seinen Pass schreiben zu lassen.

Doch das Spiel war noch lange nicht vorbei und wer die Eintracht in dieser Saison verfolgt, der weiß, dass kein Vorsprung zu groß ist, um ihn nicht auch zu verspielen. Und siehe da: Mit dem straffen 4:0 im Rücken, erschlaffte leider die Leistungsbereitschaft. So war Freckenhorst in der 60. Minute erfolgreich, als Suntken einen halbhoch geschlagenen Ball in den 16er zu spät einschätze und sich seiner Fäuste bediente, um zu klären. Allerdings boxte er den Ball geradewegs an den Körper des Gegners, von dem der Ball dann slapstickmäßig ins Tor rollte. Ein typisches Eintracht-Gegentor möchte man meinen. 

Und auch in Folge bekam die Eintracht keinen Zugriff auf den Gegner. Weshalb der TUS noch zu zwei 100%igen Chancen kam, doch in beiden Fällen war wohl kein Vollblutstürmer am Werk und knallte die Kugel freistehend in die münsteraner Wolken. 

Nachdem die Eintracht gute 15 Minuten Powernapping relativ schadlos überstanden hatte, gab es mal wieder einen Standard. Und mal wieder marschierte Jöhren zur Eckfahne. Dieses Mal tippelte Luke Wettwer in den Strafraum der Gäste und freute sich diebisch über die Möglichkeit sein erstes Saisontor zu erzielen, wo doch seine Eierbirne immer für einen Kopfball in die Maschen gut ist und die ruhenden Bälle von Jöhren heute traumhaft temperiert wurden.

Und pünktlich zu den ersten Frischbieren, die von den nicht eingesetzten Ersatzspielern Röhr und Kauling gezündet wurden, hob der „Lukeschrauber“, wie er landläufig bezeichnet wird, in unnachahmlicher Weise ab und nickte die Pille in die Maschen. „So fühlt sich Freude also an!“ 

Dass die Eintracht in der 88. Minute noch einen 70 Meter-Sololauf samt Gegentor vom Freckenhorster Stürmer Rizoer hinnehmen musste – geschenkt.

Heimliches Highlight des Spiels war aber keine Torraumszene, sondern spielte sich auf der linken Außenbahn ab. Bei einer seiner seltenen Vorstöße, trieb Lauge Wetter das Leder mit großen, eleganten Schritten vor sich her. Seine Ausstrahlung ließ den Gegner wissen: „Mich kann keiner stoppen!“. 

Nach ca. 20 Metern seines energiegeladenen Spurts – kein Gegner war weit und breit zu sehen, vermutlich war die Ehrfurcht zu groß – fiel Lauge Wettwer einfach vornüber um. Wie ein Brett aus Echtholz. Während man nicht wusste, ob man als Mitspieler und Trainer jetzt lachen oder weinen sollte, kullerte der Ball seelenruhig ins Toraus. Lauge Wettwer rappelte sich auf, schüttelte sich kurz und trabte wieder zurück nach hinten in seine Position, wohlwissend, dass er vermutlich den Rest seiner Fußballerkarriere als Kantholz-Wettwer bezeichnet werden wird.

Die Freude über den Sieg war dennoch riesengroß, denn die „Boyz in Blue“ sind in der Saison angekommen und müssen nun zeigen, dass sie keine Punkte-Allergie haben. Schon in den nächsten beiden Spielen, warten mit Müssingen und Alverskirchen zwei weitere Gegner aus der unteren Tabellenregion. Es gilt nun weitere Punkte gegen den Abstieg zu sammeln. Dabei hilft ein einfacher Grundsatz: Gewinnen macht mehr Spaß als verlieren!

 

Tore:

1:0 Dircks (T. Jöhren)

2:0 Schlüter (Thiem)

3:0 C. Hölker (T. Jöhren)

4:0 Jöhren

4:1 Harte

5:1 Wettwer (T. Jöhren)

5:2 Rizoer

 

Aufstellung:

 

Suntken, Laurin Wettwer, P. Zellien, C. Hölker, Luke Wettwer, Schlüter, Thiem (65. Sprafke), Lehmann, Eckner (82. Faizi), T. Jöhren, Dircks (75. Brannekemper)


27.08.2017 Meisterschaftsspiel bei BSV Ostbevern II

 

Zu Beginn der Saison 17/18 ging es für die Eintracht gegen den ambitionierten Aufsteiger aus Ostbevern auf fremden Platz. Coach Lotte wurde nicht müde zu erwähnen, dass ein guter Start in die Saison durchaus enorme Wichtigkeit mit sich bringt. Zerrt man doch von Punkten, die man zu Beginn einheimst, besonders im weiteren Verlauf der Saison. Was war also gefordert? Neben der Einhaltung einer taktischen Marschrichtung war auch der unbedingte Siegeswille essentiell für drei Punkte in der Fremde. Kurz vorweg: Beides ließ die Eintracht an diesem sonnigen Sonntag vermissen.

Anstatt das eigene Spiel dem Gegner aufzuzwingen mussten die Mannen von Coach Lotte auf die starke Ostbeveraner Präsenz in der Mitte reagieren. Doch das unbedingt notwendige Flügelspiel lahmte durch technische Ungenauigkeiten in Ballabspiel und -annahme. Darüber hinaus glänzte der gesamte Tross eher durch eine völlig unverständliche Körperlosigkeit, als durch bissige Zweikämpfe. Bei so einer mausgrauen Vorstellung der Gäste, war es auch nicht überraschend, dass Ostbevern in den ersten 30 Minuten zu elefantengroßen Chancen kam. Einzig dem Wohlwollen des Schiedsrichters und der Ungenauigkeit im Abschluss vor dem Kasten von Onno Suntken (und dessen Teils herausragenden Paraden) ist es zu verdanken, dass die elf Männer von der Werse nicht schon zur Pause deutlich hinten lagen. Einzig Mirza Davarovic überraschte die Gastgeber kurz vor dem Pausentee mit einem schönen Heber über den Torwart, den ein Gegenspieler im letzten Moment an den Pfosten lenkte. Unverdienter wären allerdings auch nur die beiden Siege vom HSV zum Saisonstart gewesen.

Nach der Pause wurde die Eintracht tatsächlich stärker und gewann durch die Hereinnahme von Flocke Hölker und der Beorderung von P. Zellien ins Mittelfeld etwas mehr Robustheit in den Zweikämpfen. Die Waage der Spielanteile zugunsten der Gastgeber, pendelte sich nun doch in der Mitte ein. Nachdem das Geschehen der Partie ganz treffend mit einem „Geplänkel im Mittelfeld“ beschrieben werden kann, kam Faziz Hekmatullah auf Seiten der Eintracht nach einer schönen Kombination in der 74. Minute zu der wohl größten Einschusschance. Der Keeper auf Seiten der Gastgeber parierte allerdings beherzt und leitete damit den Gegenstoß der Ostbeveraner ein. Nachdem Lukas Funken seine perfekt sitzende Frisur wohl noch für eine Veranstaltung nach dem Spiel erhalten wollte und zweimal statt mit dem Kopf lieber die Gräten für die Klärung eines hohen Balles zu nutzen versuchte, brach der gegnerische Stürmer auf rechts durch. Im Zweikampf mit dem nach Hinten geeilten Davarovic nahm der Angreifer die Berührung an und erhielt als Reaktion auf sein Fallen im Strafraum einen Elfmeter.

Diesen verwandelte Tobias Annegarn sicher. Die restlichen Minuten lief die Eintracht vergeblich in dem Bemühen an, den Ausgleich zu erzielen. Aber auch in dieser Phase des Spiels vermissten die Beobachter der Partie den unbedingten Willen doch noch etwas Zählbares aus Ostbevern mitzunehmen. So blieb es letztlich beim durchaus verdienten Sieg für den mutigen Aufsteiger und der Erkenntnis, dass nur absolutes Vollgas für die Gegner aus der B-Liga reichen wird. Die Frage ist nur, ob es diese Gaspullen irgendwo zu kaufen gibt, oder ob jeder selbst noch mal ein paar Kartuschen nachlegen muss, damit sich die Truppe nicht schon bald wieder dort wiederfindet, wo sie letzte Saison aufgehört hat.

Zu allem Überfluss verletzte sich auch noch Flocke Hölker in der 90. Minute bei einem Kopfballzweikampf im Mittelfeld. Über den meterlangen Cut oberhalb der buschigen Augenbraue verließ ihn sein Blut in solcher Vehemenz, wie Coach Lotte die Hoffnung auf Punkte im ersten Saisonspiel.

 

Tore:

0:1 Annegarn

 

Aufstellung:

Suntken, Lauge Wettwer, P. Zellien, Funken, Luke Wettwer, F. Zellien (45. F. Hölker), Nosthoff (60. Bremicker), Schlüter, Eckner, Davarovic, Hekmatullah 

 


01.08.2017 Testspiel bei Ems-Westbevern II

 

Nach einem ansehnlichen Testspiel am Sonntag zuvor, musste die Truppe von der Werse beim Gastspiel im vertrauten Westbevern eine knappe, aber verdiente Niederlage hinnehmen. Nach gutem Beginn, luden die Mannen in Blau die Gastgeber zu gelungenen Kombinationen ein. Ließ man doch sehr viel Raum und agierte aus einem respektablen Sicherheitsabstand heraus.

Das Ergebnis war eine ziemlich traumtorverdächtige Bude des Westbeverner Kapitäns, der eine halbhohe Hereingabe mit der Hacke in die Maschen bugsierte. Skorpion Kick nennt man so was wohl und solch ein Tor macht er dann sicher kein zweites Mal in seinem Leben. Wenige Zeit später – die Eintracht war nun total von der Rolle und konnte die Ziele des von Coach Lotte vorgeschriebenen 4:3:3 nicht umsetzen – wurde der Ball auf links nicht ausreichend geklärt. Dieser Umstand, gepaart mit fehlender Handlungsschnelligkeit in der Viererkette, lud den Gegner zum 2:0 ein. Dem nicht genug, verursachte man noch einen Foulelfmeter kurz vor der Halbzeit, den sich die in Grün gekleideten Gastgeber nicht nehmen ließen: 3:0.

Puhh Durchschnaufen und lauter als die vorbeirasselnde S-Bahn, war nur das Gebrüll, des sichtlich enttäuschten Trainers der Wersekicker.

Nach einer wohl nötigen Umstellung auf ein 4:2:3:1 erhielt das gesamte Mittelfeld und auch die Abwehr mehr Sicherheit. Man sah förmlich die Glühbirnen über den Köpfen der Protagonisten aufgehen, da nun jeder wusste, was auf dem Feld zu tun ist. Aber nicht nur das – auch der Einsatz wurde nun erhöht und führte zu dem ein oder anderen Ballgewinn im Mittelfeld. 
Nach einem Foul, wurde der Eintracht in der 60. Minute ein berechtigter Freistoß aus ca. 25 Metern zugesprochen. Davarovic - der Mann für die ruhenden Bälle - schnappte sich das Spielgerät und zirkelte die Pille auf den zweiten Pfosten. Und da jeder, der sich in und am Sechszehner versammelt hatte darunter her sprang und selbst der Keeper daneben langte, trudelte die Kugel zur Verwunderung aller zum 1:3 ins Netz. Lauge Wettwer behauptete steif und fest seine Bumsbirne noch an den Ball gebracht zu haben, aber so wie er sich generell bei Kopfbällen immer wegduckt, erschien das allen Anwesenden eine eher subjektive Behauptung zu sein. Die Wetbeveraner ließen zwar das Pressing der ersten Halbzeit vermissen, hatten aber durch einen Lattentreffer zwischenzeitlich die Chance den Deckel auf das Spiel zu machen.
Da ihnen dies nicht gelang, versuchte die Eintracht noch mal ihr Glück und erzeugte eine schöne Kombination über rechts, wo schließlich wieder Davarovic an den Ball kam und diesen mustergültig für Eckner in die Mitte schob. Der Anschlusstreffer in der 82. Minute kam aber leider zu spät, um dann doch noch ein Unentschieden mitzunehmen und so verabschiedete sich die Eintracht mit einer gehörigen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit aus dem idyllischen Örtchen im Westen der Bever. Schon am Freitag sind die Jungs, die nicht über die Kegelbahn torkeln gegen Rinkerode gefragt.

 

Tore:

1:3 Davarovic (Freistoß)

2:3 Eckner (Davarovic)

 

Aufstellung:

Suntken, Lauge Wettwer, Kloppenborg (40. Röhr), Sprafke (35. Mister X), F. Zellien, Keizer (42. Widyana), Brannekemper (12. Pithan), Eckner, Davarovic, Dircks


30.07.2017 Testspiel bei VFL Senden III

 

Es war wieder soweit! Nach einigen Wochen des Ausharrens durfte die hochmotivierte Zweitvertretung an diesem Sonntag erstmals wieder gegen den Ball treten. Der Kader hat sich allerdings seit letzter Saison ein wenig gewandelt. Alte Bekannte wie Bastian Schlüter, der aus der Ersten aus eigenem Antrieb den Schritt zurück zur „Homebase“ machte, junge Spunde wie Bastian Sprafke und Tahirou Diaby, die der A-Jugend entwachsen sind, sowie leidgeprüfte Zöglinge der vierten Mannschaft, die sich nach einer Saison voller Erfolglosigkeit aus dem Spielbetrieb zurückzog, streifen sich vorerst voller Stolz das blaue Trikot mit dem Adler der Zweiten über.
Auch einige Neuzugänge fanden den Weg an die Werse. An diesem Sonntag konnte Coach Lotte so den Neuling Patrick Hülsmann einsetzen, der eigentlich nur zum zujubeln aufgekreuzt war. Feuertaufe nennt man so ein Vorgehen wohl.

Als Pendant zum freitäglichen Bluff-Turnier im Rahmen des Mannschaftsabends, konnte man auch die Truppe, die gegen Senden auflief als durchaus zusammengewürfelt bezeichnen.

Und so fiel zwangsweise auf, dass die Abstimmung an einigen Stellen noch nicht so ist, wie sie sicherlich am Ende der Vorbereitung sein sollte. Dennoch machten es die elf Recken auf dem vor Hitze dampfenden Kunstrasen über weite Strecken sehr gut. Eine Ausnahme bildete die 13. Minute, als ein zu zögerliches Vorgehen des Nachwuchskickers Sprafke den gegnerischen Stürmer zu einem Lupfer über den heraus eilenden Keeper Suntken verleitete. Ein schöner Treffer und die 1:0 Führung für den selbsternannten Aufstiegsaspiranten. Sprafke ist hierbei aber kaum ein Vorwurf zu machen, agierte er in der Jugend doch eher aus zentraler Position heraus und nicht als Außenverteidiger. „Den Bengel kriegen wir schon auf Spur!“, hörte man Coach Lotte zu den mitgereisten Eintracht-Fans sagen.

Nach dem frühen Rückstand fanden sich die Gäste und agierten durch die Mittelachse Toelke, Zellien, Schlüter und Davarovic einigermaßen Ballsicher. Davarovic war es auch, der nach einigen missglückten Aktionen mit toller Ballan- und mitnahme frei vor dem Kasten der Gastgeber auftauchte. Mit einem riskanten Lupfer versuchte er es den Jungs aus Senden mit gleicher Münze heimzuzahlen, doch der Ball verfehlte den Kasten um 2-3 Meter. Von dieser Aktion bestärkt, war es wieder Davarovic, der nach einem Ballgewinn am eigenen 16er mit einem langen Ball bedient wurde. Mit beinahe spielerischer Leichtigkeit ließ er einen, zwei, ja sogar drei Mann stehen, zog auf die Grundlinie und passte scharf wie eine Habanero-Chilli vor das Tor, wo Tino Eckner mal wieder goldrichtig stand. Ausgleich für die Eintracht!

Ja, ja der Eckner. In der Nachbarschaft des kleinen Stürmers hörte man während der Sommerpause ein ums andere Mal trauriges Wimmern. „Wieso?... WIESO?" dröhnte es durch die Vorgärten. Jetzt finden Anwohner wieder Schlaf - denn die Saison geht los und der Eckner darf wieder das Netzt zum zappeln bringen. Für ihn scheint dieses Gefühl wichtiger als Atmen zu sein. 

In der Halbzeit fand Coach Lotte die richtigen Worte, denn in der zweiten Halbzeit agierte die Eintracht zielstrebig und torgefährlich. Ein Manko über das gesamte Spiel war zwar die Verlagerung des Spielgerätes auf die gegnerferne Seite, allerdings konnten einige gelungene Ballstafetten den Trainer der Blauen darüber hinwegsehen lassen. Eine dieser Stafetten war es, die Davarovic fand. Dieser brachte die Kugel gefühlvoll vor das Tor, wo zum erstaunen aller Volker Pithan wie ein geölter Blitz einlief. Der Mann mit dem dezenten grauen Haaransatz hechelte schon seit Minuten wie ein ganzer Wurf Möpse nach einem anstrengendem Bergspaziergang. Mit Brust und einer kleinen Nuance Unterarm, pflückte der Knabe das Spielgerät runter wie eine reife Kirsche und vollendete trockener als ein Furz im Wüstenwind im rechten unteren Eck. Dabei trudelte der Ball so langsam in Ziel, wie Tömme Königshausen nach einem harten Mannschaftsabend.
2:1 für die Eintracht. Warum Pithan dieses Tor schoss wurde im Anschluss an den kurzatmigen Jubel schnell klar. Er erhoffte sich eine schnelle Belohnungsauswechslung, da sein Leberkäs-Brötchen mit Speck, Salamie, Kochschinken und Zwiebeln seinen Körper auf dem selben Wege zu verlassen drohte, wie er es ihm zugeführt hatte. Sein Wunsch ging in Erfüllung und Johannes Kauling rückte dadurch eine Position vor. Nachdem der schmächtige Außenbahnspieler zuvor mit seiner eigenen Leistung haderte, versuchte er es jetzt besser zu machen. Und siehe da: Kauling ging weite Wege, von denen sich einer wenig später besonders lohnen sollte. Nachdem Davarovic schon vorher durch wildes Gestikulieren erläuterte, dass er bei einem Seitenwechsel eine Anspielstation benötigt, rückte Kauling fleißig mit auf. Eine wunderbare, weil butterweiche Hereingabe fand den ehemaligen Spieler der Vierten. In der Mitte waren Bränni Brannekemper und Eckner so allein wie ein ganzes Haus voller Vollwaisen. Doch Jojo, wie der kleine Mann mit dem großen Ehrgeiz von seinen Freunden gerufen wird, drosch das Dingen aus 10 Metern unhaltbar in den Winkel. 3:1 für Eintracht das Dingen war gegessen wie jede Art von Snack, den man Luke Wettwer unter die Nase hält. Eckner hätte sicher noch Einen machen können, wäre nicht der Torwart mit einem rotwürdigen Foul schneller gewesen. Ziemlich frustrierend war für Senden wohl auch die Einwechslung von Diaby, machte er doch über die linke Seite eine Menge Betrieb und glänzte durch Dribbelstärke und Ballsicherheit. Am Ende stand dann das eine Gegentor, auch weil Suntken und der Pfosten weitere Treffer der in Leibchen spielenden Gastgeber verhinderte. Direkt am Dienstag folgt der nächste Test gegen die B-Liga-Absteiger aus Ems-Westbevern II. Wir können gespannt sein, was die Truppe bei ihrem ersten Flutlichtspiel zu bieten hat.

 

Tore:

1:1 Eckner (Davarovic)

2:1 Pithan (Davarovic)

3:1 Kauling (Davarovic) 

 

Aufstellung:

Suntken, Toelke (43. Hülsmann), F. Hölker, Lauge Wettwer, Sprafke (35. Diaby), F. Zellien, Schlüter, J. Kauling (35. Pithan), Brannekemper, Davarovic, Eckner

 

 


21.05.2017 Meisterschaftsspiel bei Ems Westbevern II

 

Heidewitzka. Im Vorfeld der ungemein wichtigen Partie gegen Ems Westbevern II präsentierte Präsident Heinz auf seiner Stirn mehr Furchen als ein Rudel Faltenhunde. Der Mann, der den Verein mit seinen eigenen Hornhaut übersäten Händen aufgebaut hatte, musste gleich zwei Abstiegsendspiele seiner Farben nacheinander betrachten. Und dieser Aspekt eines wunderschönen Sonntagnachmittags ging auch an dem sonst so kaltwiehundeschnauzemäßigen Macher aus Mauritz nicht vorbei.

Doch schon um 13:10 Uhr mitteleuropäischer Zeit sollte der Mann mit dem schwungvollen Fotzenhobel das erste Mal seine Mundwinkel nach oben ziehen.

Denn die Mannen von Coach Lotte wussten, was die Stunde geschlagen hat und erzielten schon früh im Spiel das 1:0.

Im Vorfeld wurde in der Kabine viel über Chancen geredet, die man zu ergreifen imstande ist. Doch auch an Lauge Wettwer wurde schon oft herangetragen, er möge doch bitte Zuhause und nicht in der an die Kabine grenzende Toilette seine biergeschwängerte Notdurft verrichten. Was er in der Theorie weiß, vermochte er bisher nicht in die Praxis umzusetzen. Und jeden zweiten Sonntag aufs Neue stürmen Spieler überhastet aus der Heimkabine um den unschönen Kotzreiz loszuwerden, den Lauge und sein ihm angetrauter After auf unmenschliche Weise zustande bringen.

Das Trainerteam war also gespannt darauf, ob die Worte die Mannschaft erreichten und wie sie es auf dem Platz umzusetzen vermochten. Das gerade erwähnte 1:0 durch Lukas Erlemann zeigte auf eine wunderschöne Art und Weise, dass sich die Jungs das vorher Gesagt zu Herzen genommen haben. Tobias „Jölle“ Jöhren ging mal wieder lange Wege – in diesem Falls von der Mittellinie zur Eckfahne – um den fälligen Eckball auszuführen. Alle 3 – 8 Spiele schafft es der defensive Antreiber tatsächlich hochpräzise Bälle in Form von Flanken oder Freistößen zu fabrizieren. Einer davon war genau diese Ecke, die den süffisant grinsenden Schädel von Braunschweig-Legionär Lukas Erlemann fand. Der sprang hoch, nickte ein und drehte wild jubelnd ab. Sein größter Fan und Förderer, Coach Lotte, ballte am Spielfeldrand so stark die Faust, dass er mit Leichtigkeit aus einem Stück Braunkohle einen lupenreine Diamanten hätte pressen können. Und es wurde sogar noch geiler. Westbevern hatte weniger vom Spiel, als ein Dreijähriger an einem Profi Highroller Pokerturnier. Eintracht kontrollierte Ball und Gegner, spielte geduldig und zeitweise sogar zielstrebig. So, dass sich die Mannen in grün oft nur mit kleinen Fouls zu helfen wussten. Einer dieser Fouls führte zu einem Freistoß von Halbrechts. Schon beim Pfiff des guten Unparteiischen, tropfte Mirza Davarovic der gierige Sabber aus den Mundwinkeln. Denn ruhende Bälle aus dieser Position sind seine Paradedisziplin. Schon im Vorfeld verwies der 10er der Eintracht auf seine Freistoßtor-Historie auf ebendiesem Platz. Und tatsächlich brachte er den Ball mit mehr Schnitt vor das Tor als ein japanisches Santoku Messer. Und jedes Mal, wenn der Ball in den 16er fliegt, rollt, huppelt oder prallt, ist er da - der Elmer Fudd der Kreisliga – Tino Eckner. Fast hätte der Stürmer der Eintracht auch hier wieder seinen feinen Fuß im Spiel gehabt, doch das blitzsauber geschnibbelte Leder schlug ohne Einwirkung Eckners im rechten unteren Eck ein. „Ja ja, der Davarovic wieder“, schimpften die Wetbeveraner Ü60-Doppelkopfstammtische, die traditionell jedes Spiel auf heimischen Plätzen mitansehen und sich noch gut an etwaige Winkelschüsse des Freistoßexperten erinnern. Das 2:0 brachte nicht nur das Trainergespann Königshausen-Lotte zur vollkommenden Ekstase, sondern auch die versammelte 1. Mannschaft der Eintracht, die den elf Rackern auf dem Feld innbrünstig zujubelte. Parallel informierte sich Königshausen laufend in Mauritz, wo Dyckburg zwischenzeitlich 1:0 in Führung gegangen war. Das bedeutete also, dass die Eintracht unbedingt gewinnen musste, wollte man den 3-Punkte-Abstand weiterhin aufrecht erhalten.
Doch der Dämpfer folgte auf dem Fuße, wie der laugsche Bierschiss nach einer durchzechten Nacht. in der 10-minütigen Phase, in der man weder voll- noch 3/4-herzig in die Zweikämpfe ging, witterte Westbevern den Anschlusstreffer, wie ein ausgehungerter Yorshire Terrier eine Scheibe Dauerwurst gegen den Wind. Auf der linken Abwehrseite bekam die Eintracht keinen Zugriff und konnte den Ball schließlich nur zur Ecke klären. Während Flocke Hölker und Jölle Jöhren sich die Vordermänner noch zurückholten, um den Eckball standesgemäß zu verteidigen, wurde er bereits ausgeführt. Der erste Abschluss auf's Tor der Gäste bedeutete dabei auch direkt den Anschlusstreffer. Nachdem drei Spieler der Hausherren so frei gelassen wurden, wie Adipositas-Patientinnen beim Speed-Dating-Rundlauf, nickte der nach vorne geeilte Abwehrrecke widerstandslos ein.

Bis zur Halbzeit passierte dann nicht mehr viel. Weder rund um den Kasten von Onno Suntken, noch in Richtung des gegnerischen Tores.

Nach der Halbzeit und dem dazugehörigen Einschwören auf mannschaftliche Geschlossenheit und eigene Stärken, ging die Eintracht auf den Rasen, um diese drei Punkte festzumachen. 

Großer Einsatz und überdurchschnittliche Wille war dabei durchaus zu identifizieren. Jeder der Anwesenden wollte unbedingt den Nichtsabstieg besiegeln. Daher verschwieg Königshausen auch, dass Mauritz gegen Dyckburg letztendlich sogar 7:2 gewann. Für die Eintracht hätte so dann auch ein Unentschieden zum sicheren Verbleib in der B-Liga ausgereicht. Nach wirklich sehenswerten Chancen durch Eckner, Keizer und Erlemann waren es aber die Hausherren, die noch eine Aktion hatten, die die Eintracht noch mal zum Zittern gebracht hätte, wie Luke Wettwer mit ein paar Eiswürfel in der Feinrippunterhose.

Doch das Solo des gegnerischen Spielmachers durch 5 Spieler hindurch, die nicht die Ambitionen hatten auch mal das taktische Foul zu ziehen, blieb glücklicherweise ohne Krönung und so trennten sich die beiden tabellarischen Kellerkinder mit einem gerechten 2:1.

Für das Spiel am kommenden Sonntag kündigte Coach Lotte bereits personelle Veränderungen an. Man munkelt, dass sogar ein Kurzeinsatz des ehemaligen Weltklassestürmers in Erwägung gezogen wird. Die Zuschauer, die sich am 28. Mai an die Werse verirren, dürfen gespannt sein.

 

Tore:

1:0 Erlemann (Jöhren)

2: Eckner (Davarovic)

 

Aufstellung:

Suntken, Lauge Wettwer (60. Tim Schmiedeshoff), Marco Peppenhorst, Lukas Funken, Tobias Jöhren, Florian Hölker, Fabian Zellien (45. Christian Haefner), Mirza Davarovic, Jan Keizer (60. Tobias Goßling), Lukas Erlemann, Tino Eckner

 

 

 

 

 


23.04.2017 Meisterschaftsspiel bei DJK RW Milte

 

„Oh Gott oh Gottchen!“ Nein, Präsident Heinz war nicht wieder in seinem Unterhemd mit der Whisky-Tasting-Fahne vom Vorabend in der Sonntagsmesse. Die Eintracht verfiel am letzen Sonntag wieder in Fußballvorkriegszeit zurück und verlor das Abstiegsduell beim direkten Konkurrenten DJK Milte mit 4:2. Im vierten Auswärtsspiel in Folge konnten die Mannen von Coach Lotte zu keinem Zeitpunkt begeistern. Ähnlich wie Jenny Elvers als B-Promi.
Dabei gefiel das Line-Up der Blau-Weißen durch eine schlagkräftige Formation. Doch irgendwie schienen die 9 Punkte aus den letzten drei Spielen wie Bleigewichte an den Haxen der Protagonisten zu kleben. Trotz doppelter Verstärkung aus der ersten Mannschaft – Gerrit Nosthoff und Daniel Lorecchio wurden der Zweitvertretung zur Verfügung gestellt – fuhren die Jungs vom Pleistermühlenweg mit einer verdienten Niederlage nach Hause.

Der Wahnsinn im Kreis Warendorf ging dabei schon in der 3. Minute los, als die Hintermannschaft um Elefantenbaby Luke Wettwer die Äuglein noch geschlossen hatten. Ein verlorener Ball im Mittelfeld und eine inkonsequente Deckung von Routinier Gehling resultierte in einen frühen Rückstand. Die Jungs, die zuvor alles wegverteidigten, was ihnen vor den 16er kam, sahen hier wirklich nicht gut aus. Eben genau wie Jenny Elvers.

Aber nicht nur die Defensive machte einen merkwürdigen Eindruck. Auch die Schaltzentrale um Peppenhorst und Davarovic beeindruckte nicht wie gewohnt mit der Zweikampfstärke und klugen Pässen, sondern mit Löchern, so groß wie in Luke Wettwers Lieblingsleerdammer-Käse. Ein Aufbauspiel kam so auf dem huckeligen Acker der Milter (oder heißt es Miltiner oder Miltener) nicht zustande.

So hingen die fleißigen Außenspieler Dircks und Nosthoff trotz sehr guter Ansätze in der Luft und bekamen in etwa so viel Unterstützung, wie ein leicht bekleideter Teenager, der in einem Horrorfilm beschließt alleine in den Keller zu gehen, um zu schauen, woher das gruselige Geräusch kommt.

Der Ausgleich fiel dann nach 30 Minuten durchaus überraschend. Nach einem Davarovic-Freistoß ließ der Keeper das Leder aus den Handflächen rutschen, wo der fleißige Dircks zur Stelle war. Er schnappte sich das Runde Stück Leder und schob es überlegen in die Mitte, wo Daniel Lorecchio nur noch seinen Fuß hinzuhalten brauchte. 1:1.

„Oha, geht da wieder was bei der Eintracht?“ Diese Frage mag sich so manch einer gestellt haben. Doch dieser unverhoffte Ausgleich sollte den Gästen leider keinen Schwung geben. Kurz vor der Pause verwechselte Luke Wettwer seinen Gegenspieler nämlich mit einem Swimmingpool und sprang einfach rein. Da sich dieser im 16er befand, führte Wettwers Einsatz zu einem berechtigten Strafstoß. Das ließ Milte sich nicht nehmen und lochte zum 2:1 Pausenstand ein.

Nach dem Seitenwechsel keimte noch mal Hoffnung auf, wie in der Kresseschüssel von Coach Lottes Freundin. Denn ein erstklassiges Nachsetzen von Gerrit Nosthoff samt klugem Rückpass war es zu verdanken, dass Basti Dircks vor dem Strafraum an den Ball kam, zwei Gegenspieler aussteigen ließ und und so trocken wie Mumm Sekt zum Ausgleich verwandelte.

Dircks hat momentan so etwas wie eine eingebaute Torgarantie, die fast so stark ausgeprägt ist, wie sein Bierdurst

Doch auch nach dem erneuten Ausgleich, schaffte es die Eintracht nicht zu ihrem Spiel zu finden. Zweikämpfe wurden im Zweifel eher gemieden, als geführt und Milte erhielt so immer wieder Chancen auf 3:2 zu stellen.

Da die Jungs in rot-weiß Ihre Chance nicht zu nutzen wussten, halfen die Gäste auch hier einfach mal freundschaftlich nach.

Einen Lauf des Linksaußen, konnte der eingewechselte Thiem nicht unterbinden und die scharfe Hereingabe fand den Fuß von Flocke Hölker, der zu seinem ersten Saisontor ins eigene Netz verwandelte.

Als die Eintracht dann den letzten Mann aufhob, um den Ausgleich in den Schlussminuten zu erzwingen. konterten die Gastgeber klug und vollendeten kurz vor Schluss zum 4:2. Ein Ergebnis, dass auch in der Höhe so gerecht ist und den Leistungsstand der Teams an diesem Tag widerspiegelt.

Im nächsten Spiel gegen Handorf, muss die Moral bei den Jungs vom Pleistermühlenweg eine ganz und gar andere sein, will man nicht unter die Räder kommen wie bei einer Krötenwanderung. 

 

Tore:

1:1 Lorecchio (Dircks)

2:2 Dircks (Nosthoff)

 

Aufstellung:

Suntken, Luke Wettwer, Lauge Wettwer, Haefner (45. Thiem), F. Hölker, Gehling, Peppenhorst (45. F. Zellien), Davarovic (70. Schmiedeshoff), Nosthoff, Dircks, Lorecchio 


09.04.2017 Meisterschaftsspiel bei Sendenhorst II

 

„Yippi Yah Yeah Schweinebacke!“ Während President Heinz am Samstagabend seinen Lieblingsfilm im John-McLane-Unterhemd-Partnerlook verfolgte und jeden der kurzweiligen Dialoge laut vor dem TV mitsprach, zerbrach sich das Trainergespann Königshausen und Lotte die butterweiche Rübe über die Aufstellung am folgenden Tag.

Die Auswärtstour durch das Münsterland ging nämlich in die nächste Runde. Sendenhorst war der designierte Gastgeber, der Blau-Weißen. Doch die Personalsituation verlangte mehr Einfallsreichtum als die Erfindung der Glühbirne. Denn anders als Bruce Willis in seiner Paraderolle, war es äußerst unwahrscheinlich, dass die Werse-Boys in Sendenhorst alles über den Haufen schießen würden. Immerhin stand das Team von Ousseni Labo auf einem starken fünften Platz und zeigte schon im Hinspiel, wie gut sie Fußball spielen können. Hinzu kamen erhebliche Personalsorgen. Gutes Personal war nämlich so schwer zu finden, wie Imker in einer Bärenhöle. Um noch genauer zu werden: Es fanden sich ähnlich viele Spieler im Kader wieder, wie Haare auf dem Kopf eines Anhängers der Arian Brotherhood. Doch genauso wie John McLane, schrecken auch Königshausen und Lotte nicht vor Herausforderungen zurück, selbst wenn sie beinahe unmenschliche Gefahren bergen.

Darum nutzte man die verbliebende Zeit um fleißig Netze zu häkeln, die man dann in alle Richtungen des Vereins auswarf. Und siehe da: Irgendwie verfing sich dann doch der ein oder andere Akteur. Armin Bremicker wurde aus der ersten Mannschaft geangelt und verstärkte die Offensive genauso wie Jan Keizer, der aus der 4. Mannschaft angebissen hatte. Adrian Bauer hingegen konnte nach ein bisschen Dynamitfischen mit dem Bauch nach oben aus der Dritten abgeschöpft werden. Das Feld komplettierte Nils Wagener aus der A-Jugend. Dieser wurde der 2. von Josch Beuse feilgeboten wie frisch geräucherte Makrele auf dem Wochenmarkt. Wieder dabei war Tobi „Jölle“ Jöhren, der sich knöchelaufwärts gut erholt präsentierte, dem Trainer jedoch bei der Begrüßung seinen eingewachsenen Zehennagel vor Augen und Nase hielt. Ein unschöner Moment. 

Obwohl es sich Jöhren mit einer nahrhaften BiFi-Roll und einer Dose Lipton Ice Tea vor dem Spiel gemütlich machte, war er bereit, als sich ein Akteur beim Warmmachen verletzte. Mit einer Träne im Auge und einer Schmerztablette im Magen, verband er seinen Zeh nach dem Motto: „Stirb langsam - jetzt erst recht“ und positionierte sich zum Anpiff als letzter Mann in der Fünferkette.

Marco Peppenhorst kam dabei die verzwickte Aufgabe zu den Spielmacher der Hausherren an die Leine zu nehmen. Dieser erwies sich nämlich bereits im Hinspiel als eine gefährliche Promenadenmischung aus dribbelndem Windhund und torhungrigem Terrier.

So also die Ausgangslage.

Coach Lotte ließ sich zur Besprechung der Taktik etwas einfallen und kramte in seinem Gedankenpalast nach der letzten Vorlesung des Rhetorik-Dozenten seiner Universität. Besagte Vorlesung war allerdings schon über 10 Jahre her. Das Einzige, was ihm einfallen wollte war die Tatsache, dass visuelle Präsentationen beide Gehirnhälften ansprechen und so eine weitaus bessere Erinnerungskraft beim Zuschauer entwickeln können. Anweisungen, die man mit einem Bild verknüpft, werden also besser ausgeführt. Darum malte der ambitionierte Trainer seine Aufstellung einfach und zeigte den Protagonisten so auf, welches Verhalten er von ihnen auf dem Platz forderte.

Ob es jetzt wirklich daran lag darf gerne bezweifelt werden, allerdings ist die 2:0 Führung nach weniger als 12 Minuten beim Tabellenfünften auch nicht von der Hand zu weisen. Denn die Mannen von der Werse legten los, wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Und zwar nicht so, wie wenn ein Kätzchen von einem Baum geborgen werden musste, sondern wie bei einem Großbrand im Brillux Hauptgebäude. Die in rot gekleideten Gastgeber wussten sicher nicht wie Ihnen geschah, als Jay Keizer eine Ecke von links in der 8. Minute hereinbrachte. Die Verlängerung Selbiger fand nämlich Basti Dircks am langen Pfosten, der die Kugel so fein verwertete, wie er es sonst nur mit einer Packung Fleischsalat zum Frühstück tut. 1:0. Und der Mann der nur „Umberto Urgewalt“ gerufen wird, machte nun schon zum dritten Mal in Folge das wichtige 1:0 für seine Farben. Er ist damit so was wie der brachiale Türeintreter des Erfolgs.

Und am Seitenrand musste der überglückliche Lotte nicht lange warten eher er die Arme ein zweites Mal nach oben riss. Auf links ergatterte Tino Eckner den Ball und versuchte schnörkellos zum Torabschluss zu kommen. Der abgefälschte Schuss trudelte auf der Linie, wie Luke Wetter am Abend nach seiner letzten Klausur. Wieder war es Jay Keizer, der die geistige und körperliche Frische besaß, um genau hier reinzuspritzen. Nach einer kurzen Pirouette um sich selbst, bugsierte der David Guetta der Kreisklasse den Ball zum 2:0 ins Netz. Mit den dummen Gesichtern der Sendenhorstern, hätte man ganze Hallen von Pneumatik-Vorlesungen für Erstsemester füllen können. Aber ob sie es glaubten oder nicht: Die Eintracht war hier auf fremden Platze die bessere Mannschaft. Keine Angst - das sollte sich auch rasch ändern. Denn die Jungs vom Pleistermühlenweg, tauchen niemals nach drei Punkten, ohne zumindest phasenweise anständig zu schwimmen.

In den 25 Minuten vor der Pause schnürten die Hausherren die aufopferungsvoll kämpfende Mannschaft von Kapitän Flocke Hölker noch besorgniserregender ein, als Präsident Heinz seine Babsi beim Liebesspiel. Die technisch starken Angreifer verloren sich allerdings so sehr im Rausch des „3-hab-ich-schon-umspielt-einer-geht-noch“, dass sie dabei das Toreschießen schlichtweg vergaßen. Und wenn mal ein Schuss auf das Tor von Onno Suntken kam, dann hatte speziell Lukas Funken was dagegen, der seine Innenverteidiger-Gräten blitzsauber in jeden Torschußversuch schob.

Zur Pause blieb es daher beim 2:0 und Coach Lotte hatte sich viele gute Worte zurechtgelegt, die er seinen Mannen mit auf den Weg geben wollte. Dies gelang ihm allerdings nicht, da die Eintracht in der Kabine kein Wort verstand. Das vorwurfsvolle Gebrüll des Sendenhorster Trainers machte eine Kommunikation quasi unmöglich.

In der zweiten Hälfte erwartete die Eintracht einen bis an die Zähne bewaffneten Gegner. Doch den empfing man in der eigenen Hälfte mit den richtigen Mitteln, um dann im Gegenzug Nadelstiche zu setzen, wie bei fernöstlicher Akkupunktur. Diese Taktik führten zu großen und aussichtsreichen Chancen. Der eingewechselte Wagener rannte dabei die Linie auf und ab, wie ein Elchbulle auf Koks und verschaffte seinen Farben dadurch immer wieder Entlastung. Auch Adrian Bauer von der 3. Mannschaft machte seine Seite defensiv dichter als Wolfgang Priklopil seinen versteckten Keller.

Ernstzunehmende Torchancen ergaben sich deshalb nur im Strafraum der Sendenhorster. Und nachdem Tino Eckner zweimal knapp am guten Torhüter der Sendenhorster gescheitert war, machte er es in der 85. Minute besser. Mirza Davarovic wurde ein Freistoß in ca. 25 Metern Torentfernung zugesprochen. Der quirlige Deutsch-Bosnier mit dem verzauberten Fuß trat selber an. Und wer die Worte „zirkeln“ und „Winkel“ sonst nur aus dem Matheunterricht kennt, der durfte sich am heutigen Tage durchaus wundern. Davarovic streichelte den Ball mit solch einer Anmut ans Kreuzeck, dass alle nichts anderes tun konnten, ausser staunen. Alle, bis auf Tino Eckner, der den Abpraller aufnahm und mit einem genüsslichen Schmatzen zum 3:0 einlochte. Schach und Matt. 

Coach Lotte rannte auf Eckner zu, als wäre er die erste Frau in seinem Leben die zugestimmt hat mit ihm die Freuden der körperlichen Liebe zu teilen. Das 3:0 ließ jeden, der den Weg in die Sendenhorster Arena fand, glauben, dass die Eintracht das Ding hier tatsächlich gewinnt. Und Yippi Yah Yeah Schweinebacke – das tat sie auch! Selbst der sagenumwobene  „Zeh der Nation“ hielt durch. 

Am Ende war es bei der Eintracht so wie bei John McLane. Entgegen aller Erwartungen haben wir die schweren Jungs hopps genommen und spazieren blutverschmiert und müde lächelnd dem Sonnenaufgang entgegen, während wir die Schulterklopfer von links und rechts wohlwollend entgegen nehmen. Noch vor drei Wochen war die Abstiegsangst sehr präsent. Drei Wochen, 9:0 Tore und 9 Punkte später stirbt sie.... langsam.

 

Aufstellung:

Suntken, Jöhren, Bauer, Funken, Hölker, Peppenhorst, Keizer, Bremicker (80. Kloppenborg), Eckner, Davarovic, Dircks (25. Wagener)

 

Tore:

1:0 Dircks (Keizer)

2:0 Keizer (Eckner)

3:0 Eckner (Davarovic)

 


02.04.2017 Meisterschaftsspiel bei DJK Dyckburg

 

Ein Wochenende der Derbys liegt hinter Fußballdeutschland. Nachdem sich der BVB und S04 in einem kurzweiligen Spiel 1:1 trennten, waren alle Augen auf das Kellerduell am Stadtrand Münsters gerichtet. Eintracht Münster traf auf die ein Punkt besseren Dyckburger, die sich natürlich Zuhause profilieren wollten, um den Abstand zum Nachbarn vom Pleistermühlenweg zu vergrößern. Die Personalsituation war vor dem Spiel klar: Jöhren, Brannekemper, Balster, F. und D. Zellien sowie F. Hölker standen Coach Lotte nicht zur Verfügung. Auch die Spieler aus der 4. Gregor und Keizer, die sich in der Vorwoche stark präsentierten, waren nicht zugegen. Dafür standen mit Davarovic und Peppenhorst zwei gute Alternativen auf dem Feld. Für Flocke Hölker verteidigte Winterneuzugang Funken zum ersten Mal von Beginn an.

Was konnten die zahlreichen Zuschauer also im Vorfeld der Partie erwarten? Die gleichen Rahmenbedingungen wie an den Abenden, an denen Präsident Heinz Flamenco-Musik nach dem Tatort auflegt und seine Babsi zum Tanz auffordert: Es sollte feurig werden!

Die Hausherren ließen dabei eine klare Marschroute erkennen. „Torerfolg mit allen Mitteln und aus allen Lagen“. Dies ließen die Schüsse aus der zweiten, dritten und vierten Reihe vermuten, die allerdings wenig Gefahr für das Tor der Gäste brachten. Im Gegenteil, die Offensive um Top-Torjäger Golla zerschellte an der Fünferkette der Eintracht, wie Kartoffelchips an den Backenzähnen von Basti Dircks. Selbst zwei Freistöße aus aussichtsreicher Position nutzen die Dyckburger nicht, um auch nur ansatzweise ein Zittern bei den Jungs von der Werse zu erzeugen. Dabei war auf dem Platz zwischen Birken und Nadelbäumen kein gepflegtes Passspiel möglich, wie es die offensiven Jungs der Eintracht so lieben und durch den heimischen Kunstrasen gewohnt waren. Die schnellen Gegenstöße aus sicherer Abwehr hinaus, versiegten daher oft an den Ungenauigkeiten, die der Platz nach sich zog. Darum entwickelte sich ein Abnutzungskampf auf dem Rasen, der zum Charaktertest wurde.

Die Blau-Weißen legten sich dabei noch stärker ins Zeug, als Luke Wettwer, wenn er sich in eine Skinny-Jeans hineinzwängen will.

Die erste Chance hatte dann tatsächlich der Kartoffelchipsliebhaber Dircks, der im 16er der Dyckburger auftauchte und den Ball aus halbrechter Position aufs kurze Eck drosch. Hier hatte allerdings der Torhüter der Gastgeber noch den ein oder anderen Mittelfinger dazwischen. Zehn Minuten später machte es der umtriebige Spielmacher besser. Eine wunderbare flache Hereingabe von Eckner, der bis dato durch eine klassische Dreierdeckung aus dem Spiel genommen wurde, fand Dircks auf höhe des Fünfers und der ließ sich nicht lang bitten und netzte in Minute 35. zur verdienten Führung für die Eintracht ein. Bis zur Pause geschah dann verhältnismäßig wenig. Dyckburg war zwar bemüht, konnte jedoch weiterhin nicht gefährlich werden.

Nach dem Pausentee ging es genauso weiter wie in Hälfte eins. Dyckburg probierte viel. Allerdings misslang den in schwarz-weiß gekleideten Spielern auch durch die Bank weg sehr wenig. Zumindest in den ersten 15 Minuten. Es war ein wenig so, als hätte man elf Kunststudenten ohne Hände vor sich. Sie wollten das Bild vom Sieg malen, aber den bemitleidenswerten Gestalten gelang nicht ein Pinselstrich. Aber auch die Angriffsbemühungen der Eintracht führten nicht in die gefährliche Zone, was sicherlich auch daran lag, dass die Außenverteidiger Lauge Wettwer und C. Haefner aufgrund des Vorsprungs zu mehr Defensivarbeit verdonnert wurden. Die Seiten waren also dich. Aber was war eigentlich mit 20 Tore Stürmer Golla im Diensten der Gastgeber? Der wurde von Lukas „Blutegel“ Funken auf Schritt und Tritt verfolgt, wie Prinzessin Diana seinerzeit von englischen Paparazzi. Bis auf eine Chance aus ca. 16 Metern, die selbstredend daneben ging, konnte er daher keine Torgefahr entwickeln.

Nur einmal drohte der Schließmuskel von Coach Lotte zu versagen. Nach einem abgefälschten Ball drang der Außenspieler der Dyckburger tiefer in den 16er ein, als ein afrikanischer Callboy in den Unterleib einer betagten weißen Frau. Doch der Schuss ders freistehenden Flügelspielers landete lediglich an der Latte. Spätestens jetzt war allen Eintrachtern klar, dass hier noch was passieren konnte. Allerdings musste Dyckburg dafür auch die defensive Grundordnung aufgeben.

Und was hofft jeder, wenn die Party zu enden droht, weil das Bier ausgeht? Dass der kleine Kumpel, der bis jetzt noch nicht aufgetaucht ist, plötzlich zur Tür hineinkommt und herzlich lachend zwei Kisten Bier in den Händen hält. Genau das passierte ab der 81. Minute, als Tino Eckner nach seiner Vorlage in der 1. Halbzeit wieder in Erscheinung trat. Die erste Kiste legte er nach Vorlage vom eingewechselten Schmiedeshoff nach einem blitzsauberen Konter ins lange rechte Eck am Torwart vorbei. Die Zweite nur 8 Minuten später per Lupfer aus 30 Metern in den Knick. Die Vorlage hatte der eingewechselte Kloppenborg geleistet. Forscher hätten nicht schlecht gestaunt, denn anatomisch kann die Höhe der Mundwinkel aller Beteiligten sicher als biologisches Wunder bezeichnet werden.

Nach dem Abpfiff wurden schnell die Gründe für die makellose Bilanz aus den letzen beiden Spielen gesucht. 6:0 Tore. 6:0 Punkte und eine Gemeinsamkeit: T. Jöhren säuft während der Spiele frisch gezapftes Pils auf irgendeinem Berg. Möge er niemals aufhören zu trinken!

 

Tore:

1:0 Dircks (Eckner)

2:0 Eckner (Schmiedeshoff)

3:0 Eckner (Kloppenborg)

 

Aufstellung:

Sunktken, Lauge Wettwer, Funken, Gehling, Haefner (65. Schmiedeshoff), Lukas Wettwer, Goßling, Peppenhorst, Eckner (90. Thiem), Davarovic, Dircks (75. Kloppenborg)

 

 

 


26.03. 2017 Meisterschaftsspiel bei SC Müssingen

 

Das mit den Spiralen ist so eine Sache. Frauen nutzen sie zum Zwecke der Verhütung. Das wars. Ein eindeutiger Nutzen. Bei Männern ist das ein wenig anders. Die Spirale ist vielschichtiger. Zwischen den starken Männern der Nationen, dient die Rüstungsspirale beispielsweise dazu, um die Muskeln spielen zu lassen. Präsident Heinz freut sich andererseits jedesmal darüber, wenn es diese knusprigen Kartoffelspiralen statt Pommes bei McDonalds gibt. Im Fußball gibt es dann noch die sogenannte Negativspirale, die eine Serie von vielen Niederlagen in Folge beschreibt. Mit solch einer Spirale schlugen sich vor dem Spiel die beiden Kontrahenten SC Müssingen und Eintracht Münster herum. In den Tippbüros rund um Münster gab es sogar eine 3,04 Quote auf „Niederlage für beide Mannschaften“. Ja, irgendwie war hier alles möglich – aber eines war klar: Dem Verlierer der Partie drohte tabellarisches Ungemach. Die Vorraussetzungen für den Gast aus Münster waren dabei alles andere als optimal. Die funktionierende Fünferkette musste auf Tobias „Jölle“ Jöhren verzichten, der als letzter Mann in etwa die Bedeutung hatte, wie der Eigendarm einer Mettwurst. Ohne ihn musste Luke Wettwer das gewürzte Schweinemett zusammenhalten. Schon früh in der Partie war klar, dass er genau der richtige Mann für diesen Job ist. Und das nicht nur, weil er gewürztes Schweinemett auch privat „sehr attraktiv“ findet.

Zusätzlich musste die Eintracht auch auf weitere Leistungsträger verzichten, die noch nicht vom Sog der 1. Mannschaft nach oben gespült wurden. Stefan Thiem hatte sich im Spiel gegen Telgte früh verletzt. Mirza Davarovic musste mit einer Gelbsperre passen und Fabi Zellien fällt auch weiterhin mit einer chronischen Erkältung aus. Immerhin: Felix Balster widmet sich dem fußballerischen Nachwuchs und produziert fleißig kleine Innenverteidiger. Das es dieses Mal ein Mädchen wurde ist natürlich Künstlerpech.

 

Mit Gehling und Brannekemper durfte Coach Lotte sogar zwei Spieler einsetzen, die eigentlich schon abgesagt hatten und aufgrund der angespannten Personalsituation ihre Termine verlegten. Dazu konnte man sich schon im Vorfeld bei der 4. Mannschaft bedanken, die zwei Eckpfeiler des Teams auf Flehen und Bitten von Lotte in die 2. Mannschaft gaben. Dies war ein Segen, wie sich später herausstellte.

Nach dem negativen Erlebnis bei positiver Leistung am letzten Wochenende gegen Telgte, wo man 70 Minuten führte und dann doch noch verlor, appellierte Coach Lotte ans Kämpferherz der 15 Jungs. Sah man in die Augen der Mannen von der Werse, war klar, dass alle gewillt waren den Bock umzustoßen. Dass nicht nur Böcke, sondern auch der ein oder andere Spieler an diesem Sonntag umfielen, war allerdings dem müssingener Rasenplatz geschuldet, der wohl mehr Maulwürfe beherbergt, als die Ortschaft im Kreis Warendorf Einwohner. Mitte der 2. Halbzeit machte Basti Dircks die Bekanntschaft mit einem der aufgeschütteten Hügel auf dem Feld. Er ging zu Boden, als ob Ihn der Forstwirt vom angrenzenden Waldstück mit einer Ladung Schrot in den Rücken getroffen hätte. Zum Glück hielten die Bänder und er konnte weitermachen. Apropos Dircks. Der Mann mit der 10 auf dem Rücken war es auch, der die Gäste in Führung brachte. In der 34. Minute schraubte er sich nach einer Gossling Ecke hoch wie... ja wie eine frisch eingeführte Spirale und wuchtete den Ball mit seinem spärlich behaarten Schädel in die Maschen. Spätestens jetzt war allen klar, warum Dircks von Freunden „Umberto Urgewalt“ genannt wird.

Vor und nach dem Führungstreffer hatte die Eintracht weitere Treffer auf dem Fuß. Allen voran Stürmer Eckner, der in diesem Spiel wohl in seiner ganz persönlichen Spirale gefangen war. Der junge Mann – treffsicherste Eintrachter seit Jan Age Fjörtoff – erlief sich Chance um Chance und scheiterte zu häufig für sein Selbstverständnis als Tormaschine. Doch für die Sperrspitzer der Eintrachter Offensive sei an dieser Stelle eine Lanze gebrochen. Denn er lief und lief und sprintete und rannte, als ob es kein Morgen gäbe. Dass dann die letzte Konzentration im Abschluss fehlt, gereicht natürlich nicht zum Vorwurf.

Doch diese Eigenschaften, die alle unter dem Oberbegriff „Aufopferung“ zusammengefasst werden können, konnte man an diesem sonnendurchfluteten Sonntag bei allen Spieler der blau-weißen erkennen.

Jeder Sprint und jeder Zweikampf wurde mit Verbissenheit und Konzentration geführt, sodass Müssingen im ersten Durchgang zu keiner auch nur annähernd erwähnenswerten Torchance kam. Vor allem in der defensiven Zentrale gefielen Matthias „Matze“ Gregor und Tobi Gossling, die die Löcher zuliefen und Angriffe initiierten.

Auch Dircks und Jan „Jay“ Keizer erliefen Ball um Ball und machten ein starkes Spiel auf beiden offensiven Außenbahnen. Generell kann man sagen, dass die Mannschaftsleistung so geschlossen war, wie Präsident Heinz' Lieblings-Asiate nachdem die Stadt wieder zur Hygiene-Kontrolle da war. Selbst Andre Gehling – optisch weit über 40 – antizipierte Bälle wie ein Jungspund Mitte 20 und erstickte die Bemühungen Müssingens dadurch im Keim.

Doch die ganze Lobhudelei hätte auch durchaus anders ausfallen können, wenn sich die Eintracht Anfang der 2. Halbzeit ein Gegentor gefangen hätte. Zu dem Zeitpunkt kamen die Gastgeber nämlich mit so viel Schaum vorm Mund aus der Kabine, dass man dachte, sie hätten in der Pause statt an Wasserflaschen an Sprühsahnedosen genuckelt. Doch die kurze Drangperiode überstanden die Jungs aus Mauritz unbeschadet und schlugen dann in der 60. Minute zu. Der Mann aus der 4. – Jay Keizer – war es, der den längst überfälligen Sargnagel für die Müssingener Elf höchstpersönlich einhämmerte. Nachdem Dircks bei ein Dribbling abbrechen musste, passte er zurück auf den eingewechselten Schmideshoff. Dieser behielt den Überblick und schob den Ball zu Laufwunder Keizer. Der fand sich plötzlich auf der rechten Seite wieder und forderte das Leder durch beinahe telepatische Verbindung, wie Schmiedeshoff nacher bestätigen sollte. Nachdem er das Spielgerät bekam, reichte eine Körpertäuschung um die Kugel auf den starken Linken zu legen. Der Schuss, der dann folgte, zaubert jedem, der es mit der Eintracht hält, selbst an verregneten Tagen ein Lächeln ins Gesicht. Die Pille beförderte er zärtlicher an die Stange, als ein Poledance-Girl. Innenpfosten. Drin!

Dem nicht genug, gelang es Eckner nur sieben Minuten später den Kampf mit der Spirale doch noch zu einem Happy End zu bringen. Einen Freistoß von Gossling setzte der quirlige Stürmer instinktiv nach und knusperte den Abpraller des Torhüters an selbigem vorbei zur mehr als standesgemäßen 3:0 Führung. Auf den Rängen lagen sich Tömme Königshausen und Coach Lotte siegestrunken in den Armen. Die Eintracht hatte das Gefühl des Sieges wiedergefunden. Und es war gut. Wer weiß, vielleicht wirbelt die Spirale jetzt mal in die andere Richtung. Gegen Dyckburg kann und muss diese Einstellung und diese Bereitschaft zum Kampf genauso an den Tag gelegt werden, wie im Spiel gegen den SC Müssingen. Denn das ist der einzige Weg raus aus dem Tabellenkeller.

 

PS: Wie anstrengend und intensiv das Spiel war zeigte sich auch bei „Bränni“ Brannekemper. Obwohl er „voll im Saft“ steht, machten ihm Kreislaufprobleme zu schaffen und er musste sich nach Abpfiff ca. 10 Minuten im Schatten behandeln lassen. In Relation zu den 5 Minuten Spielzeit eine absolut angemessene Abnutzungserscheinung.

 

Tore:

1:0 Dircks (Gossling)

2:0 Keizer (Dircks)

3:0 Eckner (Gossling)

 

Aufstellung:

Suntken, Lauge Wettwer, Gehling, Haefner (75. Funken), F. Hölker, Luke Wettwer, Gregor, Gossling (45. Schmiedeshoff), Eckner, Dircks (85. Brannekemper), Keizer

 

 

 


19.03. 2017 Meisterschaftsspiel gegen SG Telgte II

 

Über drei Gegentore pro Spiel kassiert die Eintracht im Schnitt. Ähnlich wie im Lieblingsrestaurant von Präsident Heinz, wo man zur Vorspeise einen 3/4 Schmorrbraten serviert bekommt, ist auch das zu viel des Guten! Darum ließ Coach Lotte unter der Woche den „Riegel“ einstudieren. Gemeint war nicht etwa das Verspeisen von Mars, Snickers und Twix (wobei sich bei dieser Aufgabe Luke Wettwer sicher mit gierigem Blick gemeldet hätte), sondern eine handfeste 5er-Kette. 

Die sollte für mehr Sicherheit sorgen und vor allem die durchgesteckten Bälle vermeiden, die der Eintracht in jüngster Vergangenheit zum Verhängnis wurden. Rohrspatz Tobias „Jölle“ Jöhren kam in diesem System die Rolle des zentralen Mannes zu. 

Im Mittelpunkt des Geschehens stand allerdings zu Beginn der Partie ein ganz anderer. Tino Eckner, seines Zeichen Torjäger vom Dienst mit einstweiligen Ladehemmungen, brachte die Hausherren durch einen platzierten Schuss schon in der 2. Minute in Führung! Passgeber Thiem sah die Lücke in der Telgter Abwehr und spielte einen Pass, so wohltemperiert, wie das Körnerkissen seiner Liebsten. Im Gegensatz dazu vollstreckte Eckner kühl wie ein frisches Fischstäbchen in das von ihm aus gesehen linke untere Eck. Die Effektivität mit der ersten Chance auch das erste Tor zu erzielen machte Fans und Verantwortliche an der Seitenlinie froh, benötigte man doch sonst wesentlich mehr Chancen.

Aus dieser Führung heraus spielte sich die Taktik, die die Eintracht vor dem Spiel gewählt hatte noch weitaus besser. Und tatsächlich: Telgte kam nicht zu einer einzigen Chance im Verlauf der ersten Halbzeit. Wieder und wieder rannten, spielten und dribbelten sich die Gäste vor die eintrachter Wand. Es war kein Durchkommen in Sicht. Dies lag nicht nur an den Akteuren in der 5er Kette, sondern am gesamten Mannschaftsverbund, die diszipliniert die Taktik umsetzten, die noch neu und ungewohnt war.

Kurz vor Ende der ersten Halbzeit pfiff der Schiedsrichter einen Freistoß in aussichtsreicher Position zugunsten der Telgter. Dauerkämpfer Marco Peppenhorst hatte sich den Ball in die Mitte gelegt und wurde so in einen Zweikampf mit einem Spieler der Gäste verstrickt. Ein Einsteigen, dass auch gut und gerne als Offensivfoul ausgelegt hätte werden können. Den fälligen Freistoß verwandelte Björn Busch mit feinem Fuß. Ein herber Rückschlag für die Blau-Weißen kurz vor dem Pausentee.

Doch offensichtlich wurden in der Kabine die richtigen Worte gefunden. Nach Wiederanpfiff war es erneut Eckner, der den Ball mit einem sehenswerten Schlenzer in den linken Winkel streichelte. Diesem vielumjubelten Treffer ging ein Sololauf zum mit der Zunge schnalzen von Dircks voraus, der den Ball behauptete und mit Bravour auf den besser postierten Eckner legte.

Das was sich nun einstellte nennt man im Fußballfachjargon wohl „Rückenwind“, denn die Eintracht kreierte mehrere handfeste Chancen. Das diese mal wieder nicht zur Vorentscheidung genutzt wurden, ist überflüssig zu erwähnen. Denn wenn das so wäre, stünde die Eintracht in der Tabelle ganz woanders.

Wer aber die Tabelle kennt, der weiß wo die Eintracht steht und wie sich auch die Geschichte dieses Spiels in den letzten 15 Minuten drehen sollte. Die bis dahin bemühten Telgte, die sicherlich mehr Spielanteile aber wenig Ideen hatten, rieben sich ein ums andere Mal an der starken Defensive auf. Nach einem weiteren dieser brotlosen Versuche, landete der Ball bei Keeper Broeckmann, der einen seiner langen Abstöße durchführen wollte. Im Moment des Abschlages allerdings ertönte ein schriller Pfiff. Der Schiedsrichter beschuldigte Broeckmann einen Schritt zu weit aus seinem 16er getreten zu sein. Eine Beobachtung, die die gesamte Partie verändern sollte. Der Schütze des Ausgleichs Björn Busch trat mit einem Glänzen in den Augen zum Ball und schepperte Selbigen nach kurzer Berührung durch einen Mitspieler in die Maschen.

Mit Zornesröte im Gesicht schob T. Jöhren nun weiter vor, um Offensiv den einen oder anderen Akzent für ein Siegtor zu setzen. Mehr als 1-2 Halbchancen sollten dabei nicht mehr herausspringen. Das i-Tüpfelchen auf einen rabenschwarze Sonntag geschah in der 88. Minute, als Lauge Wettwer über einen Ball säbelte, der von den Telgtern recht ungefährlich halbhoch in die Mitte gespielt wurde. Der eingewechselte Lasse Rickert stand nach diesem Fauxpas goldrichtig und schob kurz vor dem Ende ein. Damit besiegelte er den erdrutschartigen Abstieg der Eintracht in die rote Zone der Tabelle.

 

Anders als in der Vorwoche gegen Freckenhorst, das noch nicht einmal einen Spielbericht verdiente, stimmte sowohl Einstellung als auch taktische Disziplin in der Truppe der Hausherren. Und da die Mentalität schon immer eine große Stärke der Zweitvertretung war, glaubt auch jeder Einzelne noch an den Klassenerhalt. Mit solchen Leistungen wie an diesem Sonntag lässt sich das Glück auch über kurz oder lang erzwingen. Nach Möglichkeit eher über kurz. Nach Möglichkeit schon beim Auswärtsspiel gegen Müssing!

 

 

Tore:

1:0 Eckner (Thiem)

1:1 Busch

2:1 Eckner (Dircks)

2:2 Busch

2:3 Rickert

 

Aufstellung:

Broeckmann, Lauge Wettwer, Luke Wettwer, T. Jöhren, R. Herholz, Haefner, Goßling (65. Gehling), Peppenhorst, Davarovic, Eckner, Thiem (25. Dircks) (72. Brannekemper)


12.03. Meisterschaftspiel in TuS Freckenhorst II

 

Ganz mieses Spiel! 

 

Tore:

1:2 Dircks


05.03. 2017 Meisterschaftsspiel gegen FC Greffen

 

Wenn der Hahn früh Morgens kräht und der Bäcker in Mauritz kurz zusammenzuckt, wenn Präsident Heinz seiner Morgentoilette nachgeht, dann ist bestes Fußballwetter an der Werse. Es hätte alles so schön werden können, wäre  an diesem herrlichen Sonntag nicht der Tabellendritte aus Greffen zu Gast gewesen. So begab es sich, dass die Eintracht sich mit der zweitbeste Defensive der Liga herumschlagen musste. Für die Truppe um Stürmer Eckner gestaltete sich das ähnlich unknackbar, wie 200 Kokosnüsse mit Hilfe von Handkantenschlägen zu öffnen.

Dabei fing die Eintracht wirklich gut an. Ließ den Ball auch in Abwesenheit des nominellen Spielmachers Jöhren zirkulieren. Und schöpfte enorme Ballsicherheit aus gelungenen Aktionen. Diese Phase hielt bis zur 4. Minute, als der filigrane Ballkünstler Luke Wettwer zum Dribbling gegen drei Gegenspieler ansetzte und so grandios scheiterte, wie Menderez Jahr für Jahr an der DSDS-Jury um Dieter Bohlen. Die besagten drei Gegenspieler freuten sich darüber, denn da Luke Wettwer Innenverteidiger ist, ging es so mit 3 zu 1 Überzahl auf das Tor. Somit liefen die blau-weißen bereits nach wenigen Sekunden einem Rückstand hinterher.

Aber auch nach dem unglücklichen Gegentor verzeichneten die Gäste mehr Ballbesitz und gelungene Kombinationen. Doch ein ums andere Mal stellte sich Innenverteidiger Johanndeiter als der verhängnisvolle Eisberg heraus, dem auch die Titanic zum Opfer gefallen sein musste. 

In der ersten Halbzeit verzeichnete die Eintracht lediglich zwei nennenswerte Chancen. Einmal setzte sich Nosthoff in gewohnt robuster Manier auf der linken Seite durch und flankte punktgenau auf Eckner. Der Stürmer konnte in der Situation aber nur mit dem schwächeren linken Fuß dienen und vergab die Ausgleichschance. Eine weitere aussichtsreiche Gelegenheit ließ Dircks verstreichen, als er sich den Ball erkämpfte. Aufs Tor zuging, den Ball zurückzog, einen Gegner aussteigen ließ, nochmal zurückzog, eine Pirouette versuchte, nochmal zurückzog und dann kraftlos mit dem Ball am Fuß zusammenbrach. 

Von Greffen kam in Hälfte eins wenig Nennenswertes, wenn man den traumhaften Schuss von rechts ans linke Kreuzeck des Tores mal außer Acht lässt. Zudem hatte die Eintracht in einer weiteren Szene Glück, als Flocke Hölker als letzter Mann seinen Gegenspieler von hinten abgrätschte. Hier war der ansonsten sehr aufmerksame und gute Schiedsrichter nicht richtig postiert. Ansonsten hätte sich Hölker über einen roten Karton, den er sonst nur zum verpacken von Valentinstagspralinen kennt, nicht beschweren dürfen.

So ging die Heimmannschaft mit dem Mut in die Pause ein 0:1 Rückstand doch noch in ein positives Ergebnis zu drehen. Doch manchmal kommt es eben anders. Und immer als man denkt. Kurz nach Wiederanpfiff war es der bis dahin extrem passstarke und taktisch einwandfreie Phillip Zellien, der einen Ball im Aufbauspiel verlor. Wieder ging es in Überzahl gegen den machtlosen Torwart Onno Suntken. Tor.

Das 0:2 war angesichts der enorm starken Defensivleistung der Gäste eine Vorentscheidung. Denn in Hälfte zwei konnte sich die Eintracht bis auf einen Schuss aus kurzer Distanz von Lauge Wettwer nichts mehr herausarbeiten. Das 0:3 handelte sich die Eintracht nach einem weiteren Konter ein, als Severin Pieper seine dürren Fingerchen nicht vom Gegenspieler lassen konnte. Da die Grapscherei nicht in der erogenen Zone seiner Freundin, sondern im 16er stattfand, gab es folgerichtig keinen „DVD-Abend“ sondern einen Elfmeter zur endgültigen Entscheidung.

Kurz vor dem Schlusspfiff hatte erneut Dircks den Ehrentreffer auf dem Schlappen, doch er suchte sich keine der beiden freien Ecken aus, sondern zimmerte die Pille auf den mittig postierten Torwart.

Die Erkenntnis aus diesem Spiel: Mal wieder werden Fehler weitaus konsequenter bestraft als noch zu C-Liga Zeiten und wenn man vorne keine Dinger schießt, dann bist du eh gelackmeiert. Sei's drum. Zum Training am Dienstag bringt Coach Lotte extragroße Taschentücher mit. Damit sich jeder den Mund abputzen kann und weitermacht. Denn in den nächsten Wochen warten auf die Eintracht nicht weniger als saisonentscheidende Spiele gegen direkte Konkurrenten.

 

Tore:

0:1 Leismann

0:2 Leismann

0:3 Haffke

 

Aufstellung:

Suntken, Lauge Wettwer, F. Hölker, Schlüter,  Luke Wettwer (45. Balster), P. Zellien (60. Peppenhorst), Nosthoff, Davarovic, , Eckner (80. Goßling), Pieper, Dircks 

 

 

 


18.02.2017 Meisterschaftsspiel bei DJK Alverskirchen

 

Schon am Samstag fand das erste Meisterschaftsspiel des Jahres 2017 für die Eintracht auf dem Kunstrasen in Alverskirchen statt. Ein Grund zur Freude. Denn damit Alverskirchen geschlossen auf einer Karnevalsparty ins Glas schauen kann, willigte Trainer Lotte ein, dass Spiel gerne vorzuziehen. Ein gute Idee? Mitnichten! Denn damit die ursprüngliche Ausgangslage wiederhergestellt wurde, verbrachten sieben Spieler der eigenen Mannschaft den Freitagabend beim feucht-fröhlichen Kegeln und becherten bis in die Morgenstunden.

 

Zugegeben: das merkte man den Jungs erstmal nicht an. Denn die Eintracht erwischte einen schnelleren Start, als Präsident Heinz bei der Eröffnung des Abendbuffets in seinem Stamm-All-Inklusive-Hotel in Ägypten. Tobias Goßling ergatterte den Ball auf rechts außen, zog nach Innen und spielte einen höchst sehenswerten Lupf-Pass auf Tino Eckner. Der ließ sich nicht lange bitten und vollendete zum frühen 1:0 in der 10 Minute. Bis dahin waren die Blau-Weißen auch die bessere Mannschaft. Doch das sollte sich schnell ändern. Alverskirchen lockte den Gast in die eigene Hälfte, warteten auf einen der zahlreichen Fehlpässe und fuhren dann blitzschnelle und blitzsaubere Konter. Die wusste der Defensivverbund um die Wettwer-Brüder nicht zu verhindern. 

Durch Krankheit von Fabi Zellien kam auf der sechs Yannick Bußmann zum Einsatz, der sonst in der dritten Mannschaft seine Kreise zieht. Durch die fehlende Abstimmung mit seinen Vorder- und Hinterleuten entstanden große Löcher, in die die Alverskirchener hineinzustoßen wussten. Zwei dieser Gegenstöße über die linke Seite der Eintracht führten dann auch zu recht schnellen Gegentreffern. Das Rezept war einfach: Ball in die Mitte, direkte Weiterleitung auf „Jüüüüürgeeen“ und der nahm Lauge Wettwer auf 10 Metern 5 ab. Danach Flachpass in den Rückraum und Jubel auf Seiten der Rot-Weißen. Ein 65-jähriger Alverskirchener Zaungast bemerkte: „ Das geht ja leichter als im schwarzen Schaf ne Alte abzuschleppen!“ Recht hat er!

Das dritte Gegentor innerhalb von 20 Minuten fingen sich die Mannen von Coach Lotte nach Abstimmungsproblemen in der Abwehr. Hier musste D. Zellien kurzfristig durch Onno Suntken ersetzt werden. Der machte keine klare Ansage und der unzureichend geklärte Ball landete über Umwege bei einem Alverskirchener, der sträflich frei stand.

In dieser und auch in anderen Situationen wurde klar, dass der Abgang von Matthias Lührmann eine schmerzende Lücke hinterlässt. Dieser verstärkt zusammen mit Kapitän Funke und Mittelfeldmotor Lehmann die erste Mannschaft.

Nichtsdestotrotz keimte kurz vor der Pause noch ein wenig Hoffnung auf, als der bis dahin glücklose Dircks sich klasse durchsetze und den mitlaufenden Davarovic bediente. Dieser schob zum Anschlusstreffer ein.

Doch dieser kleine, verletzliche Keim wurde in der 50 Minute boshaft zertrampelt. Luke Wettwer hat anscheinend am Freitag „richtig gutes Zeug“ zu sich genommen. Denn er spielte einen uninspirierten Flachpass als letzter Mann in den Lauf des Gegners. 

Wenn er da gesehen hat, oder was er da vor hatte weiß nur der Whiskey Sour, von dem Wettwer so schwärmt. Wie auch immer - die Entscheidung des Spiels, ließ sich der Stürmer nicht nehmen, der am machtlosen Suntken vorbei ins Netz traf.

Nach dem 4:2 hatte die Eintracht wahrlich noch sehr gute Einschusschancen, aber auch Tino Eckner erwischte eher so einen Sauermilch-, als einen Sahnetag und so fielen zwangsläufig noch die Gegentreffer 5 und 6, da die mannschaftliche Abwehrleistung und Arbeit gegen den Ball an diesem Tag einfach nicht ligawürdig war. Das der Denkzettel an diesem Samstag saftiger war als ne Flasche Valensina, dürfte jedem Beteiligtem klar gewesen sein. Für den Kampf um den Klassenerhalt sind ab sofort alle Kräfte gefordert. Die sollte man dann wohl besser nicht alle in der Nacht vorher in den hemmungslosen Alkoholkonsum stecken.

Wie auch immer – eines ist sicher: Die Alverkirchener Mannschaft hatte einen festlichen Samstag-Abend!

 

 

Tore:

1:0 Eckner (Gossling)

2:3 Davarovic (Dircks)

 

Aufstellung:

Suntken, Lauge Wettwer, F. Hölker, R. Herholz,  Luke Wettwer (55. Thiem), Bußmann, Davarovic, Goßling, Eckner, T. Jöhren, Dircks (45. Balster)

 


11.12.2016 Meisterschaftsspiel gegen DJK SV Mauritz II

 

Mit dem letzten Spiel vor der Winterpause ist das immer so eine Sache. Irgendwie ist der Geist willig, aber der Körper ist im Schoko-Weihnachtsmann-Modus und dementsprechend schwach. Diese Schwäche forderten an diesem Sonntag prominente Opfer: Fabi Zellien, Felix Balster, Basti Dircks, Bränni Brannekemper, Lühri Lührmann, Niko Vogenauern und Domi Zellien schlugen sich mit Erkältungen oder Verletzungen herum. Tobi Lehmann (gelb-rot gesperrt), die Leusmann-Zwillinge (Trallafitti) und Flocke Hölker (Urlaub) komplettierten die Riege der nicht einsatzfähigen Spieler.

Was also tun, wenn einem quantitativ eine komplette Mannschaft nicht zur Verfügung steht? Finger an die Nase. Ein Nasenloch zudrücken. Das andere mit Schwung auf den Gehweg entleeren und die ersten 14 Menschen auf die Taktiktafel kritzeln, die einem in den Sinn kommen. Diese – in der Vergangenheit schon oft erfolgreiche Herangehensweise – spülte einige Spieler auf das Feld, die aufgrund der zurückliegenden Weihnachtsfeierlichkeiten im Bett besser aufgestellt gewesen wären. Fabian Funke und Lauge Wettwer zum Beispiel, waren erst seit einer Woche wieder im Mannschaftstraining. Oder auch Luke Wettwer, der wohl noch am Morgen „Schwamm“ gespielt hatte, denn sein Gesicht war so aufgequollen wie nach einer Kopfnuss in ein Wespennest. Er bildete die Innenverteidigung mit F. Jöhren, der diese Position bisher nur vom Hörensagen kannte. Im Sturm bot die Zweitvertretung der Eintracht Niklas Eilmann auf, der nach eigener Aussage „einen extrem heftigen Samstagabend mit allerlei Schnicki-Schnacki“ hinter sich hatte. Er machte übrigens auch sein letztes Spiel für die Eintracht und sucht sich zum Bedauern der Mannschaft eine neue Herausforderung. Dazu gesellte sich auf der rechten Außenbahn Tim Schmiedeshoff, der aufgrund seiner Erkältung in Sibirien als Einheimischer durchgegangen wäre. Naja, Finger ans andere Nasenloch und den Inhalt mit Karacho im Gebüsch entleeren, damit Präsident Heinz nicht wieder meckert wer die Schweinerei denn wohl vom Gehweg wegmachen soll. Es ging also los!

Und die Eintracht begann nach fünf Minuten echten Spielwitz zu entfachen. Tobi Jöhren, der übrigens auch erkältet war (was man aber nicht merkte, da die Nasalität seiner Stimme längst zu einem sprachlichen Stilmittel geworden ist), entfaltete in der Mitte seine spielerische Brillanz und umkurvte drei Gegenspieler in feinster Bierdeckelmanier. Sein anschließender Flachpass auf den einlaufenden Mirza Davorovic genoss das Prädikat traumhaft und mündete in einem feinen Außenrisst-Schuss des quirligen Linksaußen. 1:0 nach acht Minuten für die Eintracht, die bis zu diesem Zeitpunkt alle auf dem heimischen Kunstrasenplatz ausgetragenen Heimspiele gewinnen konnte. Mit diesem Erfolgserlebnis entwickelte die Eintracht mit zunehmender Dauer des Spiels eine gute Kontrolle, die in Halbzeit eins allerdings zu keinem weiteren Torerfolg umgemünzt werden konnte, obwohl die Chancen dazu durchaus bestanden. Auf der Gegenseite wurde Mauritz durch Nadelstiche dann und wann gefährlicher, wenn die zusammengewürfelte Viererkette die Ordnung verlor. Denn in einigen Situationen ließ sich Linksverteidiger Haefner vom ballführenden Spieler aus seiner Grundstellung locken, dass man sich an Samson von der Rettungstruppe erinnert fühlte, der einem Stück Käse nicht widerstehen kann. In den letzten zehn Minuten vor der Pause überließ man so das Heft des Handelns den Gästen, die zum Glück keinen Nutzen aus der zunehmenden Konfusion in der Hintermannschaft ziehen konnten.

In der Halbzeitpause wurde die Ansprache von Coach Lotte durch wütendes Zetern von Präsident Heinz gestört, der sich darüber echauffierte, wer denn die Frechheit besaß seine frisch gepflanzten Rhododendron-Büsche mit schleimigen Naseninhalt zu besudeln. Darüber hinaus war die Mannschaft gewillt wieder mehr Kontrolle in das Spiel zu bringen, waren die Aktionen vor der Halbzeit doch von eher weniger spielerischer Klasse geprägt.

Gesagt getan. In den ersten Minuten nach Wiederanpfiff boten sich den Gastgeber einige gute Einschuss-Gelegenheiten, die Eilmann, Eckner, Schmiedeshoff und auch T. Jöhren nicht verwerten konnten. Die Weisheit von den Toren die man vorne nicht macht sei uns an dieser Stelle erspart. Dennoch kommt man um die Wahrheit dessen nicht umher, als Mauritz in der 67. Minute einen gut vorgetragenen Angriff durch Holtrup, den Top-Torjäger der Gäste, zum Ausgleich nutze. In den letzten 20 Minuten hatten dann Eckner und der eingewechselte Thiem die erneute Führung auf dem Fuße. Aber auch die Gäste aus Mauritz erhöhten die Schlagzahl und brachten die Defensive oftmals in Bedrängnis. So ist es Leihkeeper Knop zu verdanken, dass nicht das Undenkbare geschah und die Eintracht sogar als Verlierer vom Platz ging. Der „Knopper“, wie ihn seine Freunde nennen, machte ein außerordentlich starkes Spiel und entlastete die Defensive oftmals mit guten Ansagen und einem hervorragenden Stellungsspiel. Ein unterhaltsames und kurzweiliges Spiel fand dadurch am Ende keinen Gewinner. So wurde der Nachbar vom Kanal mit einem Handshake verabschiedet und der gewonnene Punkt dem sich langsam füllenden Punktekonto hinzugefügt. Mit deren 18 und einem komfortablem Polster auf die Abstiegsplätze geht es jetzt in die wohlverdiente Winterpause. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle beteiligten Spieler, die mit ihrem großen Einsatz und ihrer Motivation eine bisher erfolgreiche Amtszeit von Neu-Coach Lotte möglich machten. Erholt euch gut und holt euch die nötige Wettkampfhärte für die Rückserie beim Anschneiden der Weihnachtsgans.

 

Tore: 

1:0 Davarovic (T. Jöhren)

1:1 Holtrup

 

Aufstellung:

Knop, Gilsbach (65. Lauge Wettwer), Haefner (45. Gehling), F. Jöhren, Luke Wettwer. Funke, Schmiedeshoff (70. Thiem), Davarovic, Eckner, T. Jöhren, Eilmann

 


04.12.2016 Meisterschaftsspiel gegen IFC Warendorf e.V.

 

Mit dem falschen Versprechen Wärmepausen zu integrieren, bei denen das Spiel alle 15 Minuten vom Schiedsrichter unterbrochen wird, um sich an gasbetriebenen Heizstrahlern aufzuwärmen, konnte die Eintracht tatsächlich 15 Mann auftreiben, die sich bereit erklärten die Schuhe zu schnüren. Doch Präsident Heinz hatte am Vorabend eine Marshmallow-Party am Vereinsgelände veranstaltet, bei dem er den gesamten Gaskatuschen-Vorrat aufbrauchte. Demzufolge waren sich sowohl Gastgeber, als auch die freundlichen Gäste aus Warendorf nach einer kurzen Platzbegehung einig, dass selbst mit Wärmepausen auf dem unebenen und gefrorenen Platz kein Fußballspiel möglich ist.

Doch da haben alle Beteiligten die Rechnung ohne den sturen Schiedsrichter gemacht. Der Mann in gelb, der einen Doktortitel trägt, schien diesen wohl nicht mit einer Promotion im Gesundheitswesen erlangt zu haben. Denn er pfiff im wahrsten Sinne des Wortes auf die Gesundheit der Protagonisten und  bestand auf das Stattfinden der Partie. Neben vielen Kopfschüttlern wurde auch vereinzelnd die Zeigefinger-an-die-Stirn-Geste wahrgenommen. Doch es half alles nichts. Die Mannschaften zogen sich um und kraxelten zum Warmmachen hinüber auf den gefrorenen Acker.

Dass die Eintracht lieber geschlossen 11 grobe Würstchen am warmen Holzkohlengrill verdrückt hätte, als über die gefrosteten Halme zu schlendern, war in den ersten Minuten überdeutlich zu erkennen. Das nutzen die Gäste, die in der Anfangsphase eindeutig mehr Willen aufbrachte zum Torerfolg zu kommen als die in grün spielenden Gastgeber. Nachdem ein hoher Pass über die Viererkette niemanden aus selbiger klärungsbedürftig erschien und auch Torwart Zellien auf der Stelle trat, wie eine Figur in einem Bugs Bunny Cartoon, konnte Kardas - der Stürmer des IFC- den Ball erlaufen, ausrutschen, wieder aufstehen und ihn dann ganz gemächlich zum 0:1 aus Sicht der Eintracht in das rechte untere Eck einschieben. Dies alles geschah in der 11. Minute. Genau zehn Minuten später erhöhten die bis dahin engagiert spielende Elf aus dem Nachbarkreis auf 2:0, als die Eintracht nach einer kurzen Eckenvariante nicht auf den Posten war und sich düpieren ließ. Spielmacher Fehratovic war der Nutznießer der kollektiven Teilnahmslosigkeit und vollstreckte zum 0:2. 

Nach dieser kalten Dusche bei ebenso kalten Temperaturen vernahmen die Spieler der Eintracht einige Geräusche, die an den Balzruf eines zentralafrikanischen Brüllaffen erinnerten. Coach Lotte wies lautstark darauf hin den Winterschlaf zugunsten eines halbwegs annehmbaren Ergebnisses aufzugeben und die Gegenspieler enger zuzustellen. Dass er dabei auf und ab sprang wie das sagenumwobene HB-Männchen schien die Elf von der Werse dann doch irgendwie zu berühren. Denn zwei Minuten nach dem 0:2 kam Eilmann im 16er der Warendorfer zu Fall. Der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter, den er wohl bei genauerer Betrachtung der Zeitlupe nicht unbedingt hätte geben müssen. Tino Eckner war das gleichgültig, er netzte vom Strafpunkt aus ein und verkürzte den Abstand. Plötzlich war die Eintracht da und nahm die sibirischen Rahmenbedingungen an. Immer wieder kombinierten sich Eckner, Schmiedeshoff, Davarovic, F. Jöhren und Eilmann vor das gegnerische Tor. Letzterer war es auch, der den vielumjubelten Ausgleich erzielte, als er einen bemerkenswert schön vorgetragenen Konter mit einem Lupfer aus dem Fußgelenk über den Torwart der Warendorfer hinweg in den Kasten setzte.

Eilmann war jetzt Dreh- und Angelpunkt der eintrachter Offensivabteilung und initiierte viele Angriffe, indem er den Ball abschirmte, in Dribblings ging oder per Kopf auf Eckner verlängerte. Inmitten der Sturm- und Drangphase ließen die Gäste auch wieder was von sich sehen. Als ein Angriff über die linke Seite kurz vor der Halbzeit mit einem Schuss an den Pfosten endete. 

Zu Beginn der 2. Halbzeit gefiel der Gastgeber mit Präsenz auf dem Platz und trieben den Ball ein ums andere Mal in die gefährliche und weiterhin vereiste Zone der Warendorfer. Gleich mehrere Male hatten Eilmann, Eckner und Schmiedeshoff die Führung auf dem Fuße und vergaben sie dann aufgrund der schwierigen Platzverhältnisse und der letzten fehlenden Konzentration. Aber auch der IFC konnte sich über mangelnde Chancen nicht beschweren. Im Gegensatz zur 1. Halbzeit überzeugte D. Zellien nun auf der Linie, als er einen Schuss aus dem Winkel fischte und auch beim Herauslaufen, als er in einem 1:1 Duell mit dem Warendorfer Stürmer die Nerven behielt. Nach dem Spiel wurde ihm der offizielle Kreisliga B Arschretter-Award verliehen. Kurz vor Schluss musste die Eintracht nach einem Foul von F. Hölker an der Strafraumgrenze noch mal zittern, aber der Schütze des IFC blieb in der robusten Mauer hängen, bevor der Schiesdrichter die Pfeife betätigte, um das Spiel zu beenden. Rückblickend gilt der größte Dank dem Platz, der keine Verletzungsopfer gefordert hat. Der unverhoffte Punkt gegen eine faire Mannschaft aus Warendorf ist dagegen eine leckere grobe Belohnungswurst am warmen Grill wert und spielt der Eintracht bei der Punktehamsterei vor der Winterpause wunderbar in die Karten.

 

Tore

0:1 Kardas

0:2 Fehratovic

1:2 Eckner (Elfmeter)

2:2 Eilmann (Eckner)

 

Aufstellung

D. Zellien, Koch, F. Hölker, Balster, Luke Wettwer, F. Zellien, Davarovic, Schmiedeshoff (82. Brannekemper), Eckner, F. Jöhren (73. Funke), Eilmann


30.11.2016 Meisterschaftsspiel gegen SG DJK Dyckburg

 

Bei Temperaturen unter 0 Grad, wurden die Unkenrufe aus dem Umfeld der 2. Mannschaft laut, die eine Rasenheizung für den nagelneuen Kunstacker forderten. Das ist natürlich genauso Quatsch, wie der wöchentlich stattfindende Kommando-Pimperle-Abend von Präsident Heinz' Stammtisch-Jungs. Aber an diesem Mittwoch sollte die vor Feuereifer strotzende Truppe von Coach Lotte allen Anwesenden einheizen, die den Weg zum Derby an die Wersekampfbahn gefunden hatten. Dyckburg war zu Gast. Grund genug den Kessel anzuschmeißen und ein wenig Glühwein mit Doppelschuß anzubieten. Und tatsächlich, kaum hatten die zahlreichen Zuschauer Ihren Platz gefunden und einmal vorsichtig an dem dampfenden Gebräu genippt, da konnten sie bereits das erste Tor bestaunen. Ein mehr schlecht als recht getretener Freistoß der Gäste segelte mutterseelenallein wie die verdammte Arche Noah in den Strafraum und niemand, aber auch wirklich niemand, zeichnete dich für dessen Klärung verantwortlich. Keeper D. Zellien träumte wohl grade von einem gemütlichen Kaminabend mit heißem Grog und der neuen Staffel Gilmore Girls und Abwehrmann Balster war in Gedanken noch bei seinem Sudoku-Rätsel vom Nachmittag. Schwierigkeitsgrad mittel. Wie dem auch sei. Das 0:1 war wohl der im Fußballsport viel zitierte Weckruf für die Gastgeber, die nun das Heft des Handelns in die Hand nahmen. Als Aktivposten im vorderen Drittel zeichnete sich Leihgabe Klaus aus. Der reimte sich nämlich einige Torchancen zusammen und hätte den Ausgleich mit einer 100%igen bereits einige Minuten nach dem Führungstor der Dyckburger ausgleichen können. Dies holte er allerdings im Laufe der ersten Halbzeit nach. Und wie! Erst verwerte er eine Hereingabe des windigen T. Jöhren, der sich um seinen Gegenspieler schlängelte und wenig später setzte er zu einem Sololauf an, den er mit einem sensationellen Heber in den Winkel aus 25 Metern veredelte. Man sagt sich, dass sämtliche Mechaniker Ihre Spinde in den Werkstätten nicht mehr mit Playmates oder Schmuddelposter auslegen, sondern mit Fotos dieses einmaligen Tores. Und selbst Trainer Lotte hatte noch nie so wenig Scham, wenn sich etwas schnell erhebt und danach direkt wieder senkt, wie dieser wunderbar getretene Ball.

Doch bevor der Schiedsrichter zum Halbzeit-Jägertee pfiff, passierte noch was auf dem künstlichen Grün. T. Jöhrens mittlerer Zeh hatte sich anscheinend unterkühlt, denn er trat einen Freistoß in der eigenen Hälfte als letzter Mann direkt auf den Gegenspieler. Diese Fehljustierung seines Präzisionswerkzeugs war dabei für ihn so unverständlich, dass er stehen blieb und sich fragend am Kopf kratzte. Währenddessen schoben sich die Stürmer der Gäste, die auf und davon waren, die Kugel so zu, dass D. Zellien diesmal keine Chance hatte einzugreifen. 2:2 zur Halbzeit und Dyckburg wunderte sich, ob sie sich beim Datum vertan hatten, aufgrund der beiden selbstlosen Geschenke.

In Halbzeit zwei suchte die Eintracht vorerst nach der Dominanz vergangener Minuten und fand sie nicht so recht. Doch mit fortlaufender Spielzeit berauschten sich nicht nur die Zuschauer am vorzüglichen Glühwein, sondern auch die in blau spielenden Gastgeber. Und zwar an 100%igen Chancen. Nachdem Eckner bei einer Situation zuvor noch glücklos war, konnte er wenig später einen Pass von T. Jöhren sicher verwerten. Zu diesem Zeitpunkt hätte sich auch schon Haefner in die Torschützenliste eintragen können. Doch der über die regionalen Grenzen bekannte Chancentod scheiterte kläglich freistehend am Torwart und schob dies nach dem Spiel auf den stumpfen Platz und das Zupfen des Gegenspielers. Neben weiteren Gelegenheiten war es ein Elfmeterpfiff, der für die vermeintliche Entscheidung sorgen konnte. Doch wieder trat T. Jöhren zum Punkt und das rubbeln am mittleren Zeh nach dem Freistoß in der ersten Halbzeit half nicht wirklich. Sein Elfmeterschuss ging in etwa so in die Hose, wie frischer Durchfall nach einem scharfen mexikanischen Essen.

Es grenzte schon fast an Galgenhumor, dass T. Jöhren die Frechheit besaß auch noch einen fälligen Freistoß in der 80. Minute von halbrechts zu schießen. Doch mal wieder sahen alle Anwesenden neben dem Wahnsinn auch das Genie. Denn er servierte den zärtlich getretenen Ball tafelfertig für Stürmer Klaus, der sich in die Luft schraubte wie eine Killerdrohne und zur Entscheidung einnickte. Defensiv brannte nichts mehr an, auch weil die gesamte Hintermannschaft keine Chancen der Dyckburger mehr zuließ und eine konzentrierte zweite Halbzeit bot. Abschließend bleibt zu sagen, dass so ein Derbysieg bei jeder Temperatur etwas herzerwärmendes hat. Mit diesem Sieg klettert die Zweitvertretung in der Tabelle wie ein feistes Kapuzineräffchen auf einem Mangobaum.

 

Tore:

1:1 Klaus (T. Jöhren)

2:1 Klaus (T. Jöhren)

3:2 Eckner (T. Jöhren)

4:2 Klaus (T. Jöhren)

 

Aufstellung:

D. Zellien, Gilsbach (72. Leusmann), F. Hölker, Lührmann, Balster, F. Zellien, Dircks (55. Haefner), Davarovic (88. Gehling), T. Jöhren, Eckner, Klaus


27.11.2016 Meisterschaftsspiel bei Münster 08 II

 

Disneyfilme und Eintracht-Spiele haben in dieser Saison meistens eine Sache nicht gemein: ein Happy End. Mit Rückenwind aus dem Meisterschaftsspiel Zuhause gegen Westbevern II ging es an diesem Sonntag gegen den Aufstiegsaspiranten aus 08, der zuvor mit merkwürdigen Ergebnissen auf sich aufmerksam machte.

Grund genug, sich gegen den Tabellenfünften etwas auszurechnen, doch ein Blick auf die Aufstellung ließ für die Jungs von der Werse nichts Gutes vermuten. Denn die in schwarz spielenden Kollegen, verstärkten sich gleich mehrfach mit Personal aus der 1. Mannschaft und zeigten dies von Beginn an. Nach dem ersten Abtasten, bei dem die Eintracht gut mitspielte intensivierten die 08er die Offensivbemühungen und kamen so prompt in der 20. Minute zu einem Elfmeter. Dieser wurde in einer Art und Weise vom ehemaligen Ladesligastürmer mit der Nummer 7 verwandelt, die andeuten ließ, auf was für schmackhafte Schüsse sich Keeper Niels Broeckmann an diesem Nachmittag einstellen konnte.

Aber die Eintracht antwortete prompt und glich in der 25. Minute aus. Eine starke Balleroberung von Dircks im Mittelfeld war der Ausgangspunkt für Eckner, der mit einem gezielten Schuss ins linke Eck dem Keeper der Gastgeber keine Chance ließ. Nach diesem Überraschenden Ausgleich - die Gäste verzeichneten bis dahin keine einzige Torchance - stellte Coach Lotte die Taktik um und wollte mit zwei Sechsern für mehr defensive Stabilität sorgen.

Der Versuch war aller Ehren wert, aber an diesem Nachmittag lief die gesamte Mannschaft dem Gegner hinterher, wie ein narkotiesierter Nacktmull Ursain Bolt.

Ab der 30. Minute verwandelten sich die Gastgeber nämlich in Cruella De Vil und zogen den blau-weißen Dalmatinern mit Genuss das Fell über die Ohren. 2:1, 3:1, 4:1 und 5:1 innerhalb der letzten 15 Minuten der ersten Halbzeit war gleichbedeutend mit dem Match-KO für die Werseboys. Und die Winselei war dementsprechend groß. In der Halbzeit hieß es deshalb: Wunden lecken und sich in den zweiten 45 Minuten nicht komplett mit der Schnauze in den eigenen Haufen drücken lassen.

Dies gelang den geprügelten Welpen nun durchaus. Denn obwohl 08 weiter machte und noch das 6., 7. und 8. nachlegte und die Eintracht in den letzten 10 Minuten mit Luke Wettwer alles andere als einen reinrassigen Torwart zwischen den Pfosten stehen hatte, gelang in den letzten Minuten noch das 8:2 durch ein Eigentor, das der nominelle Sechser Thiem erzwang und sogar das 8:3 durch eine feine Einzelleistung von Torjäger Eckner. Ihm konnte man an diesem Nachmittag keinen Vorwurf machen, erzielte er doch aus den einzigen beiden Chancen des Spiels gleich zwei Tore.

Am Ende wird dieses Spiel schnell den Weg aus dem Kurzzeitgedächnis heraus in die Unbedeutsamkeit finden, sollte das Derby am kommenden Mittwoch gegen Dyckburg gewonnen werden. Denn mit den höheren Sphären der Tabelle und deren Mannschaften wird die Eintracht in dieser Saision vermutlich nichts mehr zu tun haben.

 

Tore:

1:1 Eckner (Dircks)

2:8 Eigentor (Thiem)

3:8 Eckner (Davarovic)

 

Aufstellung:

Broeckmann, Gehling (42. Gilsbach), F. Hölker, Luke Wettwer, Lührmann, Thiem, Haefner, Davarovic, Eckner, Jöhren (45. C. Leusmann), Dircks


14.11.2016 Meisterschaftsspiel gegen Ems-Westbevern II

 

Es gibt ein landläufiges Sprichwort: „Der Sonntag ist ein Feiertag, zumindest wenn man an diesem Tag ein Fußballspiel bestreiten darf!". Leider gab es lange nichts mehr zu feiern für die Jungs von Coach Lotte, die nach einem furiosen Saisonstart unter Trainer Höka, weniger Punkte sammelten, als ein halber Marienkäfer mit Pigmentstörung. 

Aber an diesem Sonntag, den 14. November, roch die Luft an der Werse nicht nur nach dem 5,98 €-Moschus-Rasierwasser von Präsident Heinz, sondern vor allen Dingen nach Erfolg. Nachdem der Arschtritt der 5:1 Niederlage gegen die Warendorfer SU noch immer einen Abdruck auf dem Allerwertesten der Truppe erkennen lies, war man Willens diese Serie zu durchbrechen, die zwar noch nicht schwarz war, aber mittlerweile die Farbe von Luke Wettwers Lieblings-Zartbitterschokolade angenommen hatte.

Mit neuem Mut und einer ungewöhnlichen taktischen Ausrichtung ging es aber auch darum für den Verein Geschichte zu schreiben. So war es der Mannschaft möglich an diesem Sonntag als erstes Team überhaupt Punkte auf dem neuen Kunstrasenplatz einzuheimsen. Das setzte allerdings auch die ersten Pflichtspieltore auf diesem ebenerdigen Geläuf voraus, die mit einem fluiden 4:4:2-System herausgespielt werden sollten.

Die Rechnung ging dabei schon nach fünf Minuten auf, als die Eintracht zum ersten mal gefällig kombinierte und den Ball über die Mitte nach vorne auf die linke Seite zu Davarovic brachte. Dessen Flanke fand mit Tobi Schmidt, den heutigen Sturmpartner von Eckner, der den beleibten Schlussman der Gäste aus kurzer Distanz per Kopf überwand. Dem schrillen Freudenschrei von Coach Lotte fielen die zwei nächstgelegenen Fenster des Clubhauses zum Opfer, bevor der Schiedsrichter mit einem unnachahmlich falschen Pfiff auf Abseits entschied und somit das Tor negierte.

In der Folge bestimmte die Eintracht das Spiel. Stand sicher in der Defensive und agierte mit Geduld und Ballsicherheit. Das neue Geläuf machte den Mannen vom Pleistermühlenweg offensichtlich genau so viel Spaß, wie eine Kuschelstunde mit acht Labrador-Welpen. Bis zur Halbzeit konnten die Truppe allerdings keinen Torerfolg verbuchen, wobei die Fans an der Seitenlinie den Torjubel das ein oder andere Mal auf den Lippen hatten, als Schmidt hochprozentigere Torchancen verzeichnete, als die Getränkeauswahl von Domi Zellien am Vorabend.

Im Umkehrschluss bedeute das für Westbevern, in den ersten 45 Minuten keine erstzunehmende Torgefahr ausgestrahlt zu haben, als der Schiedsrichter dem Pfiff zum Pausentee ertönen ließ.

 

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Der Truthahn (Meleagris gallopavo) ist eine in Nordamerika beheimatete Art der Truthühner und kommt seit einigen Jahren auch in europäischen Regionen vor. Es wird auch Wildtruthuhn oder Wildes Truthuhn genannt und ist die größte Art der Hühnervögel. Bereits von indianischen Völkern wurde das Tier domestiziert und ist somit die Stammform des Haustruthuhns.

Ausgewachsene fussballspielende Truthähne erreichen im Stand eine Höhe von 1,89 m und ein Gewicht von ca. 75 kg. Das Gefieder ist schwarz mit dunkelgrünen Nuancen und hat vor allem beim Hahn einen metallischen Schimmer. Hals und Kehlkopf sind unbefiedert und stark ausgeprägt. Die Gesichtspartie und der Scheitel sind hell fleischfarben, Hals und Kehle blassrot. Ein roter Hautlappen, der 6 bis 8 cm lang wird, entspringt beim Hahn zwischen den Augen und hängt quer über dem Schnabel. Alle Hähne und 10 % der Hennen haben zudem einen borstenartigen Federbusch an der Brust, der 10 bis 25 cm lang wird.

Zur Brutzeit werden die Farben der nackten Körperpartien leuchtender und können auch wechseln, so dass sie dann weiß oder türkis werden. Truthähne können ein Alter von bis zu 89 Jahren erreichen. Fußball spielen können sie selbstredend nicht so lange.

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Nach der Pause knüpfte die Eintracht dort an, wo sie nach den ersten 45 Minuten aufgehört hat. Das Spiel wurde kontrolliert und teilweise sogar dominiert. Zwar brachte Westbevern frischen Wind mit einem schnellen Stürmer, doch dieser biss sich vorerst an der starken Defensive um das Innenverteidiger-Gespann Lührmann und Balster den ein oder anderen Schneidezahn aus.

Nachdem Schmidt in den ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte abtauchte wie ein Kaiserpinguin auf Sprottenfang, schlug er in der 56. Minute zu. Ein energischer Lauf von Flocke Hölker müdete in eine Flanke, die es in jeden Musterkatalog geschafft hätte. Schmidt, der sich stürmermäßig im 16er postierte, musste nur noch seinen schwäbischen Eierkopf hinhalten um die Eintracht in Führung zu bringen.

Mit der Führung im Rücken verlor die Eintracht allerdings von Minute zu Minute mehr die Spielkontrolle, was womöglich ein Ergebnis des aufopferungsvollen Laufspiels war. Und der Ausgleich des Kräfteverhältnisses ist auch immer die Geburtsstunde der Dramatik. Diese wurde dann noch verstärkt, als die Gäste durch eben jenen frischen Stürmer zum Ausgleich kamen. 

Fehlender Zugriff auf die linke Seite der Eintracht führte zu einem Seitenwechsel auf die rechte Seite. Der fehlenden Zugriff auf der rechten Seite führte zu einer scharfen Hereingabe in die Mitte wo der Zugriff genauso fehlte. 

Ehrlicherweise muss man sagen, das dies der erste und einzige gefällig vorgetragene Angriff der Gäste aus Westbevern war, die ansonsten offensiv wenig zustande brachten. Wenn die in grün-schwarz gekleideten Jungs vom Lande dann aber mal in die Nähe des Tores kamen, war der stets aufmerksame Broeckmann zur Stelle und entschärfte jeden auf sein Tor kommenden Ball.

Doch bevor die Gäste an dem Punkt schnüffeln konnten, wie ein Perverser an getragenen Frauenhöschen, nahm Eckner ihnen diese Illusion direkt wieder weg. Nur vier Minuten später knipste der Knipser vom Dienst ohne mit seiner Schussstärke und Genauigkeit zu knapsen. Eine weitere Hölker Flanke der sich wohl dachte: „Dieser Flankenlauf mit Torbeteiligung war doch echt töfte. Und was mir Spaß macht, das mach ich auch gern nochmal!“ Gedacht – getan! Wieder marschierte der rechte Verteidiger, der im Vollsprint an eine unaufhaltsame Gerölllawine erinnert, die Linie entlang und wieder kam seine Flanke gefährlich vor das Tor, wo der Schussversuch Schmidts geblockt wurde und selbigem wieder vor die Füße fiel. Er behielt die Übersicht im Strafraum und steckte durch zu Eckner, der aus halblinker Position neben dem linken Pfosten einnetzte. Sein sprintartiger Jubellauf endete in den Armen von Lotte, der den kleinen Mann herzte, wie Pietro Lombardi seine Sarah, als die Liebe noch frisch war. 

Dies alles geschah in der 80. Minute und irgendwie beschlich den anwesenden Zuschauern im Werse-Stadion das Gefühl, dass dieses Spiel heute zu Gunsten der Heimmannschaft ausgehen würde. Aber je weniger Minuten zu spielen war, desto größer wurde die Hektik auf dem Feld. So düngte es den Westbeveranern, dass der Verlierer wohl in die rote Zone der Tabelle fallen würde.

Ein ausbleibender Elfmeterpfiff gegen den von den Beinen geholten Eckner, verstärkte den Unmut auf dem Feld dabei noch. Auch T. Jöhren teilte dem Unparteiischen seine Frustration über ausbleibende Pfiffe in seiner typisch sympathischen Art mit und musste daraufhin sicherheitshalber mit gelb verwarnt ausgewechselt werden. Dementsprechend rauer wurde der Ton auf und neben dem Feld, wo die Protagonisten ihre Nervosität in rüde Artikulation ummünzten.

Doch mitten in der größten Hektik schnappte sich Lührmann einen Freistoß in der eigenen Hälfte. Sein Ausruf: „Schmiiiiiidt" ging allen Beteiligten durch Mark und Bein, ehe er den Ball in den 16er schlug. Seine herzerwärmende Bananenflanke fand tatsächlich den von ihm ausgerufenen Tobi Schmidt und dieser zimmerte die Kugel in der 89. Minute in die Maschen. In den verbleibenden Minuten konnten aufmerksame Beobachter sehen, wie die Brust von Lotte – in freudiger Erwartung des ersten Sieges im vierten Spiel – voller Stolz mehr und mehr anschwoll. Nachdem der Schiedsrichter die Partie abpfiff, durften Spieler und Trainer Gratulationen entgegen nehmen, die so gut taten, wie der Besuch einer Therme mit schwedischen Bikini-Models. Da am nächsten Sonntag spielfrei ist, darf die Eintracht diesen Sieg extralange genießen, bis der kommende Gegner Münster 08 die hochmotivierte Truppe empfängt.

 

Tore:

1:0 Schmidt

2:1 Eckner

3:1 Schmidt

 

Aufstellung:

Broeckmann, Gehling, Hölker, Lührmann, Balster, P. Zellien, Schmidt, Haefner (70. Lehmann), Eckner, T. Jöhren, Davarovic (75. Thiem)

 


06.11.2016 Meisterschaftsspiel in Warendorfer SU II

 

Mit einem unguten Gefühl im Bauch, wie Präsident Heinz nach drei Bier, einer Bratwurst und nem Topf Sauerkraut, ging es für die krieselnde Eintracht am Sonntag in die ligainterne Höhle des Löwen nach Warendorf. Die Warendorfer SU - hoch gehandelter Aufstiegskandidat - begrüßte die Jungs von der Werse herzlich auf Tabellenplatz zwei mit lockeren acht Gegentoren. Warum das so ist, mussten die in blau gekleideten Kicker von Trainer Lotte am eigenen Leibe erfahren.

Nachdem die ausgezeichnete Ordnung 20 Minuten lang jeglichen Angriff der technisch starken Warendorfer im Keim erstickte, Schlug der Fehlerteufel zu wie Wladmir Klitschko beim Gewinn der WBO-Titels. Ein halbhohes Zuspiel F. Zelliens fand den Mitspieler im Aufbauspiel nicht und die Gastgeber benötigten daraufhin nur einen scharfen Pass in die sich auftuende Schnittstelle. Der davongeeilte Stürmer ließ D. Zellien im Tor keine Chance. 1:0.

Das Gegentore für die Eintracht giftiger sind als der Biss einer Kreuzotter in die Hoden, ist in dieser Saison ein großes Problem. So auch in diesem Spiel, denn wenig später legten die Gastgeber durch einen bequem vorgetragenen Angriff über die linke eintrachter Seite nach. Derweil fungierte der Fünfer der Warendorfer als teflonbeschichtete Pfanne und ließ Hinten nichts anbrennen. Schon früh wurde auf dem gefälligen Kunstrasen klar, dass die Mannschaften im Moment nicht die selbe Kragenweite besitzen.

Direkt nach der Pause ließ der Aufstiegskandidat die Tore 3 und 4 folgen, die dem letzten Optimisten die Illusion raubten hier heute noch was mitzunehmen. Daran änderte auch das zwischenzeitliche 4:1 durch einen sehenswerten Distanzschuss von Davarovic nichts. Mit dem 5:1 setzen die Warendorfer den Schlusspunkt unter einer Partie, die an diesem Tag nur einen Sieger verdient hatte.

Für den Aufsteiger ist klar, dass die Punkte im Moment nicht gegen Teams mit solcher Qualität geholt werden können. Augenmerk liegt deshalb nun auf das 6-Punkte-Spiel am Sonntag gegen Westbevern. Hier gilt es an die ersten 20 Minuten anzuknüpfen und die Konzentration über die volle Distanz aufrecht zu erhalten.

 

Tore:

1:4 Davarovic

 

Aufstellung:

D. Zellien, Gehling (70. Gilsbach), Hölker (75. Lührmann), Luke Wettwer, Balster, F. Zellien, Schmidt, Haefner, Eckner, Lehmann, Davarovic

 

 

 


03.11.2016 Meisterschaftsspiel gegen DJK RW Milte

 

Traditionell sind Abendspiele in der Woche nicht die ertragreichsten in der Historie der Eintracht. So auch an diesem diesigen Donnerstagabend, an dem die Jungs von der Werse ein Heimspiel in Angelmodde auf ungewohntem Geläuf absolvieren mussten. Während sich der Kunstrasenplatz in der finalen Fertigungsphase befindet, war man gezwungen das Nachholspiel gegen das um einen Punkt bessere Team aus Milte auf einem Platz auszutragen, der die Spaßkicker aus Münster vor eine läuferisch anspruchvolle Aufgabe stellte. Bei der Platzbegehung stand man vor der abgekreideten Asche, die bis zum Horizont reichte, wie der Hobbit in der gleichnamigen Fimreihe vor dem Drachen Smaug.

Doch nachdem am vergangenen Sonntag zwei Punkte liegen gelassen wurden, war man fest entschlossen an diesem Abend an Milte vorbeizuziehen. Doch die Eintracht begann unkonzentriert und leistete sich viele Fehler im Aufbauspiel. Da auch Milte nicht zu den spielstärksten Teams der Liga zählt, mussten die Zuschauer in den ersten 20 Minuten mit einem unterklassigem Kick vorlieb nehmen. Doch dann drehte die Eintracht auf. Über den Rückkehrer Tobi Schmidt, der in den letzten 15 Wochen nur mit Leder in Form seiner exquisiten String-Tangas in Berührung kam, wurde das Spiel schnell. Dieser bediente auf links Davarovic, der die Kugel auf den einschussbereiten Eckner flankte. Eine leichte Übung für den Torjäger und es stand 1:0.

Beflügelt von der Führung machte die Eintracht weiter Druck und hätte vor der Pause noch zwei weitere Chancen, um die Führung auszubauen. So blieb es bis zur Pause bei diesem Spielstand.

Nach der Halbzeit war das Team von Trainer Lotte um Spielkontrolle bemüht, was die ersten 20 Minuten durchaus gelang. Nach einer schönen Doppelpass-Kombination über Eckner und Bremicker stand Zweiterer plötzlich blank, wie eine Straßennutte, der man einen fünfzig Euro Schein zugesteckt hat. Doch diese riesige Chance konnte die Leihgabe aus der 1. Mannschaft nicht verwerten.

Im Gegenzug unterlief dem eingewechselten Gilsbach ein Fehler auf Rechtsaußen, als er einen harmlosen Ball nicht vernünftig geklärt bekam. So drang Milte zum ersten Mal in dieser Partie gefährlich in den Strafraum der Eintracht ein und ein Presschlag des Stürmers gegen Innenverteidiger Lührmann wertete der ansonsten gute Schiedsrichter als Foul gegen die Blau-Weißen.

Diese Chance ließen sich die bis dahin offensivschwachen Gäste nicht entgehen und erzielten durch Michael Ketteler den Ausgleich.

"Noch genug Zeit, um wieder in Führung zu gehen!", murmelte Präsident Heinz am Spielfeldrand. Doch er sollte sich so sehr täuschen, wie bei seiner Wertpapieranlage für Hersteller von Mini-Disc-Playern anno 2004. Denn der konditionelle Einbruch der Eintracht erinnerte an eine systematische Sprengung von abrissreifen Hochhauskomplexen. War man vor dem Ausgleich noch die spielbestimmende Mannschaft, so ergab sich für die Zuschauer nun ein anderes Bild. Die Eintrachter bekamen so wenig Zugriff auf den Gegner, wie ein vietnamesischer Aalfänger mit eingebutterten Händen.

Ein ums andere Mal wurde die linke Seite überlaufen, wo Linksverteidiger Gemming augenscheinlich ein wenig die Orientierung verlor. Milte kam dadurch zu mehreren hundertprozentigen Torchancen, die so reichhaltig waren wie 50%ige Sahne. In dieser Phase schickten alle, die es mit der Eintracht halten, ein Dankgebet an die alten und neuen Göttern und auch dem vielgesichtigen Gott, für Torwart D. Zellien, der mit beherzten Paraden das Unentschieden festhielt.

Am Ende muss man - ähnlich wie am vergangenen Sonntag gegen Sassenberg - mit einem Punkt zufrieden sein, was nichts daran ändert, dass die Eintracht momentan auf der Stelle tritt. Nun wartet am Sonntag ein weitaus dickerer Brocken mit dem Tabellenzweiten Warendorfer SU II.

 

Tore:

1:0 Eckner

 

Aufstellung:

D. Zellien, F. Hölker, Gehling, Lührmann, Luke Wettwer, F. Zellien, Lehmann (45. Gilsbach), Schmidt (45. Bremicke), T. Jöhren, Davarovic, Eckner


30.11.2016 - Meisterschaftsspiel gegen Sassenberg II

 

Im Vorfeld der Partie der Eintracht gegen das um sechs Punkte bessere Team aus Sassenberg wurde nicht nur das Funktionsshirt von Spielmacher Jöhren auf links gekrempelt. In der vorhergegangenen Woche gab es im ganzen Verein ein mittelschweres Personalbeben, das mehr Rochaden verursachte als Schachweltmeister Garri Kimowitsch Kasparow in seinen kompletten Schachpartien des vergangenen Jahres. Skipi Kosoric nahm seinen verdienstreichen Trainer-Hut an der Werse und Christian Hölker übernahm das Ruder der Erstvertretung. Mit beiden gingen zahlreiche Spieler. Im ersten Fall aus dem Verein und im Zweiten von der 2. in die 1. Mannschaft. Nachdem die wichtigen Entscheidungen also geklärt waren, gingen alle am Ende der letzten Woche friedlich zu Bett. In der Nacht von Sonntag auf Montag erwachte Präsident Heinz allerdings schweißgebadet aus einem seiner zahlreichen frivolen Träume um schreiend festzustellen, dass bei der detailreichen Zukunftsplanung des Vereins noch der Trainer der 2. Mannschaft fehlt. Also was tun? Kosoric anzurufen für ein Comeback wäre noch zu früh. Kloppo hat leider auch gerade bei Liverpool verlängert und die Passanten, die zufällig am Rande des Trainingsgeländes spazieren gingen, konnten ebensowenig zu diesem ruhmreichen Amt bewegt werden. Nach dem Ausschluss-Prinzip kam dem ehemaligen Erfolgscoach Josch Beuse die kühne Idee einen alten Bekannten aus dem Bett zu klingeln. Nein, es war nicht Peter Neururer...

Michael Lotte sollte es werden. Und der war aufgrund des Angebotes so verduzt, dass das Gestammel am Telefon für Beuse wohl so wie ein "Ja, ich mach es!" geklungen haben muss, denn keine fünf Tage später fand sich Lotte in der für ihn ungewöhnlichen Position als Cheftrainer wieder.

Und was soll man sagen? Der frische personelle Wind in Form von Till Gilsbach aus der 3. Mannschaft sowie Fabian Zellien aus der 1. und Björn Schubert, der nach langer Verletzung aus der 1. Mannschaft geliehen wurde, brachte eine über weite Strecken bemerkenswerte Leistung zustande. Die Zweitvertretung startete gar mit einem spontanen Torefolg nach zwei Minuten. Jöhren brachte einen Freistoß frisch und frech von halblinks mit Zug halbhoch auf den ersten Pfosten und Innenverteidiger Felix Balster spitzelte die Pille mit dem dicken Onkel am Torhüter vorbei in die Maschen. Ungläubige Blicke in der Coaching-Zone begleiteten den frenetischen Jubel auf dem Feld.

Und dieses Tor gab der Truppe Sicherheit und die von Coach Lotte geforderte Stabilität im Defensivverbund. In vielen Fällen wurde der Ball rigoros geklärt und teilweise clever von hinten herausgespielt. Die Verunsicherung der Vorwochen waren wie weggeblasen.

Die Eintracht war in der Anfangsphase die aktivere Mannschaft, obwohl mit Eckner, Lehmann, Funke den Leusi-Zwillingen und P. Zellien nominelle Stammkräfte nicht zur Verfügung standen. Erst nach 30. Minuten gab es erste Annährungsversuche der Sassenberger auf das Tor von D. Zellien, die aber genauso abblitzen, wie die Kussversuche Luke Wettwers an seiner Freundin nach einer durchzechten, dönerreichen Nacht.

Zum Pausenpfiff war klar, dass so viel Einsatz, wie ihn die Mannen von der Werse zeigten, auch Abnutzungserscheinungen hervorrufen würden. Nach gut 60 Minuten kam so Brannekemper für Thiem, der nach langer Konditions-Abstinenz aus dem allerletzten Loch pfiff. In der 63. Minute wurde Rückkehrer Haefner für F. Zellien eingewechselt, der bis dahin ein klasse Spiel auf der Sechser-Position abgeliefert hatte. In der 65. Minute schüttelten alle, die es mit der Eintracht halten ungläubig den Kopf. "So viel Haupthaar fliegt sonst nur bei einem Heavy Metal Konzert durch die Gegend." meinte ein neutraler Zuschauer. Bränni Brannekemper schaffte es nach genau zwei Ballkontakten und einem halben Sprint seinen Gegenspieler in der Nähe des Schiedsrichters mit einer Äußerung zu versehen, die nur eine Entscheidung rechtfertigte: Rot!

Mit zehn Mann und einigen Taktischen Änderungen wurde es jetzt schwer gegen einen Gegner, der seine Chance auf Punkte nun wahrnehmen wollte. Und tatsächlich, über die rechte Seite bekam man in der 75. Minute keinen Zugriff und der einzige verlorene Luftzweikampf der baumlangen Innenverteidiger Lührmann und Balster fand der gegnerischen Stürmer, der mit einem platzierten Kopfball den machtlosen D. Zellien bezwang. In den darauf folgenden Minuten schwamm die Hintermannschaft mehr als ein Schwarm Silberflossenmakrelen im Antlantik. Bester Beleg dafür war ein Lattentreffer nach einer scharf getretenen Ecke der Gäste.

Mit der Hereinnahme von Luke Wettwer für Gilsbach konnte die Defensive wieder an Stabilität gewinnen und agierte aus einer Dreierkette, die bei gegnerischen Angriffen zu einer Fünferkette wurde. Dies erlaubte dann auch wieder einige Entlastungsangriffe. So war es Davarovic, der in der 80. Minute die dickste Chance der Eintracht zum erneuten Führungstreffer verstreichen ließ, als er alleine aufs Tor zulief und in letzter Sekunde noch von seinem Gegenspieler eingeholt wurde.

Am Ende muss die aufopferungsvoll kämpfende Eintracht mit einem Punkt nach einem guten Spiel und halbstündiger Unterzahl zufrieden sein und wird diese Leistung bestätigen müssen, wenn bereits am Donnerstag DJK RW Milte wartet.

 

Tore:

1:0 Balster (Vorlage Jöhren)

 

Aufstellung:

D. Zellien, Gemming, F. Hölker, Lührmann, Balster, F. Zellien (63. Haefner), Schubert, Gilsbach (75. Wettwer), Thiem (60. Brannekemper), T. Jöhren, Davarovic

 


15.11. - Meisterschaftsspiel gegen Roxel III

 

Aktivisten und Politiker fordern es schon länger - und tatsächlich ist die Aufforderung an eine Gesellschaft der Verschwendung, sich zu besinnen und verantwortungsvoller mit Lebensmitteln umzugehen durchaus verständlich. Wiederholt machen sich Menschen schuldig, essbare Dinge unüberlegt dem Hausmüll zuzuführen, während die Menschen in Ländern der Dritten Welt um jeden Bissen hart kämpfen müssen.

Wenn man am Sonntag trotz regnerischer Kälte den Weg an die Pleistermühle gefunden hatte und dem eisigen Wind trotze, sah man sich an diese Verschwendung erinnert. Dort, wo noch vor zwei Wochen Freundentränen des allseits beliebten Blender flossen, schüttelte man zeitweise ungläubig den Kopf. Es war so, als würde die Eintracht reihenweise frische Trüffelleberwurst und Rotwein-Gänsepastete der 1. Güteklasse in die Tonne kloppen. Den verletzten und verhinderten Spielern am Spielfeldrand lief aufgrund der einfach zu verwertenden Chancen förmlich das Wasser im Mund zusammen. Aber das Festmahl blieb aus.

Gut, gut. Am Ende stand es 5:0! Und manch einer würde dies ein gelungenes Ergebnis nennen, aber die Mannen um Kapitän Höka agierten höchst unfair. Unfair Roxel gegenüber: Wer so schlecht spielt und so um Gegentore bettelt, der gehört zweistellig abgeschossen. Und unfair den Zuschauern gegenüber: Jubeln hält warm und das Wohlbefinden aller Anwesenden hätte erheblich verbessert werden können durch mehr Torerfolge.

Aber nun zum Spiel des 1. gegen den 7., das nur in den ersten fünf Minuten spannend war. Denn Gemming rutschte einmal aus und alle waren gespannt darauf, wie schnell er sich wieder auf die wackeligen Beine stellte. Auch spannend zu sehen war, wie sich Luke  "König Schnapsdrosselbart" Wettwer in Zeitlupe über das seifige Grün bewegte. So, als hätte ihm Beuse vor dem Spiel einen unsichtbaren Rucksack mit alkohlduchtränkten Ziegelsteinen umgespannt.

Dabei ging es nach 7 Minuten gut los. Am Ende einer gefälligen Kombination im Mittelfeld, setzte Spielmacher Jöhren den schmächtigen Stürmer Eckner in Szene, der gut gegen die Laufrichtung des Towarts der Gäste einschob. Der setzte euphorisch zum Jubellauf an, als hätte er gerade das Golden Goal im Finale 96 erzielt und gleichzeitig das Bratwurstwettessen in der Grillstube Peszlowski gewonnen. Das 2:0 erzielte dann wenig später Don Kräuterlikör höchstpersönlich. Nach einer Jöhren Ecke von links, wuchtete der große Mann mit den zugeschwollenen Augen die Kugel per schulbuchmäßigem Kopfball am Keeper vorbei ins Tor. Der im Volksmund bekannte Spruch: " Hat der Wettwer 2 pro Mille, haut er sie ins Tor die Pille" kommt wohl nicht von ungefähr. Den dritten Streich besorgte noch vor der Halbzeit Leihspieler Pieper mit einem fulminanten Schuss aus 16 Metern. Wieder war es Jöhren, der den defensiven Mittelfeldmann freigespielt hatte. 

Was in dem Bericht fehlt, sind die riesigen Torchancen, die davor, danach und währenddessen fahrlässig vergeben wurden. Hierbei tat sich besonders Eckner hervor, der statistisch gesehen 38,4 Großchancen für ein Tor benötigt. Eine Quote, so schwarz wie die geflügelten Protagonisten aus Alfred Hitchcocks "Die Vögel"!

Nach der Pause ging das muntere Chancen-nicht-verwerten weiter. Roxel machte nur durch den Spieler mit der Nummer 8 auf sich aufmerksam. Der bei kleinsten Berührungen lauthals zeternd, gestikulierend und schreiend zu Boden sank. Eine durchaus milde gelbe Karte erhielt er für die Beleidigung "Du Wichser", die er in Richtung des ehrenwerten Luke Wettwer schmetterte, der nun wirklich alles ist, aber doch bitte kein Wichser.

Das 4:0 bescherte eine großartig ausgeführte Eckenvariante, bei der Kapitän Höka eine Hereingabe von.... natürlich von Jöhren... eiskalt verwertete. Den Schlusspunkt setzte dann der eingewechselte Brannekemper. Eine Davarovic-Ecke fand Höka in der Mitte, dieser brachte den Ball auf das Tor und Bräääännni, musste nur noch seinen reichhaltig behaarten Scheitel in den Schuss halten, um als Torschütze im Spielberichtsbogen eingetragen zu werden.

Wenn beide Mannschaften nicht in der letzten Liga spielen würde, könnte man sagen, dass hier ein Klassenunterschied erkennbar war. So war es aber einfach nur das Spiel eines beschissenen C-Ligisten, der gegen einen völlig unterforderten C-Ligisten verloren hat.

 

Tore:

1:0 Eckner

2:0 Luke Wettwer

3:0 Pieper

4:0 C. Hölker

5:0 Brannekemper

 

Aufstellung:

Jörling, Haefner, Schlüter, Luke Wettwer (70. F. Hölker), Gemming (65. Lauge Wettwer), C. Hölker, Pieper, T. Jöhren, Funke (80. Brannekemper), Davarovic, Eckner


08.11. - Meisterschaftsspiel in BW Greven II

 

Jeder Journalist hätte es leicht gehabt, eine treffende Überschrift für das Gastspiel der Reserve der Wersekicker bei BW Grevens Zwoter zu finden. „Kreisliga C vom Feinsten“ trifft nämlich exakt den Kern. Dass Kaderspieler anlässlich einer Party am Samstagabend frei gestellt, auf einer Schotterpiste ähnlich einer Stadionfläche im kenianischen Mombasa gespielt und von dort auch noch gleich der Spielball importiert wurde, hinderte die grüne Auswärtsmacht nicht daran mit dem 2:0 (1:0) die Tabellenführung zurück zu erobern.

Defensiv gänzlich umgestellt versuchte die Beuse- Elf trotz der schwierigen Bedingungen dennoch ihr Spiel aufzuziehen und „Ball“ und Gegner laufen zu lassen. Hinten ordnete Leihgabe Dittsche mit Youngster P. Zille die Kette vor Keeper A. „Russe“ Loch mit gutem Erfolg. Dem Gegner wurden wieder einmal keine Gastgeschenke verteilt. Nach vorne haperte es allerdings lange Zeit. Ungenauigkeiten prägten die Anfangsphase. Vielleicht hätte man sich in der ersten halben Stunde eher der Gruppe Rentner anschließen sollen, die bis unmittelbar vor Anpfiff die Platzhälfte der Eintracht für eine Partie Boule (mit-)nutzte (Kreisliga??).

Aus dem Nichts, aber zumindest aufgrund der Spielanteile hochverdient fiel die Führung der Eintracht. Aus 25 Metern hielt Kapitän Hölker einfach mal drauf. Der Ball wurde abgefälscht, ging ebenso granatenhaft gen Himmel wie er auch wieder runterkam, um hinter dem verdutzen BW-Keeper einzuschlagen (25.). Nach zwei Treffern gegen die Saxonen und diesem Ei sollte sich Hölker mal den Spielautomaten bei Hälker vornehmen. Er würde seinen Spaß haben.

Zur Pause nahm sich die Eintracht vor, sich gerade im Kombinationsspiel mehr zu konzentrieren. Und die zweite Hälfte begann mit einem Paukenschlag. Gemmings langen Ball spitzelt Eckner über den herauseilenden Torwart, dieser versperrt Eckner aber regelkonform den Weg, so dass der Elfmeterpfiff ertönen musste. Jöhren trat an und was soll man sagen. Das war nix. Er wollte es zu genau machen. Der rechte Aussenpfosten war Endstation (48.).

Auch nach der anschließenden Rechtfertigung: „ Da triffste 10, 12, 13 in Folge, dann zweimal nicht. Maaaaan! Ey!“ war der Ball immer noch nicht drin.

Wenige Zeigerumdrehungen später setzte Jöhren mit Wut im Bauch zum Solo an, sah frei vorm Tor Eckner, der einschob, aber aufgrund einer kuriosen Abseitssituation zurückgepfiffen wurde. Jöhren: „Fass´ ich nicht! Was ein Kreisliga-Pfiff“.

Die Eintracht war in der Folge offensiv deutlich gefährlicher als im ersten Durchgang, auch bei Standards brannte es im Grevener Strafraum. Hölker brachte eine solche Situation noch einmal vor das Tor, Funke setzte das Leder an den Querbalken. Das 2:0 lag in der Luft.

In der 72. Minute nahm sich Jöhren schließlich einen Freistoß von halblinks. 20 Meter Torentfernung. Im Mauereck schlug der Ball ein. Soviel Scheiße war wohl doch nicht am Fuß. Mit diesem Tor verabschiedete sich Jöhren zur Arbeit, Dittsche zum Spiel der Ersten und die Eintracht 20 Minuten später auch aus Greven.  

 

Aufstellung:

Loch – Gemming, Dittsche (72. Molde), Zille, Vander (59. Lauge Wettwer) – Hölker, Lehmann – Davarovic, Jöhren (72. Tölke), Eckner – Funke

 

Tore:

0:1 Hölker (25.)

0:2 Jöhren (72.)

 


25.10. - Meisterschaftsspiel gegen TuS Saxonia II

 

Es war wieder soweit. Feinkost Werse servierte am Pleistermühlenweg beste Fußballkost. Und was lief den Zuschauern im Vorfeld der Partie am Sonntag das Wasser im Mund zusammen! Das Spiel Erster gegen Zweiter versprachen fussballerisch anspruchsvolle 90. Minuten.

Und schon kurze Zeit nach Anpfiff rieben sich die zahlreichen Fans der Zweitvertretung verwundert die Augen. Bei Blender Oeink war sogar eine kleine Freudenträne zu sehen, denn die Eintracht spielte so beschwingt auf, wie der SV Paragliding Neufundland. Die 11 Mannen auf dem Grün zauberten die Gäste förmlich an die Wand. Besonders T. Jöhren erwischte einen Sahneheringstag. Er und Kapitän Höka trieben die heißblütigen Mannen von Coach Beuse ein ums andere Mal an und schnürten die bedauernswerten Saxonen in der eigenen Hälfte fest.

Nachdem Beuse in der Trainingswoche T. Jöhren zu Extraeinheiten am Standarto-Meter verdonnerte - eine hochmoderne Fußballsimulationsmaschine aus der Schweiz - freuten sich die Anhänger der Eintracht schon auf die erste Ecke. Und tatsächlich - die Käsemauken von Jöhren waren extrem gut justiert und der fein getretene Eckball fand den baumlangen Kapitän. Dieser stieg im Getümmel hoch wie ein Heißluftballon und nickte das Leder wie einst Kalle Riedle in den Winkel. Das dies hier ein 6-Punkte-Spiel war, merkte man spätestens am uferlosen Jubel im Anschluss an diesen Treffer. Höka riss sich von seinen Gratulanten los. Sprintete zur Trainerbank. Umarmte Beuse und Königshausen und machte mehrfach die Pistolengeste in Richtung seiner angereisten Familie, ehe er sich die Unterarme küsste, auf denen die Namen seiner beiden Söhne tätowiert sind.

Wer jetzt dachte, die Eintracht würde den Gegner kommen lassen und sich auf der Führung ausruhen, der Schnitt sich so mächtig, wie französische Parlamentsgegner des 18. Jahrhunderts an der Guillotine. Eintracht machte weiter und zeigte - wie Beuse im Anschluss der Presse verriet - das mit Abstand beste Saisonspiel unter seiner Führung. Insider behaupten, dass die Mannschaft sich vor dem Spiel eingeschworen hatte, für den verletzten und betrübten Linksaußen M. Lotte zu spielen, der vermutlich bis zum Ende der Saison ausfallen wird.

Die zahlreichen Angriffe der ganz in grün spielenden Münsteraner fanden bis kurz vor der Halbzeit allerdings keinen Ertrag. Bis T. Jöhren wieder zur Ecke schritt. Und was soll man sagen? Die zweistellige Millionensumme für den Standarto-Meter zahlte sich bereits in einem Spiel voll aus. Wieder wird der Eckball gezielt vors Tor gebracht und wieder war es Kapitän Höka, der sich durchsetzte, wie ein ausgehungerter Sumoringer am mongolischen Buffet! 2:0! Nachdem der Routinier sein zweites Tor am heutigen Spieltag mit der Friedenstaubengeste, der Wiege mit beiden Armen und Herznachzeichnungen in der Luft feierte, ging es kurze Zeit später in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild. Saxonia mühte sich nach besten Wissen und Gewissen ab, gefährlich vor das Tor von Zellien zu kommen. Im Spielberichtsbogen des Schiedsrichters stand dazu: "Sie waren stets bemüht, konnten den Anforderungen allerdings nicht entsprechen". Anders die Eintracht, die weiterhin mit hoher Kombinations- und Ballsicherheit überzeugte. Ein besonderes Raunen ging durchs Stadion, als Mirza Davarovic seinen Gegenspieler erst davonlief und ihn dann an der Eckfahne per Hackentrick tunnelte. Den Antrag auf vorzeitigen Spielabbruch entsprach der Schiedsrichter trotz mehrerer Anträge des Saxonen-Trainers nicht. So war es schlussendlich Eckner, der nach einem traumhaften Zuspiel von Jöhren in die Spitze die Nerven behielt und standesgemäß zum 3:0 einnetzte.

Am Ende war es zwar nur ein Spiel, das die Eintracht beeindruckend für sich entschied, aber diese Leistung gibt berechtigte Hoffnung, für den weiteren Verlauf der Saison. Da mag man dem Team als vollkommen Unbeteiligter Betrachter zurufen:"Weiter so!"

 

PS: In den frühen Morgenstunden am Montag, fing die örtliche Polizei einen durch die Straßen laufenden Mann namens Beuse ein, der mit freiem Oberkörper wilde Jubelarien schmetterte und sein T-Shirt durch die Luft wirbelte.

 

 

Tore:

1:0 C. Hölker

2:0 C. Hölker

3:0 Eckner

 

Aufstellung:

D. Zellien, Gemming (70. Lauge Wettwer), Schlüter, Lührmann, P. Zellien, Funke, C. Hölker, Pieper, Lehmann (65. Davarovic), T. Jöhren, Eckner


14.10. - Meisterschaftsspiel gegen TUS Altenberge III

 

Als die Arbeit am Mittwoch Abend beendet war rutschten 14 Männer das Geländer ihrer Arbeitsstelle wie Fred Feuerstein hinunter und machten sich mit einem wilden Jabbadabbaduu auf den Weg. In Altenberge stand ein Flutlichtspiel an, bei knackigen Temperaturen um die 8 Grad ging es - wie Präsident Heinz sagen würde - um ne dicke Bockwurst mit mittelscharfem Senf. Denn der Gastgeber kratzt schon seit Wochen an der Tür zu den Spitzenplätzen, wie ein halb verhungerter Köter, der ins Warme will.

Das Problem auf Seiten der Gäste: So richtig da - personell gesehen - war man an diesem Mittwochabend leider nicht. Die Anzahl von verletzten Spielern hätten gut und gerne eine eigene Mannschaft in der Invalidenliga stellen können und auch wichtige Spieler wie Fabian Funke, weilten allen Anschein nach noch im Urlaub. Dem hochmotivierten Gastgeber Paroli zu bieten, wurde dadurch mehr als nur erschwert.

So kam es zu der gefürchteten Flügelzange der Leusmänner. Die Jungs, die sich wie ein Ei dem anderen gleichen, wurden von Coach Beuse noch mal rekrutiert und wollten den zahlreichen Zuschauern am Spielfeldrand noch mal zeigen, aus welchem Zwillingsholz sie geschnitzt sind. Darüber hinaus gesellte sich Flo aus den Reihen der 1. Mannschaft in die rechte Verteidigerposition. Es war also angerichtet und vorweg lässt sich sagen - dieses Spiel war einiges, aber definitiv nichts für schwache Nerven.

Altenberge machte von Beginn an einen physisch starken Eindruck. Man munkelt die Redewendung "Sich wie die Axt im Walde aufführen" stammt direkt von dem, in der Wallachei gelegenen, Platz. Die Experten vermuteten einen defensiv eingestellten Gast und die Jungs vom Pleistermühlenweg erwischten tatsächlich einen guten Start. Aus einer sicheren Defensive, war es vor allem T. Jöhren, der mit Übersicht und Spielfreude zu gefallen wusste. Eine von Ihm getretene Ecke in der 7. Minute fand den heranstürmenden Luke Wettwer, der ja inzwischen über die Stadtgrenzen hinaus als erbarmungsloser Knipser bekannt ist. In dieser Situation wurde der wuchtige Kopfball allerdings von Altenberge abgewehrt. Doch geistengegenwärtig, wie ein Erdmännchen bei der Nahrungsaufnahme, huschte Hajo Leusmann heran und staubte zum 1:0 ab.

Auch nach der Führung stellten die Eintrachter das spielerisch reifere Team. Jöhren versuchte es mit Bällen in die Schnittstelle und auch mal mit technisch anspruchsvollen Kabinettstückchen. Ein Solo mit anschließendem Pass auf Hajo, hätte fast zum 2:0 geführt, doch der Keeper der Heimtruppe schmiss sich aufopferungsvoll in den Ball.

Zu diesem Zeitpunkt war Keeper D. Zellien beschäftigungslos und auch die Defensive ließ sich vom Gastgeber offensichtlich einlullen. So wurde auf der linken Seite nach einem Einwurf nicht beherzt zugegriffen, der Seitenwechsel auf die rechte Seite konnte nicht verhindert werden und Flo, die Leihgabe aus der 1. Mannschaft nicht da, wo er nach Meinung der anwesenden Fans hätte sein sollen - nämlich bei seinem glatzköpfigen Gegenspieler. Dieser hatte so keine Mühe den Ball vorbei an Zellien zum 1:1 einzuschieben.

Doch die Tränen der Trauer über diesen Rückschlag währten nicht allzu lange. Keine fünf Minuten später wurde Hajo auf der linken Seite zu hart angegangen. Den fälligen Freistoss, nahm sich selbstverständlich T. Jöhren an. Mustergültig zirkelte er den Ball in die "Danger-Zone" - wie die Engländer sagen würden - wo Lehmann seinen frechen Fuß hinhielt und zum 2:1 einnetzte.

Doch die Tränen der Trauer über diesen Rückschlag währten nicht allzu lange. Dies ist kein Copy-Paste-Fehler - Nein! Vielmehr gilt dieser Satz nun für die wütende Heimmannschaft, die keine drei Minuten später zum Ausgleich kamen. Nach einer Ecke wird der Ball abgewehrt. Der heraneilende Sechser bleibt mit seinem Schuss an Höka hängen. Doch wieder kommt der Ball zu dem kleinen Mann, der es wieder probiert. Dieses Mal mit Erfolg. Der Schuss wird unhaltbar abgefälscht und schlägt zum Ausgleich im Netz von Zellien ein.

Zwei Mal zurückgelegen, zwei mal zurückgekommen. Altenberge schnupperte hier an der Sensation und wurde nun noch köperbetonter, was den Gästen vom Pleistermühlenweg sichtlich zu schaffen machte. Kapitän Höka wurde oft hart angegangen und in der 35. Minute war für Leihspieler Flo Schluss. Er wurde durch Gemming ersetzt.

Fast wäre in der Drangphase vor der Pause Jöhren mit einem Freistoss erfolgreich gewesen. Doch sein Versuch strich Zentimeter am Pfosten vorbei.

Als die Eintracht - die sich 7 Minuten Zeit ließ und die Heimmannschaft, sowie Schiri und Fans hat warten lassen - aus der Kabine stolzierte, mussten sich die Spieler einige freche Sprüche der Altenbergener anhören. Aber Beuse motivierte die Truppe mit den Worten: "Wir müssen zeigen, dass wir Bock auf dieses Spiel haben".

Diesen Bock - vermutlich eine Anlehnung auf die von Präsi Heinz geliebte Bockwurst - wurde keine 20 Minuten nach Wiederanpfiff in Zählbares umgemünzt. Einen Freistoss aus 35 Meter schlägt Jöhren wieder butterzart in die viel besungene Danger-Zone. Dort setzt Hajo Leusmann zu einem unnachahmlichen Roundhousekick an. Mit der Hacke in Karate-Kid-Manier setzt er den Ball zum Tor des Monats in die Maschen. 3:2 für Eintracht und Beuse flippte an der Seitenlinie förmlich aus vor Freude.

Gutes Stichwort. Zum ausflippen war auch die Foulquote der Altenberger, allein Höka wurde gefühlt alle drei Minuten auf die Bretter geschickt und erhielt nach dem Spiel die Auszeichnung des MFP (Most Fouled Player).

Altenberge rannte an und war die bessere Mannschaft. Tölke kam für Jöhren um die Defensive zu stärken und Haefner musste verletzungsbedingt für Vander Platz machen.

15 Minuten vor Schluss passierte dann das absolut vermeidbare. Wieder ein Seitenwechsel. Dieses Mal von rechts auf links. Der eingewechselte Vander überlegte wohl gerade, mit welchem etherischen Duftöl er sein Mittwochs-Wellnessbad Zuhause nach dem Spiel aromatisieren würde. Anders ist es nicht zu erklären, warum der sonst so beinharte Zweikämpfer den Zugriff auf den Stürmer der Altenberger verweigerte. Auch der bis dahin fehlerfreie Zellien griff nicht entscheidend ein und so konnte Altenberge tatsächlich noch den Ausgleich bejubeln. Mehr oder weniger leistungsgerecht trennten sich die beiden Mannschaften. Dem großen Kampf auf beiden Seiten war es zu verdanken, dass die zahlreichen Zuschauer ein unterhaltsames Spiel in Erinnerung behalten werden.

 

PS: Duftöl des Tages: Lavendel-Zitronenmelisse

 

Tore:

1:0 H. Leusmann

2:1 Lehmann

3:2 H. Leusmann

 

Aufstellung:

Zellien, Flo (30. Gemming), Luke Wettwer, Schlüter, Haefner (70. Vander), C. Hölker, Lehmann, H. Leusmann, M. Leusmann, T. Jöhren (65. Tölke), Eckner


11.10. - Meisterschaftsspiel gegen GS Hohenholte II

 

Als Matthias „Lütti“ Lührmann von der hiesigen Presse nach seiner Meinung zum Spiel befragt wurde, antwortete dieser ganz in Olaf Thon-Manier:  „Mensch, mir ist aber kalt jetzt! Ehrlich! Boah!“ Recht hatte er. Erwärmend war es nicht was die Eintracht-Zweitvertretung gegen den Gast aus Hohenholte zu bieten hatte. Besonders die erste Hälfte war fehlerbehaftet, ein roter Faden war im Spiel der Gastgeber nicht zu erkennen.

Coach Beuse stellte in der Spitze um. Bränni sollte es richten. Der zuletzt eher glücklose Eckner musste sich mit einem Platz auf der Bank begnügen. Auf der „Sechs“ begann Lehmann neben Kapitän Hölker. Die Eintracht bot wenig an, Hohenholte gar nichts und somit waren die ersten Möglichkeiten auch der Eintracht zuzuschreiben, doch insbesondere Bränni scheiterte gleich zweimal am Gästekeeper. Die Eintracht-Führung fiel dann verdient, aber nicht aus einer glasklaren Möglichkeit. Hölker schob den Ball am Sechzehner quer auf Jöhren, der sich den Ball zurecht legte und oben rechts in den Giebel schlenzte (20.). Doch das Spiel gefiel weiterhin nur wenig. Die Außen, Thiem und Haefner, kamen nicht in die Partie und glänzten durch Tatenlosigkeit. In der Mitte fehlte der Biss. Man munkelt, dass Florian Hölker sich am Spielfeldrand dazu hinreißen ließ, Haefner zu kritisieren: „ Er hat den Fußball nie geliebt.“

Zum Ende der Halbzeit konnte wenigstens die 2:0-Führung bejubelt werden. Hölker nahm das Zuspiel Jöhrens auf und setzte das Leder stramm in die Maschen (40.). In der Halbzeit grollte ein Unwetter namens Beuse durch die Heimkabine, ließ die Mannschaft doch so viele seiner Vorgaben vermissen. Eine solche Kritik wollte das Team dann auch nicht auf sich sitzen lassen und kam mit deutlich mehr Elan aus der Pause. Der Gegner wurde früher angelaufen und unter Druck gesetzt. Ein Ruck war spürbar. Auch der zur Pause eingewechselte Eckner belebte das Spiel und konnte direkt auch einen Akzent setzen. Hölker errang das Leder im Mittelfeld, schickte Eckner steil, der cool blieb und zum 3:0 verwandelte (50.). Kurz darauf die nächste heikle Situation im Gäste-Strafraum: Jöhren will am Gegenspieler vorbei, der lässt sein Bein stehen – Strafstoß für die Eintracht, wobei der Hohenholter später zugab, Jöhren „ganz leicht retuschiert“ zu haben. Jöhren selbst vergab allerdings die sich bietende Gelegenheit. In der 75. Minute machte er es allerdings besser. Lütti packte alles in seinen Abstoß, der soweit flog, dass Jöhren allein auf das Hohenholter Tor zulief und locker einschob (75.). Das 5:0 ließ nicht lange warten. Eckner spitzelte das Leder am Keeper vorbei und erneut stach Joker Luke Wettwer, inzwischen zum vierten Mal in dieser Spielzeit (82.).

Das 6:0 war wiederum Eckner vorbehalten, der die abgewehrte Flanke von Lehmann aus kurzer Distanz über die Linie drückte (85.).

Das 6:0 ist sicherlich auch in der Höhe in Ordnung. Sollte das Eintracht-Abwehrbollwerk (3 Gegentore in 8 Partien) weiterhin so stark spielen, können die kommenden Aufgaben sicherlich mit Optimismus angegangen werden. Nur Co-Trainer Thomas Königshausen hob schließlich warnend den Finger: „Zu 50 % haben wir es geschafft, aber die halbe Miete ist das noch nicht.“ 

 

Tore:

1:0 T. Jöhren

2:0 C. Hölker

3:0 Eckner

4:0 T. Jöhren

5:0 Luke Wettwer

6:0 Eckner

 

Aufstellung:

Loch, Zellien, Lührmann, Schlüter (45. Lu. Wettwer), La. Wettwer, Hölker, Lehmann, Haefner (65. Vander), Jöhren, Thiem (45. Eckner), Bränni


04.10. - Meisterschaftsspiel in GW Amelsbüren 3

 

Gibt es Momente, in denen Dicke mit dem Begriff XXL eher schlecht umgehen können? Ja, es gibt sie. Die Spieler der Eintracht-Zweitvertretung mussten sich am Sonntag mit einem gigantischen XXL- Teppich auseinandersetzen. Um von Tor zu Tor zu sehen, musste man zweifellos ein Fernglas bemühen. Die dadurch entstehende Laufarbeit – nix für Dicke.

Das einzig Gute. Wembley konnte sich vom saftigen, kürzer als Luke Wettwers Haupthaar geschnittenen Grün, noch etwas abschauen.

Die Personallage der Eintracht. Semi. Neben den Langzeitverletzten Davarovic, Lorecchio, Gilsbach, Lotte und Vogenauer, dem Kurzzeitverletzten F. Hölker, dem in Köln weilenden F. Jöhren, dem an die Erste abgegebenen Erlemann und dem urlaubenden Funke waren alle Mann an Bord. Das waren dann aber auch nicht mehr allzu viele.

Nach dem Mannschaftsabend der letzten Woche glaubte man in den ersten zehn Minuten noch ein wenig Restmüdigkeit erkennen zu können. Unsauber, wie Lauge Wettwers Unterhose, kamen viele Pässe der Eintracht daher, so dass der Spielaufbau ein wenig hakte.

Mit dem ersten richtige Angriff brannte es aber gleich lichterloh vor dem Tor der Elf vom Häpper. Eckner verzog jedoch freistehend mit einer Mischung aus Schuss und Lupfer. Für die Eintracht war dies jedoch der Startschuss für eine starke halbe Stunde. Amels kam kaum noch aus der eigenen Hälfte. Das Tor von Hüter D. Zellien wurde nicht nur wegen der großen Entfernung nie gesehen. Der widerspenstigste grün-weiße Gegner war jedoch, wie erwartet, Trainer- Seegers Clive Lambert, der mit undechiffrierbaren Fußballfloskeln, für die größten Verwirrungen sorgen sollte. Schnell hatte er rausgefunden, dass Fußballästhet T. Jöhren „nur lang kann.“

In die Drangphase der Eintracht mischte sich zunächst der nächste Verletzungs-Schock. Neuzugang Horns blieb im Rasen stecken, verdrehte sich den Fuß und musste mit einer Bänderverletzung raus. Grobe Prognose: 4 Wochen. Es halten sich hartnäckig Gerüchte, dass die Eintracht pro forma schon Termine für die nächsten Sonntage in umliegenden Krankenhäusern ausgemacht hat, um die Wartezeiten der künftig Betroffenen zu minimieren.

Zurück zum Sportlichen: Thiem ersetzte Horns (29.) und machte eben wie sein Vorgänger Druck über die rechte Schiene.

Ab der 30. Minute wurden Hochkaräter im Minutentakt vergeben. Ob Lauge Wettwer, C. Hölker oder Eckner. Die Seuche war nicht vom Fuß zu bekommen.

Nur Jöhren nahm sich Lambert´s gekonnter Analyse an.

Einer dieser langen Bälle –eine Ecke – zirkelte Jöhren dann kurzerhand direkt ins lange Eck. Lambert hatte Recht behalten. Bei der Eintracht wurde aufgeatmet. Jöhren entschuldigte sich noch beim Gegner mit einem „Ey Sorry, war keine Absicht“.

Jöhren sollte noch eine Gelegenheit zum langen Ball bekommen. Mit einem flachen Diagonalball fand er den Lauf von T. Lehmann, der den mitgelaufenen Thiem sah. Der Joker ließ es sich nicht nehmen den Torwart zu natzen und entgegen seiner Laufrichtung locker einzunetzen (45. +2).

In der zweiten Spielhälfte verflachte die Partie zusehends. Amelsbüren blieb ohne Torschuss. Die Eintracht tat das Notwendigste, machte die Räume dicht und lauerte auf weitere Chancen. Allein der Torabschluss blieb das große Manko. Ein reguläres Tor wurde kurios wegen Abseits aberkannt, da ein offensichtlich auf der Linie liegender Abwehrspieler schlichtweg vom sonst gut pfeifenden Unparteiischen übersehen wurde. Ansonsten gab der eingewechselte Bränni nicht die glücklichste Figur ab. So verstolperte er einmal in allerbester Tölpel-Manier und vergab einen weiteren Abschluss, da er in einer Art Zeitlupe agierte.

Trotzdem nahm die Partie noch einen erfreulichen Ausgang. Eckner ließ sich bis zur 88. Minute Zeit, um dann doch endlich der schwarzen Serie ohne Tor ein Ende zu setzen und schob den Ball nach Vorlage von Haefner überlegt am Amels- Keeper vorbei ins lange Eck zum 3:0-Endstand.

Zwei Sachen bleiben an dieser Stelle festzuhalten: Die Abwehr steht diese Saison stabil wie selten zuvor und von Lotte fehlen nicht nur die Hackentricks, sondern auch die Texte.

 

Tore:

1:0 T. Jöhren

2:0 Thiem

3:0 Eckner

 

Aufstellung:

Zellien, Haefner , Schlüter (70. Luke Wettwer), Lührmann, Lauge Wettwer, C. Hölker, Pieper, Horns (29. Thiem), T. Jöhren (65. Brannekemper), Lehmann, Eckner


20.09. – Meisterschaftsspiel gegen Hiltrup III

Schon so manch falscher Prophet hat den Weltuntergang vorrausgesagt und dabei die düstersten Szenarien phantasievoll gemalt. Inspiriert wurden sie vermutlich von dem, was am letzten Sonntag auf dem Rasen passierte, auf dem die Eintracht sonst immer recht glücklich von einem Sieg zum nächsten eilte.

Dabei war es nicht die unverdiente 0:1 Niederlage, die eine Unbesiegbarkeitsserie der Zweitvertretung von sage und schreibe 15 Monaten zeriss, sondern eher die schweren Verletzungen von zwei Spielern, die einen so bitteren Nachgeschmack hinterließ, wie der Genuß von Rizinusöl am Morgen. Womöglich fallen beide für die restliche Saison aus.

Hiltrup muss sich den Vorwurf gefallen lassen, den Sieg mit fragwürdigen Mitteln erreicht zu haben. So kann man nicht von Zufall sprechen, dass zwei linke Außenverteidiger in den letzten zehn Minuten Opfer der spielerischen Limitiertheit der Gäste wurden. Nachdem sich Nikolas Vogenauer in Folge eines Luftzweikampfes das Kreuzband riss und seinen Meniskus verletzte, wurde Michael Lotte für die letzten fünf Minuten auf seine angestammte Position beordert. Nur drei Minuten brauchten die Hiltruper, um nicht nur das Innenband Lottes zu zerreissen, sondern auch das Kreuzband sauber zu durchtrennen. Der Mittelfeldspieler der Hiltrupper führte den Zweikampf, der dazu führte, mit einem Ausdruck der Zerstörung in seinen trüben Augen und nahm dabei die schwere Verletzung in Kauf.

Der Krankenwagen erreichte den Platz kurz nach Spielende und transportierte beide Spieler in Richtung Franziskaner Krankenhaus ab, wo die bitteren Diagnosen festgestellt wurden. An dieser Stelle bedanken sich die Verletzen bei den Zusprüchen und Genesungswünschen aus den mannschaftsübergreifenden Reihen der Eintracht.

Dem nicht genug, ging der Niederlage der Hausherren eine rabenschwarzer fußballerischer Nachmittag vorraus. Schon in der 7. Minute griff Keeper Zellien ohne Not an einem harmlosen Aufsetzer vorbei, der zur Verwunderung aller Anwesenden im eigenen Netz landete. Hiltrup glaubte selber nicht, dass da gerade die Führung gegen den Ligaprimus gefallen war und freute sich deshalb umso mehr. Das Positive daran: Eintracht hatte noch genügend Zeit, um das Spiel zu drehen.

An Chancen mangelte es bei diesem Vorhaben beilebe nicht. Mehrere gute Einschusschancen, ob nach einer gepflegten Kombination, oder einem der vielen Standards, ergaben sich zuhauf. Doch die Erkenntnis dieser noch jungen Saison: Die Eintracht ist eher so lauwarm vor dem Tor und noch sehr weit entfernt von dem Status eiskalt!

Vermutlich hätte die Beuse-Truppe noch bis zur anfangs erwähnten Apokalypse weiterspielen können - an diesem Tag wollte das Dosenöffner-Tor einfach nicht gelingen. Und da man ein Pflaster bekanntlich besser schnell als langsam abreißt, endet der Bericht ohne lange Ausführungen der Fehlerquellen und vergebenen Versuche, sondern nur mit dem Fazit:

Auch wenn Niederlagen schmerzen, so ist es noch viel schmerzhafter, wenn man durch ein unüberlegtes Foul für den Rest der Saison aus dem Spielbetrieb und dadurch auch ein Stück weit aus der Gemeinschaft gerissen wird. Riskiert bitte nicht die Gesundheit des Gegenspielers, denn am Ende ist das Spiel, das wir alle so lieben, nur ein Spiel.

 

PS: Der verantwortliche Spieler der Hiltruper entschuldigte sich ausdrücklich persönlich und auch die Gegenspieler an der Seitenlinie halfen, wo sie nur konnten. Ich möchte durch die Metaphern in diesem Bericht keine Hetze initiieren und unterstelle bei diesem Foul selbstverständlich keine Absicht.

 

Tore:

Fehlanzeige

 

Aufstellung:

Zellien, Lotte, Lauge Wettwer (45. Luke Wettwer), Schlüter (70. Brannekemper), Vogenauer, C. Hölker, Erlemann, Funke, Thiem (60. Lehmann), T. Jöhren, Eckner

 


13.09. – Meisterschaftsspiel in FC Münster 05 II

Man stelle sich mal vor, jetzt im Winter kommt der neue James Bond in die Kinos. Der Film Spectre wird mit viel Vorschusslorbeeren angepriesen und zieht die Massen in die Lichtspielsäle. Nach knapp zwei Stunden gehen die Besucher nach Hause und mussten feststellen, dass James Bond niemanden erschossen hat. Unbefriedigend? Klar! Enttäuschend? Natürlich! Unrealistisch? Nun, man hat schon Pferde kotzen sehen!

Denn so oder so ähnlich müssen sich diejenigen am Sonntag Nachmittag gefühlt haben, die es mit der Eintracht II halten und sich das Auswärtsspiel gegen Münster 05 angeschaut haben. Denn Torjäger Eckner – hier in der Rolle des beliebten Spions der englischen Krone – hat so ziemlich jede Gelegenheit ausgelassen, um den Gegner zu eleminieren. So hatte das Spiel mit einem normalen James Bond Film nur eines gemein – die Spannung.

Aber der Reihe nach. Zum Spiel gegen den FC Münster 05 im Stadtteil Gievenbeck versammelte sich ein namhafter und reichhaltiger Kader, der Coach Beuse vor die Qual der Wahl stellte. Tobi Jöhren startete so wieder als Spielmacher, nachdem er die letzten beiden Spiele beruflich verhindert war. Lehmann rutschte auf rechts und in der Innenverteidigung vertrat Wilmsen den abwesenden Lührmann.

In den ersten 15 Minuten zog die Eintracht auf dem ungeliebten Kunstrasenplatz ihr gewohnt sicheres Kombinationsspiel auf. Da über die Flügel nicht so richtig Druck entstehen wollte, versuchten es T. Jöhren und Kapitän Höka oft durch die Mitte. Dort machten die Gastgeber aber rigoros dicht. Ob es die aufkeimende Ungeduld oder nachlassende Konzentration war, vermag man als nicht promovierter Psychologe nicht genau zu beurteilen – Fakt aber war, dass die Eintracht viele einfache Bälle nicht an den Mann brachte und sich in zu viele Klein-Klein-Situationen verhedderte. Nichts desto totz, hätte die in grün spielende Mannschaft von der Werse dort schon mit 2:0 in Führung liegen können, aber Eckner scheiterte mehrfach aus aussichtsreicher Position und die stark geschlagenen Standards von T. Jöhren konnten die einlaufenden Spieler nur knapp nicht verwerten.

Und für solche Momente, die Präsident Heinz gerne mal mit einer handfesten Darmverstopfung vergleicht, hilft nur noch ein zart eingeführtes Zäpfchen. Und genau diese Funktion erfüllte dann das „wahnsinnige Genie“ T. Jöhren in der 35. Minute. Nach einem Zuspiel von hinten, spuckte er sich in die Handflächen, zog den Turbo an und scharwenzelte mit einem fröhlichen Liedchen auf den Lippen durch die gesamte Defensive der Hausherren. Die staunten nicht schlecht, als Jöhren mit seinem gesamtem Repertoire an Drehungen, Wendungen und Finten bis an die Grundlinie vordrang und dann auch noch die Übersicht besaß, den mitgelaufenen Eckner anzuflanken. Der konnte in diesem Fall nicht anders und verwandelte zur verdienten Führung.

Kurz ein Wort zur Defensive der Eintracht: Die stand sehr sicher und gelangte – bis auf zwei Stellungsfehlern, die die 05er mit langen Bällen auszunutzen versuchten – nicht in Verlegenheit.

Als die zweite Hälfte begann, fand sich Luke Wetter auf dem Feld wieder. Er kam für Wilmsen auf seiner angestammten Position als Innenverteidiger zum Einsatz, was ihn nicht davon abhielt, seinen ausgeprägten Torinstinkt wieder unter Beweis zu stellen. Nachdem Eckner einen Elfmeter verschossen hatte, den er selbst herausholte und weitere 1:1 Situationen gegen den Torwart nicht für sich entscheiden konnte, benötigte Eintracht einfach einen eiskalten Killer vor dem Tor. Mit einem freundlichen „Grüß mich“ schmetterte Luke Wettwer nach einer T. Jöhren Ecke, die per Kopf von Eckner verlängert wurde, den Ball gekonnt mit der am wenig behaartesten Stelle seines unermesslich großen Schädels in Richtung rechtes Toreck. Beim anschließenden Jubellauf herzte er jeden seiner Mitspieler großzügig, der ihm in die Arme sprang.

Wenige Minuten später, hätte Erlemann für Ruhe im Karton sorgen können, aber auch er scheiterte bei einem Sololauf auf das gegnerische Tor. Und so passierte das, was nicht hätte passieren dürfen: es wurde noch mal spannend. Im Mittelfeld stand man nicht an den Männern dran und so konnte der Sechser der Gastgeber einen sorgenfreien Pass in die Schnittstelle der Abwehr spielen. Der Spielmacher leitete diesen direkt in die Mitte weiter, wo Preuth beim herauslaufen zögerte. So kam ein 05er-Bein an diesen Ball und bugsierte ihn mehr schlecht als recht in die Maschen. Wer jetzt bei den 05er nachgefragt hätte, dem wäre vermutlich genau erklärt worden, wie Morgenluft riecht. Denn plötzlich keimte bei den Hausherren die Hoffnung auf gegen den Ligaprimus noch was zu holen. Die Ironie an der Sache: Es war der erste Torschuss der 05er in diesem Spiel.

Doch Eintracht hielt dem kleinen Aufbäumen stand und sicherte sich den fünften Dreier im fünften Spiel. Am Ende hochverdient trotz einer besorgniserregenden Chancenauswertung. Allein Eckner, hatte an diesem Tag Einschusschancen, die für die Beseitigung von ein Dutzend Bond-Bösewichten gereicht hätten. Aber drei Punkte sind immer auch nur drei Punkte wert und daher hält es die Eintracht wie die günstigste Nutte auf St. Pauli: „Mund abputzen, weitermachen!"

 

Aufstellung

Preuth, Lotte, Laurin Wettwer (85. Haefner), Wilmsen (45. Luke Wettwer), Schlüter, C. Hölker, Funke, Erlemann, Eckner, T. Jöhren, Lehmann (70. F. Jöhren)

 

Tore:

1:0 Eckner

2:0 Luke Wettwer


06.09. – Meisterschaftsspiel gegen 1. FC Gievenbeck III

Manchmal gibt es solche Tage. Du stehst auf und irgendwie hast du ein gutes Gefühl. Eine Art Vorahnung. Der Volksmund würde vielleicht sagen: „Ich hab es im Urin“.

Nun muss man diese Aussage ein wenig relativieren. Wenn man bei Eintracht Münster spielt und Zuhause gegen Gievenbeck III antritt, dann schmeckt vermutlich sogar der eigene Bierschiss am Sonntagmorgen nach Erfolg. Dennoch galt es auch nach drei Siegen in drei Spielen, den Gegner ernst zu nehmen. Denn Kapitän Höka hatte vor dem Spiel den mahnenden Finger der Vernunft gehoben und der Mannschaft klar gemacht, dass es genau solche Gegner sind, die einen hochmütigen Gastgeber auch mal unerwartet schlagen können. Die Ernsthaftigkeit, mit der die Truppe des nicht anwesenden Trainers Beuse zu Werke ging, ließ früh keine Zweifel an der Richtung aufkommen, die dieses Spiel zu nehmen vermochte. Überraschend spielstark präsentierte sich die durcheinandergewürfelte Heimmannschaft – die die beiden Leistungsträger Erlemann und F. Jöhren an die erste Mannschaft abgeben mussten – schon ab der ersten Minute. 

Die ungewohnte 6er-Achse bildeten dieses Mal Höka und Funke, der seine Kaltschnäuzigkeit bereits in der 16. Minute unter Beweis stellte. Ein Einwurf von Lauge Wetter landete bei Bränni, der sich am 16er Eck gegen gleich drei Gegenspieler behauptete und den Ball aufopferungsvoll zu Höka durchsteckte. Der setzte den frei stehenden Funke ein und dieser wiederum verwandelte hundeschnauzenmäßig mit einem humorlosen Schuss ins linke untere Toreck.

Gievenbeck wurde nun wie eine Horde Sklaven vom eigenen Kapitän mit der Peitsche aus vorwurfsvollen Worten angetrieben und schob dicht am 16er mit neun Mann den Riegel vor. Darum ließ Eintracht den Gegner kommen und spielte den Ball vornehmlich hinten herum. So gelang es Lührmann ein ums andere Mal mit präzisen Bällen über die rechte Seite Bränni einzusetzen, der seinem Gegenspieler vermutlich ein Dutzend mal die lange Nase zeigte. Das 2:0 wollte leider so nicht fallen, da immer ein gievenbecker Fuß oder das eigene Abschlusspech im Wege stand.

So musste es ein Standard richten. Da sein Name verpflichtet, trat Stürmer Eckner die Ecke von links mit gutem Zug in den Strafraum. Dort postierte sich Lotte – das fussballerische Schweizer Taschenmesser der Eintracht – optimal und sprang nicht nur am höchsten, sondern stand auch gefühlte zwei Minuten in der Luft. Den Ball köpfte er gegen die Laufrichtung des Keepers ins Tor. So einfach, so wunderschön. 2:0 in der 39. Minute und das war dann auch der Pausenstand. Die zweite Hälfte sollte dann aber noch ein Stück furioser werden. Gievenbeck wehrte sich anfangs noch, wie eine Makrele, die man frisch aus dem Meer gezogen hatte. Aber der Knoblauch war geschnitten, die Zitrone war gepresst und die frischen Kräuter waren gepflückt, als der zappelnde Fisch ab der 60. Minute darin mariniert und auf den Grill gelegt wurde. Zuerst konnte Eckner einen Lotte-Pass in die Schnittstelle nicht verwehrten und „kniete“ den Ball ins Aus. Der darauffolgende Abstoß des Gievenbecker Kapitäns landete aber genau vor die Füße des umtriebigen Eintracht-Stürmers, der dieses Mal die Ruhe behielt und flach zum 3:0 einschob. „Geschenktem Gaul schaut man nicht ins Maul“ dachte sich Eckner und jubelte mit den Mitspielern über seinen dritten Treffer im dritten Spiel. 

Um zu zeigen, dass die Truppe, die von Co-Trainer Königshausen am Rand immer wieder lautstark gecoacht wurde, auch anderweitig zum Torerfolg kommen kann, erfand der liebe Gott die 78. Spielminute. Eine herrliche Kombination auf der linken Seite über fünf Stationen mit jeweils einer Ballberührung nutze der starke „Bränni“ Brannekemper auf Vorlage des eingewechselten Thiem zum 4:0. Noch atemlos nach dem Jubel zur Vorentscheidung, mussten die Fans schon eine Minute später wieder die Hände in den Himmel heben und das 5:0 von Funke beklatschen. Brannekemper schnappte sich einen schlampig gespielten Ball des Torwartes der Gäste und spielte diesen zu Funke. Und genauso wie eine Nymphomanin im Dark Room, ließ er sich nicht lang bitten und lochte ohne großes Vorspiel ein.

Königshausen dachte sich: „Bei diesem Spielstand kann ich gar nichts mehr falsch machen“ und brachte Luke Wettwer. Obwohl der junge Patriot seine Alkoholfahne schon den ganzen Morgen wild schwenkend vor sich hertrug, kündigte er vollmundig an, „noch einen geschmeidig reinzuknipsen“, falls er denn eingewechselt werden würde. Das müde Lächeln seiner Mannschaftskameraden verstummte, als die überdimensionale Schnapsdrossel tatsächlich eine Eckner-Flanke per Kopf zum 6:0 Endstand in der 84. Minute verwertete. Da steht man dann auch als Autor dumm da und weiß nicht, was man dazu noch schreiben soll. Die schönsten Geschichten schreibt offenbar tatsächlich das Leben, denn diesen Schlusspunkt, kann kein morgendliches Gefühl der Welt vorhersehen.


Aufstellung:

Preuth, Lotte, Lauge Wettwer, Lührmann, Vogenauer, C. Hölker, Horns (55. Thiem), Funke, Eckner (74. Luke Wettwer), Lehmann, Brannekemper

 

Tore:

1:0 Funke

2:0 Lotte

3:0 Eckner

4:0 Brannekemper

5:0 Funke

6:0 Luke Wettwer


30.08. – Meisterschaftsspiel in Bösensell II

Am Sonntag gegen High Noon war es wieder soweit: Die Vögel legten fertige Spiegeleier und die Nippel von Micaela Schäfer wurden zu funktionstüchtigen Heißklebepistolen. Während sich die Spielerfrauen am Aasee Eiswürfel an die Schläfen legten, beorderte Coach Beuse einige mutige Männer nach Bösensell, um sich dort bei Death-Valley-Temperaturen die Fußballschuhe zu schnüren. Und wer jetzt denkt, der Autor will mit seiner Ausführung am Anfang suggerieren, dass es an besagtem Tag warmes Wetter zu genießen gab, der hat seinen Arsch noch nie auf einer heißen Herdplatte geparkt.

Dem Kunstrasenplatz in Bösensell war das Wetter egal. Er absorbierte die Hitze und gab sie bei jedem Schritt, an den betroffenen Spieler weiter. Dennoch hatte die Eintracht das Ziel auch an diesem hochsommerlichen Nachmittag drei Punkte an die Werse zu entführen. Dieses Unterfangen wurde durch einen sachlich-ruhigen Spielaufbau von Anfang an gefördert. Trotz einiger signifikanter Umstellungen im Teamgefüge, (Beispiel: Innenverteidigte Luke Wettwer fungierte als brachiale Sturmspitze) schien das Spielverständnis zu passen. Die Gastgeber wurden alsbald in der eigenen Hälfte eingeschnürt und die Beuse-Boys näherten sich sachte aber bestimmt dem Führungstreffer. Nachdem Kapitän Höka beim ersten Versuch durchs Mittelfeld zu marschieren rüde gestoppt und seine Unmutsäußerung mit einer gelben Karte quittiert wurde, konnte er in der 15. Minute nicht mehr aufgehalten werden und setzte den mitgelaufenen Haefner gekonnt in Szene. Aus 10 Metern ließ er dem Schlussmann der Gastgeber mit einem elegant platziertem Ball ins Eck keine Chance.

"Und schießt der Haefner ein Tor, dann singen alle im Chor: Ihr seid die schlechteste Mannschaft der Welt!“

Mit dem 1:0 im Rücken hielt die Eintracht daran fest Ball und Gegner laufen zu lassen. Das klappte überraschend gut und war bei den Temperaturen wohl das probateste Mittel, um der Heimmannschaft die Freude am Spiel zu nehmen. Die schienen die Hitze einfach weggrätschen zu wollen und setzten ein ums andere Mal zum Silde über die Kunstrasenfläche an. Nachdem die daraus resultierenden Standards zuvor wenig Ertrag brachten, schnappte sich Kunstschütze Lotte das Leder – aus halbrechter Position ca. 20 Meter vor dem Tor. Er verschwendete kurz einen Gedanken daran, den Ball über die Mauer zu zirkeln, entschied sich dann aber doch für die Holzhammer-Methode und packte einen knackigen Flachschuss in Torwarteck aus. Diese Splittergranate konnte der Torwart natürlich nicht festhalten und so war es Luke Wetter, der mit der Urgewalt einer Dampflok angerauscht kam und den Ball mit der schier endlosen Wut über die unnachgiebige Hitze der Sonne in die Maschen drosch. Zeugen am Spielfeldrand meinten gehört zu haben, wie er während des Schusses „SCHEISS FUSSBALL“ schrie.

Das 2:0 war dann auch der verdiente Pausenstand. Die Halbzeit wurde zumindest von dem Großteil der Spieler zum japsen und schwitzen genutzt.

Bei Wiederanpfiff zeigte sich das gleiche Bild. Die Eintracht versuchte über flache Kombinationen das Mittelfeld zu überspielen und Bösensell lauerte nicht gerade auf Konter, sondern schien geschlossen den Schatten zu suchen, den das eigene Torgestell auf den Kunstrasen warf.

Bei einem der seltenen Vorstöße wurde es dann aber durchaus gefährlich für die Auswärtsmannschaft. Ein Freistoß aus dem Halbfeld erreichte den Kopf des Spielmachers und Torwart Zellien konnte das Leder mit den Fingerspitzen gerade noch über die Latte klären.

Im Anschluss daran ergaben sich noch mehrere Einschussmöglichkeiten für die Eintracht, doch die drückende Hitze, ließ die letzte Frische beim Abschluss vermissen. Eine missglückte Rückgabe zum Beispiel, landete beim sichtlich überraschten Aushilfstürmen Luke Wettwer, der nur noch den Torwart vor sich hatte und beim Umkurven des Selbigen die nötige Antriebskraft vermissen ließ. Viele Chancen wurden nun auch vom eingewechselten F. Jöhren initiiert, der am Abend zuvor einen richtig hochwertigen „Krafttrunk“ zu sich genommen haben muss und sich lauffreudig wie nie präsentierte. In der 70. Minute spielte besagter F. Jöhren den Ball zu Spielmacher Lehmann, der von der gegnerischen Defensive wieder mal nur durch die „Allzweckwaffe“ Grätsche zu stoppen war. Dem fälligen Elfmeter nahm sich Lotte an, doch er wollte es zu genau machen und setzte den Ball, zur Verwunderung aller, nur an die Latte. Direkt im Anschluss war aber klar – der nächste Elfmeter, den er sicherlich wieder schießen darf, kommt bestimmt. Am Ende stand ein immenser Flüssigkeitsverlust bei allen Spielern und ein ungefährdeter 2:0 Sieg, der sicherlich um das ein oder andere Tor höher hätte ausfallen können. Zusätzlich konnte die Tabellenführung erfolgreich verteidigt werden. Selbst Josch Beuse war mit dem Spiel hochzufrieden. Was will man mehr?


Aufstellung:

D. Zellien, Vogenauer, Schlüter, Lührmann, P. Zellien (70. Daveman), C. Hölker (45. Lauge Wettwer), Erlemann, Haefner, Lotte, Lehmann, Luke Wettwer (55. F. Jöhren)

 

Tore:

1:0 Haefner

2:0 Luke Wettwer


23.08. – Meisterschaftsspiel gegen Fortuna Schapdetten I

„Früh am Tag, fallen die wichtigsten Entscheidungen!“ Sagte sich Eintracht-Präsident Heinz, als er am Sonntag Morgen in den Kühlschrank schaute und die Qual der Wahl zwischen einer Flasche Pils oder Weizen hatte. So, oder so ähnlich, fühlten sich auch die Jungs von der Werse, die schon früh in der Saison den selbsterklärten Titelfavoriten Schapdetten 1 zu Gast hatte.

Nachdem das Spiel gegen die Zweitvertretung in der Woche zuvor souverän gewonnen wurde, schienen die Spieler in Schwarz ihre Vereinskollegen rächen zu wollen und präsentierten mit einem Mannschaftsreis vor Anpfiff, der enger als die Höschen von bulimikranken Frauen war, eine große Entschlossenheit. Die Mannen von Josch Beuse, der wie immer seine einsamen Bahnen an der Außenlinie zog, ließen sich davon aber nicht beeindrucken und zeigten sich gewillt, den wichtigen Dreier Zuhause zu behalten. Die Anfangsphase allerdings gehörte den Gästen, die besonders über Abstöße des Torwarts gefährlich wurden. Denn diese mutierten zu gefährlichen Schlagbällen in die Spitze, wovon sich die Innenverteidigung der Hausherren bereits zu Beginn mehrmals überrumpeln ließ.

Hinzu gesellte sich ein nervöses Passspiel, sodass Schapdetten tatsächlich Morgenluft witterte und mit einigen vielversprechenden Chancen auf 1:0 hätte stellen können. So war es ein verkrüppelter Rückpass zum Torwart, den sich Innenverteidiger Wettwer gönnte, welchen der Stürmer dankbar annahm. Torwart Zellien war in dieser Szene schon geschlagen. Zum Glück war auf den Pfosten verlass, der dem Führungstreffer im Wege stand.

Nachdem die hitzige Anfangsphase überstanden war, bemühte sich das Mittelfeldgespann um Kapitän Höka und T. Jöhren um mehr Ballkontrolle. Dies gelang in der 1. Halbzeit nur teilweise, auch weil sich die Gäste leidenschaftlicher zeigten, als die Spieler in Grün.

Umso überraschender war der Führungstreffer kurz vor der Pause. Lotte erkämpfte sich den Ball auf der linken Außenbahn und spitzelte ihn in die Mitte zu Haefner, der hatte die Idee Eckner mit einem Lupfer einzusetzen. Der Abwehrchef der Gäste kam dem schnellen Stürmer aber zuvor und spitzelte den Ball zur Freude der Fans und der Mannschaft in die eigenen Maschen.

Zur Halbzeit resümierte Trainer Josch ganz richtig, dass das Ergebnis nicht den Spielverlauf widerspiegelt, denn die Heimmannschaft hätte sich über einen knappen Rückstand sicher nicht beschweren können. Angestachelt von dem mehr als günstigen Spielverlauf, zeigte sich das Team in der zweiten Hälfte weitaus entschlossener und wacher. Trotzdem musste man den Ausgleich hinnehmen, als ein von rechts getretener Freistoß in den Sechszehner flog und die gesamte Eintracht-Defensive ehrfurchtsvoll zusah, wie sich gleich mehrere Schapdettener frei wie Tauben in der Münsteraner Innenstadt bewegen konnten. Vom Hinterkopf des Stürmers landete der Ball daraufhin zum ersten Gegentor der Saison im Netz. Die Gäste nahmen – angetrieben von dem wohl verdienten Ausgleich – die Messer aus ihrem Strumpfhalter in den Mund und wurden in den Zweikämpfen noch körperbetonter. Ein Foul an Erle und dessen daraus resultierender Pause, spülte F. Jöhren ins Team, der die Position mit frischem Frohmut interpretierte. Eine große Chance bot sich den Hausherren, als eine T. Jöhren-Ecke Lotte am langen Pfosten fand. Dessen platzierter Kopfball wurde allerdings vom aufmerksamen Torwart der Gäste über die Latte gelenkt. Mitten in die Drangphase der Schapdettener initiierte Erle einen dynamischen Angriff über links im Zusammenspiel mit F. Jöhren. Dieser setzte Funke gekonnt ein und Funke wiederum setzte den Ball gekonnt im Fallen ins rechte Eck des gegnerischen Tores. „Eine meiner leichtesten Übungen“, wie der Torschütze im Anschluss an die Partie zu verstehen gab.

Nach der Führung, die sich das Team von Beuse nun durchaus verdient hatte, vergaben T. Jöhren und Eckner aus aussichtsreicher Position noch weitere Chancen, die das Ergebnis eindeutiger gestaltet hätten. So musste die Mannschaft noch bis zum Abpfiff des Schiedsrichters, der beileibe nicht seinen besten Tag erwischte, ausharren, um sich den drei Punkten sicher zu sein und damit auch die Gewissheit zu erlangen, einen direkten Konkurrenten auf Abstand halten zu können.

 

Aufstellung:

Zellien, Lotte, Vogenauer, Lührmann, Luke Wettwer (70. Wilmsen), C. Hölker, Funke (82. Brannekemper), Erlemann (55. F. Jöhren), Eckner, T. Jöhren, Haefner

 

Tore:

1:0 Eigentor

2:1 Funke


16.08. – Meisterschaftsspiel in Fortuna Schapdetten II

Die Vorfreude war groß. Der als Wembley von Münster angepriesene Rasenplatz bei Schapdetten war sicherlich Inhalt vieler Träume von Samstag auf Sonntag, ehe das Wetter der Unternehmung Ballzirkulation allen Beteiligten einen Strich durch die Rechnung machte. Dann halt Asche. -.-

Zusätzlich hatte Trikotwäscher Lauge am Samstag (und Sonntagmorgen) so sehr dem Alkohol gefröhnt, dass das Team mit dem Ersatztrikotsatz die Auswärtsreise antreten musste. Aber auch auf dem eher unbeliebten Geläuf zeigte die Eintracht, speziell in der ersten Halbzeit, wohin der Hase auch in dieser Saison laufen soll. Im Mittelfeld wurde kompakt dicht gemacht, sodass der Gastgeber schon früh im Aufbau zu folgenschweren Fehlern gezwungen wurde. Bereits in der 8. Minute konnten die Beuse-Schützlinge daraus Kapital schlagen. Eine Gegenpressing-Situation führte zum Ballverlust der Schapdettener Zweitvertretung. Der Ball kam zu Erle, der die Situation blitzschnell erkannte und den freien Eckner sah. Der ließ sich nicht lange bitten und schloss aus 13 Metern eiskalt in die linke obere Ecke ab. Mit dem 1:0 im Rücken spielten die Gäste einen sicheren Stiefel, ohne aber allzu zwingend zu werden. Als zentraler Anspielpunkt im vorderen Bereich, erwies sich Servern Pieper als äußerst nützlich. Die Ballverteilung auf dem Flügel war exzellent und ermöglichte der Eintracht viele gute Spielzüge, auch im späteren Verlauf der Partie.

Doch zuerst kam der Gastgeber zu einer sehr guten Chance, als ein starker Diagonalball auf die linke Seite den Stürmer von Schapdetten genau fand (dem auf dieser Seite spielenden Verteidiger trifft in diesem Fall absolut gar keine Schuld, den er hat nach besten Wissen und Gewissen verteidigt und ist sich seiner Unschuld ohne Wenn und Aber bewusst). Dieser schmiss den Turbo an und chippte den Ball am herauseilenden Preuth, aber glücklicherweise auch am Kasten vorbei.

Die Eintracht spielte sich in Folge einige gute Chancen heraus. Eine davon setzte Erle an den Pfosten und eine andere wurde von Pieper in die Wolken gejagt, auch Eckner hätte bereits vorzeitig auf 2:0 erhöhen können, doch sein Kopfball nach einer Pieper-Ecke wurde kurz vorm Einschlag von der Linie gekratzt.

So war es ein Angriff über links in der 38. Minute, der das lang ersehnte Erfolgserlebnis brachte. Lotte, der Mann mit dem guten Herzen und dem Körper eines ausgewachsenen Teutonen, erkämpfte und behauptete den Ball an der linken Außenfahne, bis ihm Hölker zur Hilfe eilte. Eine technisch anspruchsvolle Kombination auf engstem Raum mündete dann in einen Pass auf den sich gut postierenden Eckner. Dieser ließ dem Schlussmann aus spitzem Winkel keine Chance. Sein 2. Tor an diesem verregneten Tag. Mit dem Ergebnis ging es dann zum Pausentee.

Nach dem Seitenwechsel stellte die Eintracht schnell auf 3:0 – aber wie!

Eine traumhafte Kombination zwischen Eckner und Erle – wobei Eckner den entscheidenden Ball mit der Hacke ablegte – schloss der Mittelfeldspieler mit einem trockenem Schuss zum Torerfolg ab. Szenen von Erwähnungswert wurden nun seltener. Die Gastgeber hatten noch eine, eher zufällig entstandene Chance, die Preuth im Tor aber mit einem herausragenden Reflex parierte. Auch Eintracht hätte natürlich noch ein, zwei Tore mehr schießen können, aber man hatte das Gefühl, dass dieses Wetter die Spielfreude zum Ende der Partie doch entscheidend hemmte.  

So ging es dann mit drei Punkten und der Tabellenführung im Gepäck zurück ins heimische Münster.

 

Aufstellung:

Preuth, Lührmann, F. Hölker, Lotte, P. Zellien (72. Wilmsen), Haefner (70. Vogenauer), Erlemann, C. Hölker, Schlüter, Pieper (60. Melsbach), Eckner


Tore:

1:0 Eckner

2:0 Eckner

3:0 Erlemann


09.08. – Testspiel gegen Concordia Albachten II:

Das letzte Spiel vor Saisonbeginn am Sonntag sollte noch mal einen Gegner ins innere der Wersearena spülen, der sich in der Kreisliga B heimisch fühlt. Also wieder eine nominell stärkere Mannschaft, welchen sich die Mannen von Trainer Josch Beuse (der knackfrisch und edel gebräunt aus dem Urlaub zurück war) als geeignete Vorbereitung für den Ligastart auserkoren hatten. Zur Freude aller auch mit dabei: die „Trainingsgäste“ Bräääääni und Lauge, mit der feingeistigen Absicht, sich auch mal wieder blicken zu lassen. ;)

Ohne Kapitän Höker, waren es Erle und Schlüter, die das Mittelfeld schon in der Anfangsphase zu ordnen wussten. Im zentralen Bereich zog Spielmacher Lehmann die Fäden, der an diesem sonnigen Tag ein ums andere Mal seinen frohlockenden Spielwitz aufblitzen ließ. Und da die Eintracht von Anfang an mit ansehnlichen Kurzpass-Kombinationen überzeugte, dauert es nicht lang, bis die Herren in grün ihre Überlegenheit in Zählbares ummünzten. Nach einer Ecke gelangte der Ball zu Schwatten Funke, der seine technische Raffinesse (durch seine puertoricanisch-brasilianischen Wurzeln) nutze, um per Seitfallzieher aus kurzer Distanz einzunetzen. Dem 1:0 folgte wenig später durch Eckner das 2:0, der nach einem starken Pass in die Schnittstelle, die Ruhe vor dem Kasten behielt und überlegt einschob. Wenig später hätte sich fast Schlüter in die Torschützenliste eingetragen, doch der Gewaltschuss aus dem Halbfeld landete mit einem Geräusch wie Höllendonner nur am Außenpfosten. Die Fans am Außenrand hatten bereits Mitleid mit Schlüter, der im Anschluss an diese Aktion ein wehleidiges „Ich schieße nie ein Tor“ folgen lies.

Doch diese Ruhe und Bedachtheit in den Aktionen, die die Eintracht bis dato auszeichnete, ging nach dem Seitenwechsel leider abhanden. Unnötige Ballverluste und unüberlegte Sololäufe brachten die Gäste wieder in die Gedankenlage, dass hier heute doch noch was möglich sei. So entwickelten sich einige Chancen, die entweder im letzten Moment geklärt werden konnten. Oder die vom aufmerksamen Torhüter D. Zellien in höchster Not bereinigt wurden. 

Bezeichnend, dass es ein Entlastungsangriff war, der den sprichwörtlichen Deckel auf diese Partie draufmachte. Der eingewechselte Bräääääni konnte im Zusammenspiel mit Eckner den Ball im gegnerischen 16er behaupten und ihn dann auf den mitgelaufenen Schwatten Funke durchstecken. Der tat das was er am liebsten tut: Sich nach dem geschossenem 3:0 in die schweißnassen Arme der jubelnden Mitspieler fallen lassen. In den darauf folgenden letzten Minuten hätte das Ergebnis gut und gerne um 2 Tore höher ausfallen können. Aber Eckner scheiterte gleich mehrmals aus aussichtsreicher Position. So steht ein unterm Strich verdienter Erfolg, der allerdings leider nicht das beinhaltete, was Trainer Beuse vor der Partie forderte: Konstanz. Die sollte noch so schnell wie möglich den Einzug in das Spiel der Zweitvertretung finden – und zwar über die gesamten 90 Minuten.

Alles in allem fühlt man sich aber gerüstet für den Saisonauftakt in und gegen Schapdetten II. Die Mission Aufstieg beginnt.


02.08. – Testspiel gegen Freckenhorst II:

Nach einem Wochenende mit wetterlichen Höhen und Tiefen knallte die Sonne pünktlich zum Anpfiff am Pleistermühlenweg aus allen Rohren und heizte Spielern und Kiebitzen gleichermaßen ein. Der Gast aus Freckenhorst reiste mit der Empfehlung einer herausragenden C-Liga Saison an, an deren Ende der Aufstieg in die Kreisliga B stand. Eine echte Bewährungsprobe also für die Mannen von der Werse, bei denen die Aufstellung durch Interimstrainer und Kapitän Hölker kräftig durcheinander gewirbelt wurde. Mit klaren taktischen Vorgaben und einer Standard-Raffinesse in der Hinterhand, ging es dann direkt vom Anpfiff an zur Sache. Vom Start weg wurde die Mannschaft von Co-Trainer Tömme lautstark nach Vorne getrieben und diese Marschroute ging auf. 10 Minuten waren gespielt, da konnte eine Pressingsituation optimal genutzt werden. Erle eroberte den Ball an der rechten Seite und setzte den schnellen Eckner ein. Dieser behielt aus spitzen Winkel die Übersicht und netzte – im Gegensatz zum Wetter – eiskalt ein. Beflügelt vom optimalen Start kannte die Eintracht in dieser Phase des Spiels nur eine Richtung: gerade nach Vorne!

In Minute 15 war es dann soweit. Wer bis hierhin dachte: „Der Hölker hat zu viel U21 EM geguckt und muss mal wieder in die Realität zurück geholt werden!“, der wurde nun eines Besseren belehrt. Eine Schlüter-Ecke wurde punktgenau serviert und die besprochene Variante ging so sehr auf, dass Hölker selbst es war, der seine Idee in Zählbares ummünzte. 2:0!

Lachende Gesichter überall. Spätestens ab jetzt war klar - dem Knaben mit der Binde kann man blind vertrauen. Würde er uns sagen: „Hundekot schmeckt prima!“ Wir alle würden ohne zu zögern bei Joeys ne Pizza „brauner Haufen“ bestellen und genüsslich verspeisen.

Doch das ein 2:0 nach 20 Minuten auch mal trügerisch sein kann, zeigten die darauf folgenden 10 Minuten. Zwei haarsträubende Fehler im Defensivverbund, waren gleichzusetzen mit einem ausgerollten roten Teppich für die Freckenhorster. Die ohne großen Aufwand die Führung der Hausherren egalisierten. Bitter, den man hatte zu diesem Zeitpunkt eigentlich die Partie im Griff. Bis zur Pause passierte dann nicht mehr viel.

Nach dem Seitenwechsel waren Torraumszenen eher Mangelware. Es entwickelte sich ein zähes Spiel im Mittelfeld. Wobei die Eintracht taktisch geschickt verschob und so dem Gegner nicht zur Entfaltung kommen ließ. Erst in der 55. Minute wurde es wieder interessant. Eine schöne Kombination im Mittelfeld landete beim starken Erle, der nicht lange fackelte und einen Schuss aus 25 Metern aufs Tor sausen ließ. Mit dem Momentum auf seiner Seite, wurde der Torhüter von dem nicht besonders platziertem Schuss so überrascht, dass es ihn mehr oder weniger gegenwehrlos passieren lies. 

Mit dem Führungstreffer im Rücken entwickelte Eintracht nun mehr Zug zum Tor. In der 68. Minute drang ein Einwurf von rechts in den Strafraum der Freckenhorster. Der Ball gelang über Umwege zu Lotte, der die Kugel mit Geschick und Erfahrung behauptete und nur durch ein rüdes Foul auf seinem Weg zum vermutlich sicheren Torabschlussversuch gehindert werden konnte.

Den fälligen Elfmeter verwandelte Eckner sicher, indem er den Torhüter wunderbar verlud. Die Freckenhorster reagierten daraufhin mit wütenden Angriffen. Davon – und sicherlich auch von den nun nachlassenden Kräften – verließen der Eintracht in den letzten 15 Minuten sichtlich die Kräfte. Nachdem die Defensivverbund-Ketten nicht mehr in den richtigen Abständen zueinander standen und auch das Mittelfeld nicht griffig am Mann war, konnte Freckenhorst ein ums andere Mal hochkarätigen Torchancen verbuchen. In dieser Phase war es D. Zellien, der den Anschlusstreffer mit einigen starken Paraden verhinderte. Aber in der 85. Minute war auch er machtlos, als ein Ball in den Raum gespielt wurde und sich der Stürmer der gelb-schwarzen Gäste die Ecke aussuchen konnte. Der Anschlusstreffer sorgte noch einmal für die sprichwörtliche Morgenluft beim Gegner und veranlasste ihn die letzten Minuten noch einmal richtig aufs Gaspedal zu drücken. Mit Aufopferung und dem Einsatz der letzten Kraftreserven konnten die Mannen von der Werse den Sieg aber über die Zeit retten.

Kurios: Erle – über volle 90 Minuten auf dem Platz – ärgerte sich über ein vermeidbares Unentschieden und erfuhr erst 30 Minuten nach Spielende, dass sein eigenes Team das Ding gewonnen hat. Guten Morgen Schlafmütze!

 


30.07. – Testspiel gegen Eintracht Münster I:

Nachdem Trainer Josch Beuse im Urlaub weilte, wurde die Mannschaft von Tömme „Der Don“ Tömmson und Kapitän Hölker für das Spiel gegen die 1. Mannschaft des eigenen Vereins motiviert und aufgestellt. Von Anpfiff an ließ sich ein klares defensives Konzept erkennen, das die Mannen von Srdjan "Skipi“ Kosoric sichtlich überraschte. Mit einer lässigen 4:4:2 Grundordnung fiel der Erstvertretung von der Werse nicht viel ein. Allerdings waren Entlastungsangriffe in Richtung gegnerisches Tor für die II. eher Mangelware. Eine Verkettung individueller Fehler war es dann, die das 1:0 einleitete. Ein Diagonalball von links fand Kapitän Gerrit Nosthoff auf der rechten Seite, der ließ seinen Gegenspieler leider noch älter aussehen, als er sowieso schon ist und flankte ziemlich zart auf den Kopf des Mitspielers, der in der Mitte sträflich alleine gelassen wurde.

Doch die Mannen in grün ließen dieses nicht unverdiente, jedoch vermeidbare Gegentor nicht auf sich sitzen. Schon fünf Minuten später wurde Eintracht II mutiger und nutze die Verwirrung der ersten Mannschaft im eigenen Strafraum nach einer Jöhren-Ecke, um durch Stefan Thiem zum 1:1 auszugleichen. Es formte sich nun ein kämpferisches Spiel im Mittelfeld, mit kleinen Vorteilen für die I. Mannschaft, die aber nicht zu zwingenden Torchancen kamen – eine Gegebenheit, die das erklärte Ziel der taktischen Besprechung war. Kurz vor der Pause allerdings wurde man kalt erwischt, als ein gefährlicher Ballverlust im Mittelfeld von der aufgerückten Abwehrreihe nicht mehr verteidigt werden konnte. Wiederholt Gerrit Nosthoff bekam den Ball und überraschte alle Anwesenden mit einer klugen Aktion, indem er den Ball aus 30 Metern über den, vor dem Tor stehenden, Schlussmann D. Zellien lupfte. Der Ball prallte an die Latte und wurde zur mustergültigen Vorbereitung des heraneilenden 10ers. Der den Ball per Kopf versenkte.

Nach der Pause entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel mit vielen gefährlichen Spielzügen der Zweitvertretung. Einer davon konnte zum sehenswerten Ausgleich genutzt werden. Im Gegenzug startete allerdings der eingewechselte Gemming mutterseelenallein, auf der von ihm aus linken Seite, durch, um den mitgelaufenen Stürmer zum 3:2 zu bedienen. Die größten Chancen des Spiels wurde von Tobi Jöhren leider nicht zum Anschlusstreffer genutzt und so war es eine klare Abseitsstellung, die der ansonsten gute Schiedsrichter Martin nicht erkannte, die zum 2:4 Genickbruch aus Sicht der 2. Mannschaft führte.

Dennoch kann man von einer guten Präsentation gegen die zwei Klassen höher spielende Erstvertretung sprechen und teilweise sehr zufrieden mit der taktischen und kämpferischen Einstellung sein.

 


25.07. - 26.07.: Vorbereitungsturnier des SC Sprakel:

Das freundschaftlich angehauchte Turnier des Ausrichters SC Sprakel war eine hervorragende Möglichkeit für die Eintracht, um zu sehen, wo man vor dem Ligabeginn in wenigen Wochen steht. Mit viel Vorfreude und einem Kasten Bier in der Hinterhand, reiste man am Samstag den 25.07. mit schnittigen 13 Spielern im Gepäck an. 

Das erste Spiel gegen die A-Jugend des SC Sprakel konnte ohne großen Körper- und Willenseinsatz mit 2:0 gewonnen werden. Als daraufhin Bäume am Spielfeldrand umknickten und Kühe von umliegenden Weiden weggewirbelt wurden, entschied der Ausrichter klugerweise auf eine Verschiebung der weiteren Spiele auf den Sonntag.

Am nächsten Tag ging es – aus Zeitgründen – direkt ins Elfmeterschießen gegen den SC Sprakel II. Nachdem jeder Elfmeter der Schützlinge von Josch Beuse unter großem Jubel fulminant verwandelt wurde (besonderes bemerkenswert war der präzise geschossene Elfmeter von Luke Wettwer, so langsam und kraftlos, dass der Keeper ihn ungläubig dennoch in die Maschen passieren ließ), konnte das Team in grün-schwarz sich als Gruppenerster für das Halbfinale qualifizieren.

Lange Rede kurzer Sinn: Die Zweitvertretung von Münster 05 machte sich die überbordende Euphorie der Eintracht-Bratwurst-Truppe zu Nutze und knallte die Mannen um Kapitän Hölker mit einem schmackhaften 6:1 aus allen Titelträumen.

Die daraufhin folgende Hass-Rede von Trainer Beuse war für alle so angenehm, wie die erstmalige Benutzung von Hodenklemmen aus dem Beate Use Online-Shop.

Getrieben von der Angst, noch solch eine Schimpftirade über sich ergehen zu lassen, wurde im Spiel um Platz drei erneut der SC Sprakel 2 mit 5:0 vom Platz gefegt. Im Anschluss wurde die aufkeimende Selbstbeweihräucherung durch den Kapitän und erfolgreichsten Torschütze der Eintracht einen Riegel vorgesetzt. Christian Hölker war fest davon überzeugt, dass den SC Sprakel am heutigen Tag selbst die F-Jugend der Eintracht – oder wahlweise 11 Besoffene – in der gleichen Höhe besiegt hätten.

Glücklicherweise konnte eine Delegation des Teams für den 3. Platz noch einen weiteren Kasten Bier entgegen nehmen. So bleibt nach dem Turnier – trotz des 3. Platzes – ein leckerer, hopfiger Nachgeschmack.